31.01.2012, 00:00 Uhr

Landesausstellung 2017: ‚Die ganze Region soll dann dahinterstehen‘

Landesausstellung Gmünd 2017 – realistisch? Wenn es nach Andreas Weber und seinem Team geht, ja.
GMÜND. Beim Wirtschaftskammer-Neujahrsempfang wurde ein spannendes Projekt vorgestellt. Der eigens gegründete Verein „Gmünd 2017“ unter Obmann Andreas Weber erarbeitet die Rahmenbedingungen für eine Bewerbung der Stadt Gmünd um die Landesausstellung. Die BEZIRKSBLÄTTER baten Andreas Weber zum Interview.
BEZIRKSBLÄTTER: Herr Weber, was überwiegt für eine Stadt als Ausrichter einer Landesausstellung: das Prestige oder der wirtschaftliche Nutzen?
ANDREAS WEBER: „Beides. Wenn im Bezirk zwischen 40 und 60 Millionen Euro investiert werden, wie zuletzt in Horn oder Carnuntum, so ist das ein wirtschaftlicher Nutzen für die ganze Region. Wir bewerben uns auch nicht als Stadt Gmünd, sondern als Bezirk Gmünd. Prestige ist es, wenn die Werbemaschinerie rund um eine Landesausstellung beginnt. Da steht die Region in einer Auslage, an der kein Nieder­österreicher vorbeikommt, ohne reinzuschauen. So eine werbliche Positionierung könnten wir ohne Landesausstellung nie schaffen.“
BB: Sie sprachen beim Neujahrs­empfang von Nachhaltigkeit. Was wird hier angepeilt?
WEBER: „Hier liegt die Herausforderung beim Thema, das man wählt. Sicher sind verschönerte Straßen und Parkplätze im Zuge einer Landesausstellung nett, aber das hilft uns nicht weiter. Hier kommt es auf die Klugheit an, eine hohe Investitionssumme auch so einzusetzen, dass nach Ausstellungsschluss eine große, bleibende Wertschöpfung übrig ist. Hier muss es nachhaltige Projekte geben. Weitra hat es nach 1994 geschafft, sich als Kulturstadt zu verankern.“
BB: Haben Sie bereits etwas angepeilt?
WEBER: „Nein, wir laden nun den gesamten Bezirk ein, Projekte einzubringen und Ideen zu liefern. Wir sammeln und sortieren es während des kommenden Jahres und legen dem Landeshauptmann ein durchdachtes Konzept mit möglichst vielen Projektideen vor.“
BB: Es sollen der gesamte Bezirk Gmünd und auch der südböhmische Raum mitwirken. Wie soll das aussehen?
WEBER: „Die Partnerstadt ist Ceske Velenice. Die Tschechen sind euphorisch, weil Telc bei Horn und Raabs mitgemacht hat. In Oberösterreich gibt es die Kombination Freistadt/Cesky Krumlov, nun wollen sie bei uns mittun. Der gesamte Bezirk soll integriert werden, hier geht es definitiv nicht um die Bezirkshauptstadt alleine.“
BB: Der Arbeitstitel der Ausstellung soll „Menschen in Bewegung“ sein. Welche Vision gibt es dazu?
WEBER: „Es ist die geistige, körperliche und auch die technische Bewegung gemeint. Im Bezirk laufen die Verkehrsnetze Österreichs mit Südböhmen zusammen, hier gibt es High-Tech-Betriebe, die mit Glasfaser-Produkten in der ganzen Welt technologische Mobilität ermöglichen, und hier gibt es Bewegungszentren wie das Moorheilbad Harbach, die körperliche Mobilität bis ins hohe Alter ermöglichen. Kein Wunder also, dass die Gmünder Bewerbung unter dem Arbeitstitel „Menschen in Bewegung“ steht.“
BB: Wovon wird es abhängen, ob Gmünd den Zuschlag bekommt?
WEBER: „Das Wichtigste ist, dass wir bei der Projektübergabe an den Landeshauptmann mit 2017 Gmündern am Landhausplatz stehen und – egal aus welchen politischen Parteien, Altersgruppen oder Gemeinden – einfach an einem Strang für eine gute Sache ziehen.“

Zur Sache
Verein Gmünd 2017
Im Vorstand sind: Obmann Andreas Weber, seine beiden Stellvertreter Bgm. Otto Opelka und Vizebgm. Gottfried Libowitzky, weiters mit im Boot LA Johann Hofbauer, EX-NR Rudolf Parnigoni und aus der regionalen Wirtschaft Thomas Eigenschink, Harald Buchhöcker, Andreas Krenn sowie Daniel Lohninger.
• es gibt ein Partnerprojekt in Ceske Velenice
• etwa 40 bis 60 Millionen Euro bringen Landesausstellungen in der Regel in die jeweiligen Regionen
• im Laufe des kommenden Jahres findet die umfangreiche „Ideensammlung“ aus dem gesamten Bezirk Gmünd statt
• am 1. März 2012 wird das Projekt in Gmünd am Güterbahnhof erstmals vorgestellt
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