01.10.2014, 08:45 Uhr

Am Ende – auf Baupfusch folgte Krankheit

Jede Nacht (9,5 Stunden) hängt Evelyn Strießnig am Dialysegerät. Ihre Nierenfunktion liegt bei 14% (Foto: Friessnegg)

Sorgen plagen Evelyn Strießnig. Als Dialyse- und Herzinfarktpatientin ist sie mit Baumängeln am Haus konfrontiert.

INGELSDORF (fri). Es hätte ein gemütliches Eigenheim für sich und ihre drei Kinder werden sollen. Aber, dass im Leben nichts planbar ist, hat die 43-jährige Evelyn Strießnig am eigenen Leib erfahren. 2008 begann sie das Haus ihrer Großeltern in Ingelsdorf umzubauen. „Wir haben ein Fertighaus auf das bestehende Untergeschoß gebaut. Schon da ist es zu ersten Durchnässungen gekommen, sodass das der untere Stock bis heute unbewohnbar ist“, erklärt Strießnig.

Nierenversagen und Herzinfarkt

Aber auch beim Fertighaus wurde gepfuscht. 2013 zog Strießnig , die seit ihrem Nierenversagen im Jahr 2011 Dialysepatientin ist und nun durch zwei Herzinfarkte gesundheitlich am Abgrund steht, den Bau-Sachverständigen Günther Nussbaum zu Hilfe, der mit dem Kamerateam von „Pfusch am Bau“ anrückte.
„Bei den Arbeiten wurde die provisorische Abdichtung beschädigt und nicht fachgerecht wiederhergestellt. Dabei wurde der Altbestand mehrmals geflutet bzw. durchnässt. Es hat sich massiver Schimmelbefall gebildet. An eine Vermietung bzw. Sanierung mit geringen Aufwänden ist nicht mehr zu denken“, erklärt Nussbaum.

Spendenaktion gestartet

„Frau Strießnig wollte den Neubau mit der Vermietung des Altbestandes finanzieren. Das ist nun unmöglich. Die Situation hat sich zudem verschlechtert weil nicht fachgerecht außen auf die alten Wände eine Wärmedämmverbundsystemfassade aufgebracht wurde. Die behindert nun auch die Verdunstung des Wassers in den feuchten Wänden. Was den Schimmelbefall fördert“, so Nussbaum. „Ich bin dabei nur für den Neubau Firmen zu finden welche einen weiteren Verfall verhindern. Hier sind die Holzwände ohne Feuchtigkeitsabdichtung eingangsseitig verarbeitet worden. Für den Neubau brauchen wir vor allem einen Holz-Baumeister (früher Zimmermeister), Dachdecker, Spengler.“
Strießnig ist durch ihre schwere Erkrankung auch körperlich total eingeschränkt. „Ich werde schnell müde, soll nicht schwer heben. Durch den Herzinfarkt musste ich auch von der Transplantationsliste gestrichen werden, da ich nun ein Jahr lang blutverdünnende Medikamente nehmen muss. Für jemanden, der es gewohnt war zu arbeiten eine harte Sache. Ich bin für jede Art von Hilfe dankbar.“

Was ist Dialyse?

Gesunde Nieren erfüllen im Organismus mannigfaltige Aufgaben. Die wohl wichtigste ist, Stoffwechsel- Abfallprodukte aus dem Körper zu entfernen. Diese sogenannten harnpflichtigen Substanzen werden von der Niere aus dem Blut herausgefiltert und mit dem Urin ausgeschieden. Darüber hinaus besitzt das Organ eine zentrale Rolle bei der Regulation des Mineralstoff- und Flüssigkeitshaushalts und der Steuerung des Blutdrucks.
Arbeiten die Nieren nicht oder nur unzureichend, reichern sich Flüssigkeit und harnpflichtige Substanzen im Körper an. Die Folgen sind eine Überwässerung sowie eine Urämie, das heißt eine Vergiftung durch Stoffwechselprodukte, die normalerweise mit dem Urin ausgeschieden werden. Dies lässt sich mit einer Dialyse verhindern. Überschüssiges Wasser, Giftstoffe und harnpflichtige Substanzen werden dabei mithilfe von semipermeablen (halbdurchlässigen) Membranen künstlich aus dem Blut entfernt. In der Intensivmedizin wird die Dialyse oft eingesetzt, um bei Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion (Niereninsuffizienz) die Zeit zu überbrücken, bis das Organ sich wieder erholt hat oder eine Transplantation vorgenommen werden kann.
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