Junge Kräuterpädagogin aus Baumgarten
Mit Kräutern zurück zur Natur
- Ihr Ziel ist klar: Menschen den Zugang zur Natur erleichtern und zeigen, wie unkompliziert sich Kräuter in den Alltag integrieren lassen.
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Was als zufällige Begegnung mit einem Buch begann, entwickelte sich zu einer echten Leidenschaft: die Welt der Kräuter. 2019 entschied sich Katharina Hansi aus Baumgarten für die Ausbildung zur Kräuterpädagogin – und tauchte damit tief in ein Wissen ein, das heute viele verloren haben.
BAUMGARTEN. Der Auslöser war aber nicht nur Zufall, sondern auch familiäre Prägung – ihr Vater brachte bereits großes botanisches Wissen mit. „Ich wollte verstehen, was draußen in der Natur wächst und was man damit machen kann“, erzählt sie. Gemeinsam machten sie sich auf die Suche nach Pflanzen in der Umgebung – ein unschätzbarer Vorteil, denn: „Ein Bild im Buch ist etwas ganz anderes, als eine Pflanze in der Natur zu erkennen.“
Weniger ist oft mehr
Nach ihrer Ausbildung begann sie, selbst Produkte herzustellen. "Ich habe viel ausprobiert, vieles ist auch schiefgegangen, aber das gehört dazu" so die sympathische Baumgartnerin. Ein Jahr später begann Katharina Hansi Workshops und Kräuterwanderungen anzubieten.
Dabei verfolgt sie einen klaren Ansatz: weniger ist mehr. Statt die Teilnehmer mit einer Fülle an Pflanzen zu überfordern, konzentriert sie sich auf wenige ausgewählte Kräuter – und zeigt vor allem, was man konkret damit machen kann. „Es bringt nichts, Pflanzen zu kennen, wenn man nicht weiß, wie man sie nutzt“, so die Kräuterpädagogin.
- Ich selbst freue mich jedes Jahr über die ersten Pflanzen. Das ist für mich wie ein kleines Geschenk der Natur.
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Einfach statt kompliziert
Ob Kräutersalz, Salben oder Naturkosmetik: Viele ihrer Rezepte kommen mit wenigen Zutaten aus – oft Dinge, die man ohnehin zu Hause hat. „Viele glauben, das ist total kompliziert. Aber meistens ist es das gar nicht.“ Genau diese Hemmschwelle möchte sie abbauen. Ihre Lieblingsreaktion bei Workshops: „Das war’s jetzt?“ – weil es so überraschend einfach ist.
Kritisch sieht sie deshalb auch die Entwicklung der Kosmetikindustrie: „Für jede Körperstelle gibt es ein eigenes Produkt – oft mit ähnlichen Inhaltsstoffen. Das wäre gar nicht notwendig, es könnte vieles viel einfacher sein.
Eigene Produkte
Neben der Wissensvermittlung entwickelte sie auch ihre eigene Naturkosmetikprodukte. Dabei legt sie großen Wert auf nachhaltige und natürliche Inhaltsstoffe. Besonders wichtig ist ihr eine wasserfreie Kosmetik, die ohne Konservierungsstoffe auskommt. "Viele Hautprobleme entstehen nämlich genau durch solche Zusatzstoffe. Meine Produkte bestehen oft nur aus wenigen Zutaten wie Öle, Bienenwachs und Vitamin E.
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"Die Basisöle wie zum Beispiel das Sojaöl, bekomme ich direkt von der Landwirtschaft meines Bruders", erklärt sie. Auch bei der Verpackung denkt sie weiter: kleine Glastiegel statt Plastik, Nachfüllsysteme statt Wegwerfprodukte. Langfristig schwebt ihr ein Kreislaufsystem vor, bei dem Verpackungen zurückgegeben und wiederverwendet werden.
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Experimentieren gehört dazu
Neben Kosmetik experimentiert sie auch mit Kräutersalzen, Wildkräuterschokolade, Tees und Räuchermischungen „Ich probiere gern Neues aus – weil die Natur einfach unglaublich viel zu bieten hat“. Nicht alles gelingt auf Anhieb – im Gegenteil. „Viel ist auch in die Hose gegangen“, sagt sie lachend. Doch genau dieses Ausprobieren ist für sie essenziell. Neue Ideen entstehen oft spontan – und manchmal auch dann, wenn die passende Pflanze gerade nicht verfügbar ist. Deshalb plant sie künftig größere Vorräte anzulegen.
Zwischen Tradition und Neugier
Neben Klassikern wie Veilchen oder Schafgarbe faszinieren sie auch weniger bekannte Pflanzen – und sogar Giftpflanzen. Eine eigene Führung dazu hat sie schon überlegt, aber wieder verworfen: „Man weiß nie, was Menschen daraus machen.“ Lieber bleibt sie bei dem, was verbindet: essbare Wildkräuter, einfache Anwendungen und die Freude an der Natur.
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Zurück zum Wesentlichen
Ihre Arbeit ist mehr als ein Hobby – es ist eine Haltung. Weg von Überfluss und künstlicher Perfektion, hin zu einem bewussteren Umgang mit dem, was uns umgibt. Oder, wie sie es selbst sagt: „Die Natur hat so viel zu bieten. Man muss es nur nutzen.“
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