Traumatische Erlebnisse
Entzerren und neu aufsetzen
- hochgeladen von Gertraud Kleemayr
Mit nur einer Behandlung können kleine traumatische Erlebnisse wie Flugangst oder Angst vor vielen Menschen zu reden ihren Schrecken verlieren.
FUSCHL (kle). Beatrice von Bernuth zog mit ihrer Familie vor sieben Jahren nach Fuschl am See. Vorher lebte sie in Köln, wo sie eine eigene Praxis als Hypnosecoach hatte. Vor zwei Jahren wandte sich die engagierte Fuschlerin der Traumabewältigung zu und ist nun zertifizierter TBT-Coach (Trauma Buster Technique). Was sich so trocken anhört, ist aber eine Technik voller Leben. "In nur einer Sitzung werden traumatische Erlebnisse nachhaltig verarbeitet", so von Bernuth, die mit dieser Methode Flugangst und ähnliches bearbeitet.
Nach Protokoll
Traumatisierende Ereignisse können durch bestimmte Auslöser („Trigger“) im Gehirn aktiviert werden. Geräusche, Gerüche, Personen, Gegenstände, Sätze – vieles kann das Erlebte triggern: Man durchlebt das Ereignis erneut, hat unkontrollierbare, belastende Erinnerungen. "Es geht darum, das Erlebnis und die Emotion dabei zu entkoppeln", so von Bernuth. Die Bearbeitung des traumatischen Erlebnissses folgt einem festgelegten Protokoll.
Entzerrung des Triggers
Zuerst gilt es, den Moment der höchsten emotionalen Belastung herauszufinden. An dem wird gearbeitet. "Auch wenn man es kaum glauben mag angesichts der schwierigen Themen – Humor und Lachen haben auch ihren Platz bei dieser Technik", beschreibt von Bernuth den Vorgang, der durch Entzerrung der Geräusche oder Bilder funktioniert. Da spricht man beispielsweise das belastende Geräusch flüsternd, mit Akzent oder mit zahnlosen Mund und nimmt ihm damit den Schrecken. "Spätestens ab da wird es komisch", schmunzelt von Bernuth. Auch traumatisierende Bilder werden auf ähnliche Weise bearbeitet.
Schrecken nehmen
Um dem Vorgang den Schrecken zu nehmen, sollen die Klienten auch versuchen, ein Element einzubauen, das die belastende Situation erträglicher gemacht hätte. Allerdings darf der Vorgang selbst nicht verändert werden. Während der Behandlung werden unterstützend acht Meridianpunkte geklopft. "Meine Klienten spüren sehr schnell im Bearbeitungsprozess Erleichterung und sind in der Lage, sich von belastenden Emotionen zu distanzieren", so von Bernuth, die für die Behandlung ungefähr zweieinhalb Stunden einplant.
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