Trauercafé
Der Trauer Platz und Raum geben

Das Trauercafé: Sabine Huber, Andrea Scherer, Belinda Schlatte, Marianna Wulz und Brigitte Pekastnig (von links)
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  • Das Trauercafé: Sabine Huber, Andrea Scherer, Belinda Schlatte, Marianna Wulz und Brigitte Pekastnig (von links)
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Das Rote Kreuz startet in Feldkirchen mit dem "Trauercafé" ein Pilotprojekt. Dort sollen sich Menschen, die Ähnliches erleben, treffen können.

FELDKIRCHEN. Der Tod eines nahestehenden, geliebten Menschen lässt viele Menschen in ein tiefes schwarzes Loch fallen. Im Leben der Betroffenen ist nichts mehr so, wie es vorher war. "Über den Schmerz und den verstorbenen Menschen zu sprechen, kann in dieser schweren Zeit Erleichterung bringen", sagt Brigitte Pekastnig, dritte Vizepräsidentin und Landesreferentin für die Bereiche Pflege und Betreuung beim Roten Kreuz. Um Betroffenen in dieser Lebenslage eine Plattform zu geben über Gefühle und Emotionen zu reden, sich mit Menschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden auszutauschen, wird in Feldkirchen in Form eines Rot-Kreuz-Pilotprojekts ein "Trauercafé" installiert.  

Veränderte Begräbniskultur

Der Impuls dafür kam von der Leiterin der Hospizbegleitung des Roten Kreuzes Feldkirchen Sabine Huber. "Ich habe dieses Konzept in England gesehen und war fasziniert davon", so Huber. "Da ich seit vielen Jahren Menschen auf ihrem letzten Weg begleite und auch für die Angehörigen da bin, weiß ich aus Erfahrung, dass es hier Handlungsbedarf gibt. Gerade in der Corona-Zeit hat sich die Begräbniskultur und damit das Abschiednehmen sehr verändert. Viele Rituale und Traditionen sind verschwunden oder dürfen nicht stattfinden. Was bleibt, sind die Trauernden, die in vielen Fällen keine Möglichkeit zum Reden haben."

Niemand ist allein

Das "Trauercafé" soll zu einem Ort der Begegnung für diese Menschen werden. Im Austausch mit einander können die Betroffenen nicht nur Trost und Verständnis erfahren, sondern neue Kraft und neuen Mut tanken. "Wir schaffen eine Basis. Niemand muss sich mit seinen Sorgen und Nöten allein gelassen fühlen", erklärt Eveline Pobaschnig, Ro-Kreuz-Landeskoordinatorin für Hospiz und Trauerbegleitung. Nicht nur die Trauer, auch der Mut und der Blick nach vorne sollen bei diesen Treffen Raum haben. "Wir wollen die Nachmittage in Absprache mit den Teilnehmern gestalten und – wenn gewünscht – auch Referenten dazu einladen. In kleinen Schritten gehen wir einen Weg, den jeder von uns einmal zu beschreiten hat, gemeinsam. Wenn da jemand ist, dann macht die Dunkelheit langsam dem Licht Platz", so Sabine Huber. Neben den geltenden Covid-19-Maßnahmen (Tragen des Mund-Nasen-Schutzes, Abstand halten, …) wird seitens des Hospiz-Teams des Roten Kreuzes auch auf die Diskretion und Verschwiegenheit hingewiesen. "Niemand muss im ,Trauercafé‘ reden. Manchmal reicht es schon, dass man nicht allein ist. Man kann auch gemeinsam eine Zeitlang schweigen", weiß Huber, dass es verschiedene Arten gibt, Trauer zu bewältigen. Sie fügt an, dass zur Verstärkung des Teams auch immer wieder Personen, die bereits eine Ausbildung als Hospiz- und Trauerbegleiter haben oder diese absolvieren wollen, gesucht werden.
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"Trauercafé"-Termine

Die Treffen sollen jeweils am ersten Mittwoch im Monat von 14.30 bis 16.30 Uhr #+stattfinden.
Ort: Café Bell Antik, Hauptplatz 14, Feldkirchen
Nächste Termine: 4. November und 2. Dezember
Anmeldung: Sabine Huber, 0660/65 52 425

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