Wert(e)voll Wirtschaften
Freistädter Bier zieht erste Gemeinwohl Bilanz
- Foto: Pramhofer
- hochgeladen von Elisabeth Klein
FREISTADT. Wie gelebte Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) in der Praxis aussieht, haben die Braucommune in Freistadt, der Holzbau-Spezialist WIEHAG (Altheim, OÖ) und Saphenus Medical Technology (Krems, NÖ) jetzt in ihrer Gemeinwohl-Bilanz dokumentiert. Ob 250-jährige Braucommune, Industrieunternehmen in fünfter Generation oder innovatives Start-up: Die Gemeinwohl-Bilanz bietet einen 360-Grad-Blick auf die soziale, ökologische und ökonomische Verantwortung und liefert eine wertvolle Basis für strategische Entscheidungen. Die Gemeinwohl-Bilanz gilt als international anerkanntes Werkzeug zur umfassenden Darstellung der Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen, wird von der EU empfohlen und ist mit vielen Preisen ausgezeichnet.
Kein ständiges Wachstum möglich
Das GWÖ-Prinzip „Kooperation statt Konkurrenz“ ist bei der Braucommune in Freistadt schon seit vielen Jahren gelebte Realität: Gemeinsam mit acht anderen, privaten Brauereien – den „Culturbrauern“ – setzt sie sich für die Erhaltung der Biervielfalt und das Überleben von österreichischen Privatbrauereien ein. Ein weiterer Bereich, wo das Unternehmen punktet, ist die regionale Rohstoffbeschaffung: Der Hopfen kommt zu hundert Prozent aus kontrolliertem, naturnahem Anbau aus dem Mühlviertel. 35 regionale Hopfenbauern liefern die kostbaren Dolden. „Wir glauben, dass wir in Zukunft andere Wege gehen müssen", betont Braucommunen-Geschäftsführer Ewald Pöschko. "Es wird kein ständiges Wachstum geben.“ Die Gemeinwohl-Bilanz dient für ihn als Grundlage dafür, das gesamte Unternehmen strukturell neu auszurichten und der Nachhaltigkeit und Regionalität noch mehr Gewicht zu geben.
Betriebsbesichtigungen als Höhepunkt
Miteinander statt gegeneinander – das war für die drei Unternehmen das Motto beim Erstellungsprozess der Gemeinwohl-Bilanz. Möglich machte das der GWÖ-Regionalverein Oberösterreich: In Kooperation mit der GWÖ-Beratergruppe Salzburg veranstaltete er die Workshopreihe „Meine 1. Gemeinwohl-Bilanz“. „Der Höhepunkt sind die Betriebsbesichtigungen bei den bilanzierenden Unternehmen. Da kann Gemeinwohl-Orientierung hautnah erlebt werden und die Teilnehmenden befruchten sich gegenseitig“, beschreibt Vereinsobmann Markus Rapold, der an den Workshops teilnahm, den Nutzen für die Betriebe. Aufgrund der positiven Resonanz wird die Workshopreihe im Herbst 2020 fortgesetzt.
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