Scheich zahlt nicht, Konkurs droht

HOHENEICH. Vielen Personen war nicht gerade wohl bei der vollmundigen Ankündigung des nicht gerade bestens beleumundeten Investors Mohamed Al Jaber, das finanziell arg gebeutelte Unternehmen Backhausen übernehmen zu wollen. Das Bauchgefühl, untermauert von zahlreichen Fakten, trog nicht. Der versprochene Geldsegen blieb aus, die Banken mussten reagieren und stellten dem Unternehmen alle Kredite fällig.

"Waren nicht blauäugig!"
Nun möchten Reinhard und Herbert Backhausen eine strukturierte Sanierung vornehmen 8nd beantragten daher ein Sanierungsverfahren. Geplant ist, dass der Betrieb unverändert weiter geht. Die Auftragsbücher seien den beiden Unternehmern und einer entsprechenden Presseaussendung zufolge, gut gefüllt. Auch die Arbeitsplätze seien nicht gefährdet.
„Wir müssen die Reißleine ziehen. Der Druck der Banken wurde zu groß. Wir bzw. die Hypo-NÖ-Bank haben zwar schriftliche Zusagen von Mohamed Bin Issa Al Jaber, aber aus nicht nachvollziehbaren Gründen ist die für 9. Oktober fix zugesagte Überweisung nicht rechtzeitig erfolgt. Nun haben leider unsere Banken keine Geduld mehr“, erklärt Reinhard Backhausen, Geschäftsführender Gesellschafter.Der Partnerschaft mit Al Jaber hat Backhausen bis zuletzt aus mehreren Gründen reale Chancen eingeräumt. Reinhard Backhausen: „Al Jaber ist bei uns mit seinen Hotels seit einigen Jahren ein guter Kunde und hat immer alle Rechnungen bezahlt. Auch die Banken unterstützten seine Beteiligung. Wir sind also keineswegs blauäugig in diese Verhandlungen gegangen.“

Gebrochene Versprechen
Beobachter sahen die Sache freilich deutlich anders. Al Jaber war in den vergangenen Jahren mehrfach in die Schlagzeilen gelangt, weil er die AUA und Kneissl rettern wollte, was in beiden Fällen nicht geschehen ist. Kaneissl übernahm er schlußendlich doch, allerdings erst, nachdem das unternehmen Pleite gegangen war und Al Jaber es nach der Zahlung einer 20-Prozent-Quote billig und schuldenfrei übernahm. Mit AUA gab es einen Rechtsstreit, nachdem Al Jaber ein gestelltes Angebot zurückgezogen hatte. Das versprochene Geld war auch hier nie bezahlt worden.

Zahlt Al Jaber doch noch?
Bei Backhausen hat man die Hoffnung auf den saudischen Geldsegen noch nicht gänzlich aufgegeben. Rechtsanwalt Dr. Florian Kremslehner von der Kanzlei Dorda Brugger Jordis, der Backhausen vertritt: „Wir erwarten, dass Al Jaber seinen Verpflichtungen in den nächsten Tagen nachkommt. Sonst müsste Backhausen andere Investoren suchen." Mit einigen Investoren gab es bereits im Vorfeld Gespräche und konkrete Interessensbekundungen. Man erwarte eine vollständige Rekaptialisierung noch während des Sanierungsverfahrens, war zu vernehmen.

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?

Werde Regionaut!

Jetzt registrieren

Kommentare

?

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen