05.11.2016, 00:00 Uhr

Ein Stück Geschichte in Oberlaa

Robert Traub hat die Sammelleidenschaft gepackt. Die Registrierkasse ist noch auf dem Colonialwarengeschäft.

Robert Traubs Familie betrieb vor Jahrzehnten ein Colonialwarengeschäft, von dem er vieles aufbewahrt hat. Einige Räume seines Wohnhauses hat er so in ein Museum verwandelt.

FAVORITEN. Die Zeiten von Colonialwarengeschäften sind längst vorbei. Sie waren die Vorläufer der heutigen Supermärkte, nur kleiner und familiärer. Trotzdem hat man dort schon so gut wie alles bekommen.

"Es wurden Lebensmittel wie Wurst, Käse und Brot , aber auch Waren wie Petroleum oder Waschmittel verkauft. Bis in die 60er, 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts gab es in Favoriten noch viele derartige Geschäfte, dann hat eines nach dem anderen zugesperrt", so Robert Traub. Seine Vorfahren führten das Colonialwarengeschäft Ecke Leopoldsdorfer Straße/Oberlaaer Straße. Vieles aus der Zeit hat der 52-Jährige aufgehoben.

Sammlerleidenschaft

"Das Geschäft hat 1968 zugesperrt. 30 Jahre später hat dann meine Mutter das Haus geerbt und mir und meinem Bruder überlassen. Nun wohnen wir dort", so Traub.

"Zum Glück waren noch sehr viele Andenken aus dem Geschäft vorhanden. Ich habe so viel wie möglich aufgehoben und in Räumen untergebracht, die ich nicht bewohne", so Traub. Damit hat eine Leidenschaft begonnen, eine Sammlerleidenschaft.

"Ich gehe immer wieder auf Flohmärkte und kaufe Dinge, die zum ehemaligen Colonialgeschäft passen. Es ist ein schöner Zeitvertreib. Ich rauch mir von Zeit zu Zeit eine Zigarre an und räum herum". Und so enstand mit der Zeit ein kleines Museum, das Straub gelegentlich auch für Besucher öffnet.

Luftsteuer für Portal

Die ehemaligen Geschäftsräume hat Robert Traub zu Wohnräumen umgebaut. Auch hier blickt die Sammelleidenschaft durch - ein Wurlitzer im Wohnzimmer, Kaffeemühlen im Regal, alte Reklametafeln im Vorzimmer oder Lilien Porzellan in der Vitrine.

"Meine Frau hat schon mal gefragt, ob sie daraus Kaffee trinken kann. Aber nein, das ist viel zu wertvoll dafür!".

Kurioses am Rande: Straub hat das ehemalige Portal des Geschäfts so gelassen wie früher, nur die Fenster hat er zugemauert. Für die ehemalige Fassade samt Portal muss Traub jährlich 35 Euro Luftsteuer zahlen. "Ist schon komisch: Das Denkmalamt verbietet mir, das Portal entfernen zu lassen. Aber andererseits muss ich Luftsteuer zahlen. Mach ich aber gerne, weil ich die Fassade ja ebenfalls erhalten möchte", lacht er.

Info per Mail: robert.traub@roma.at
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