Gmünder werden immer älter

Die Gmünderin Elfriede Traxler mit ihrer Schwiegertochter Petra. Martin Taufner, Leiter der Caritas Schweiggers-Kirchberg, unterstützt.
  • Die Gmünderin Elfriede Traxler mit ihrer Schwiegertochter Petra. Martin Taufner, Leiter der Caritas Schweiggers-Kirchberg, unterstützt.
  • Foto: Caritas
  • hochgeladen von Bettina Talkner

Die Zahl alter Menschen im Bezirk steigt rasant. Die Politik reagiert mit neuen Pflegekonzepten.

BEZIRK GMÜND. Die Zahl der Menschen mit 80 Jahren und älter wird im Bezirk Gmünd bis 2035 um 31 Prozent steigen. Derzeit werden 56,4 Prozent im Bezirk informell, das heißt insbesondere durch Angehörige, gepflegt. 25,9 Prozent durch mobile Dienste, 7,4 Prozent sind in der 24-Stunden-Betreung und 10,3 stationär in Pflegeheimen.
Wenn sie an ihre Zukunft denken, haben die Gmünder ganz klare Vorstellungen. Neun von zehn wollen auch im Alter in den eigenen vier Wänden leben. Das Land Niederösterreich plant deshalb, eine ‚Pflege daheim‘-Garantie einzuführen und den Grundsatz ‚Mobil vor stationär‘ im Pflegesystem zu verankern. Auch für pflegende Angehörige soll es Verbesserungen geben.

Verzweifelt und überfordert

"Pflegende Angehörige verzweifeln oft", weiß Gerlinde Oberbauer von der Volkshilfe, denn: "Demenzerkrankte zu pflegen, ist beinahe ein 24-Stunden-Job." Deshalb arbeitet Oberbauer am Pilotprojekt Demenz-Service mit, das im kommenden Jahr in ganz Niederösterreich ausgerollt wird. Die größte Herausforderung? Die Informationsweitergabe und der Austausch mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. "Oft reicht aber auch schon ein Gespräch. Den Satz ,Jetzt, wo wir darüber geredet haben, geht es mir schon besser‘ höre ich häufig", erklärt Oberbauer. Auch sei der Wunsch nach zeitlicher Entlastung bei pflegenden Angehörigen oft größer als finanzielle Aspekte. "Das liegt auch daran, dass wir in Niederösterreich in der glücklichen Lage sind, dass Pflege leistbar ist. Das ist nicht überall so."

Mehr Personal nötig

Ganz ähnlich sieht man das bei der Caritas: Erwin Silberbauer, Leiter von Betreuen und Pflege zu Hause rät Betroffenen dazu, nicht zuzuwarten bis einem die Pflege eines Angehörigen über den Kopf wächst. "Angehörige sollten sich nicht scheuen, uns um Hilfe zu rufen, dafür sind wir mobilen Dienste ja da." Die Zukunft der Pflege in der Region hängt aber maßgeblich an einem Punkt: Gut ausgebildetem Personal – vor allem, wenn die Pflege zuhause ausgebaut werden soll. "Wir suchen aktuell im Waldviertel 25 Mitarbeiter", erklärt der für die Bezirke Gmünd, Waidhofen und Zwettl verantwortliche Regionalleiter. "Traut euch, einen Beruf in der Pflege zu ergreifen, das ist mehr als nur Job", appelliert Silberbauer abschließend.

Pflege im Bezirk

• Informell: 56,4 %
• Mobile Dienste: 25,9 %
• Stationär: 10,3 %
• 24-h-Betreuung 7,4 %
• Anzahl Pflegegeldbezieher: 2.700

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