Ziegenhaltung
Die Ziegen geben den Ton an

Christian und Silke Tengg sind auf die Ziege gekommen
12Bilder
  • Christian und Silke Tengg sind auf die Ziege gekommen
  • Foto: Friessnegg
  • hochgeladen von Isabella Frießnegg

2017 sind am Hof von Christian Tengg  Ziegen eingezogen. Er hat eine Alternative zu Kühen gesucht.

POJEDL (fri). Auf der Suche nach einer sinnvollen Alternative ist Biobauer Christian Tengg 2017 auf die Ziege gekommen.

Betrieb umgestellt

"Wir hatten davor einen klassischen Milchviehbetrieb, der nach konventioneller Methode geführt wurde", sagt der Nebenerwerbslandwirt. "Eines Tages war dann der Punkt gekommen, an dem wir eine Entscheidung fällen mussten, denn mit dieser Art der Landwirtschaft sind wir an Grenzen gestoßen und konnten uns nicht damit identifizieren." So hat sich die gesamte Familie – Christian und seine Frau Silke gemeinsam mit den drei Kindern Helena, Emanuel und Laurenz – auf den Weg gemacht und Ziegenbetriebe in ganz Österreich besucht.
"Was wir damals gesehen haben, hat uns begeistert und es war beschlossene Sache: Wir holen uns Ziegen."

Störrisch & liebenswert

Die Wahl fiel schließlich auf die weiße Saaneziege, die aufgrund ihrer herausragenden Milchleistung weltweit in viele Landrassen eingekreuzt wurde. Mit dem Einzug der Ziegen, die durchaus ihren ganz eigenen Willen haben aber dennoch liebenswerte Geschöpfe sind, wurde die Bewirtschaftungsform auf "Bio" umgestellt.
"Unsere Ziegen bekommen nur Heu zu fressen und haben ganzjährig Auslauf." Um genügend Futter zur Verfügung zu haben, wurde eine eigene Heu-Trocknungsanlage gebaut. "Dort kann Heu, das noch eine leichte Restfeuchte enthält, für die spätere Lagerung nachgetrocknet werden, denn der Winter ist lange und es muss genügend Futter eingelagert werden." Denn der Biolandwirt ist überzeugt, dass sich die Qualität des Futters auch später in der Qualität der Milch wiederfindet.

Gar nicht "zickig"

"Qualitativ hochwertige Ziegenmilch ist entgegen vieler Vorurteile ganz und gar nicht ‚zickig‘. Ganz im Gegenteil – sie ist bekömmlich und daraus lässt sich köstlicher Käse herstellen." Dieser wird in der Kaslab'n in Radenthein, an der die Tenggs als Lieferanten beteiligt sind, hergestellt und dann verkauft. Die Bauern wollen aber noch einen Schritt weiter gehen und auch das Fleisch ihrer Bioziegen vermarkten. "Ziegenfleisch ist bei uns noch ein ziemlicher Geheimtipp", so die Ziegenbauern. "Es wird aber bei der Diätzusammenstellung aufgrund seiner leichten Verträglichkeit sehr geschätzt und gerne in die gesundheitsbewusste, kalorienarme Ernährung aufgenommen."
----------------------------------------------------

Zur Sache


Derzeit leben rund 150 Ziegen am Hof der Familie Tengg.
60 Milchziegen, 30 junge Ziegen (Geburtsjahr 2018) und 60 Zicklein (Geburtsjahr 2019).

"Ziel ist es am Ende 120 Milchziegen aus eigener Zucht zu haben", sagt Tengg. Die Milch wird an die Kaslab'n Nockberge in Radenthein geliefert. Dort wird dann Ziegenkäse daraus gemacht. "Da die Ziegen zwei Monate im Jahr trocken stehen, kommt es naturgemäß zu Engpässen. "Naturprodukte sind eben nicht immer und überall verfügbar. Vielleicht ein Denkanstoß."

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen