03.09.2014, 08:07 Uhr

Junge Kefermarkterin war ein Jahr als Freiwillige in Togo

KEFERMARKT. Katharina Senzenberger verbrachte ein ganzes Jahr als Volontärin in Westafrika. Ihre Erfahrungen und Erlebnisse schildert sie bei einem Vortragsabend am Freitag, 19. September, 20 Uhr, im Gasthaus zur Haltestelle in Lasberg. Im Zuge der Präsentation wird sie auch ein neues Hilfsprojekt vorstellen, das in Zusammenarbeit mit der togolesischen Unternehmerin Chantal Donvide ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, ein Ausbildungszentrum für Schneiderei und Batik zu errichten, das jungen Mädchen einen kostenfreien Ausbildungsplatz und somit eine Zukunftsperspektive bietet. Der Erlös des Abends (Eintritt: freiwillige Spenden) wird zu 100 Prozent nach Togo zur Errichtung des Ausbildungszentrums weitergeleitet.

Hinweis: Am Sonntag, 21. September, wird der Vortrag im Brauhaus Freistadt (18 Uhr) wiederholt.



Auf www.meinbezirk.at gibt Katharina Senzenberger einen ersten Einblick in die Veranstaltung:

"Togo, ein kleines Land Westafrikas, gleicht kulturtechnisch einer Entfernung bis zum Mond. Hier wird zum Kochen jedes Mal Feuer gemacht und für die Dusche verwendet man einen Kübel voll Wasser, welches meist beschwerlich vom nächsten Gemeinschaftsbrunnen geholt werden muss. Zu diesen – eigentlich noch oberflächlichen – Umständen kommt eine Mentalität hinzu, die die eigentliche Herausforderung eines längeren Aufenthalts darstellt. Das Bild der afrikanischen Solidarität und Lebensfreude, wie man schnell merken wird, trifft nicht immer zu. Es herrscht eine Hierarchie in jeglicher Form: in der Familie, im Unternehmen, an der Arbeitsstelle und im Staat, der sich heute den Deckmantel der Demokratie umhängt. Als Mädchen macht einem vor allem die Unterdrückung und soziale Stellung der Frauen zu schaffen. Die Hauptaufgabe der Frau ist der Haushalt und die Erziehung der Kinder, da bleibt nicht viel Zeit für eine Ausbildung und eine gute Arbeit. Viele von ihnen finden sich in der finanziellen Abhängigkeit ihrer Ehemänner wieder, was eine praktische Unterstellung dem Mann in allen Lebensweisen hervorruft.

Die Entscheidung, mit 18 Jahren als Volontärin in Sozialprojekten zu arbeiten und in dieses Land zu gehen, war relativ einfach. Doch diese Entscheidung ein ganzes Jahr lang durchzuziehen, bedarf dann doch viel Willenskraft. Nicht wenige brechen schon nach kurzer Zeit ihren Freiwilligendienst wieder ab. Zu den unterschiedlichsten Projekten und Engagements zählte unter anderem die Arbeit im Kindergarten und in der Grundschule, Aufklärungsarbeit im Radio, Deutsch- sowie Englisch-Unterricht und last but not least ein Alphabetisierungskurs für eine Gruppe junger Frauen, natürlich in der offiziellen Landessprache Französisch. Auch die Tätigkeit in einer afrikanischen Tanz- und Perkussionsgruppe bestimmte den Alltag wesentlich mit. Bei so viel schönen Momenten und Erinnerungen könnte man schon fast ein Buch schreiben!

So einen langen Aufenthalt schließt man am besten mit einer Reise quer durch den Kontinent ab, denn nirgendwo lässt es sich besser Abenteuer erleben als hier. Besonders stark in Erinnerung geblieben sind eine 16-stündige Fahrt mitten durch die Sahara mit dem langsamsten und zweitlängsten Zug der Welt, eine Begegnung auf Augenhöhe mit einem wütend gewordenen Nilpferd im Gambia River und eine wilde Motorradfahrt durchs Matriarchat auf einer einsamen, von der Außenwelt abgeschotteten Insel in Guinea-Bissau, welche sich mit ihren kilometerweiten verlassenen Sandstränden und dem Regenwald wie das reinste Paradies anfühlt."
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