Lobautunnel und S 1
Gewessler stoppt Bau des Rings um Wien

Gewessler entschied: Der rot eingezeichnete Teil des Rings um Wien wird nicht geschlossen.
  • Gewessler entschied: Der rot eingezeichnete Teil des Rings um Wien wird nicht geschlossen.
  • Foto: Asfinag
  • hochgeladen von Ulrike Potmesil

MARCHFELD/WIEN. Vor wenigen Minuten gab die Grüne Infrastrukturministerin Leonore Gewessler in einer Pressekonferenz offiziell bekannt, was seit Tagen schon durchgesickert war: Sie stoppt den Bau des geplanten Lobautunnels - jener Abschnitt der S 1, der den Ring um Wien geschlossen hätte.

Warum stehen Sie (nicht) täglich im Stau?

Insgesamt wäre damit der geplante Autobahnring um Wien 195 Kilometer lang gewesen. 19 Kilometer ist das geplante, von Gewessler verhinderte, S1-Teilstück zwischen Schwechat und Süßenbrunn lang, 8,2 Kilometer davon wäre der Tunnel-Abschnittgewesen, die restlichen zehn Kilometer liegen im Norden Wiens, im Marchfeld. Wie hier Alternativen aussehen könnten, ist noch völlig offen, für die Verkehrsplanungen heißt es: Zurück zum Start. Auch der Bau der S 8, die als Teil des gesamten hochrangigen Straßennetzes um Wien geplant ist, wird durch Gewesslers Entscheidung in noch weitere Ferne gerückt.

S1 Spange ins Marchfeld 

Die S1-Spange von der Seestadt Aspern in Richtung Osten zum - laut Gewessler zukünftig nicht vorhandenen - S 1-Knoten bei Raasdorf kann allerdings gebaut werden. Sie ist rechtlich gesehen die Voraussetzung für den Bau vieler Wohnprojekte der Seestadt. Allerdings würde sie nach dem neuesten Planungsstand auf den Feldern von Raasdorf enden.

Für die Marchfeldschnellstraße S 8 ist noch keine Entscheidung gefallen. Beim Bundesverwaltungsgericht läuft derzeit wieder eine Umweltverträglichkeitsprüfung, man will - ein weiteres Mal - hinterfragen, ob die Trasse durch das Schutzgebiet des Vogels Triel geführt werden kann. Laut Gewessler sollen "rasch Alternativen gesucht" werden.

"Region wird alles für den Bau von S1, S8 und Lobautunnel tun"

ÖVP-Landtagsabgeordneter René Lobner äußert sich in einer ersten Stellungnahme zur Entscheidung der Grünen Ministerin:  „Bundesminister sind dazu da, Entscheidungen des Parlaments umzusetzen und dürfen sich nicht darüber hinwegsetzen. Das Bundesstraßengesetz sieht S1 und S8 klar vor. Die Bundesministerin ist verpflichtet, diesem Gesetz zu folgen. Eine Bundesministerin, die sich dem Parlament hinwegsetzt, hebelt Grundprinzipien unserer demokratischen Republik aus. Willkür hat in unserer Demokratie nichts verloren.“

Mehr als 10.000 Gänserndorferinnen und Gänserndorfer haben bisher für die überparteilichen Initiative der Region Marchfeld ‚Ja-zur-S8‘ unterschrieben und sich damit für die rasche Entlastung der Region ausgesprochen. Die Marchfeldschnellstraße S 8 steht seit 15 Jahren im Bundesstraßengesetz festgeschrieben. "Wir werden alles für den Bau von S1, S8 und Lobautunnel tun“, betont Lobner.

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