Schulbus
Überfüllte Dachsberg-Busse, Verstärkerbusse ab 28. September

Überfüllter Bus im Gymnasium Dachsberg.
  • Überfüllter Bus im Gymnasium Dachsberg.
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Überfüllte Schulbusse zum Gymnasium Dachsberg heizen derzeit die Gemüter von Pädagogen und Eltern an. Verstärkerbusse für die beiden Linien 663 und 693 nach Dachsberg sind bereits für 28. September angesetzt.

PRAMBACHKIRCHEN, BEZIRKE (jmi). Das Finanzamt Linz hat den Schüler-Gelegenheitsverkehr nach Dachsberg eingestellt. Dies sorgte für die Beteiligten bereits vor den Sommerferien für Unmut. Und auch mit Schulbeginn hat sich die Situation nicht verbessert. Einige besorgte Eltern haben die BezirksRundschau im Mitte September kontaktiert, um auf die Thematik aufmerksam zu machen. Ferdinand Karer, Direktor des Gymnasiums Dachsberg, beschreibt die täglichen Busfahrten so: Schüler drängeln, wollen unbedingt einen Sitzplatz. "Im Schulgebäude der ordnungsgemäße Abstand und im Bus ist dann alles egal. Nein, den Schülern/innen ist es nicht egal, denn da geht es eigentlich nur mehr ums Hineinkommen und darum, dass der Chauffeur sie noch reinlässt. Ja, der Stärkere und Schnellere und Frechere gewinnt. Der hat einen Platz. Dramatisch! Himmelschreiend! An jedem Erziehungsauftrag vorbei! Und absolut ärgerlich! Aber da wird jeder Cent gezählt! Da geht’s um Einsparung, nein, um Budgetumverteilung. Der Familienlastenausgleichsfonds möge den öffentlichen Verkehr unterstützen. Und dafür werden unsere Kinder und Jugendlichen instrumentalisiert. Ganz schlimm!", so Karer. 

Rücksichtsvolles Verhalten im Bus

Die BezirksRundschau hat beim OÖ Verkehrsverbund (OÖVV) nachgefragt: "Wir arbeiten im Moment am Einsatz von Verstärkerbussen bei Strecken, auf denen regelmäßig auf längeren Distanzen überdurchschnittliche viele Schülerinnen und Schüler unterwegs sind und innerhalb von 30 Minuten keine alternative Fahrtmöglichkeiten mit freien Kapazitäten bestehen", sagt OÖVV-Sprecher Klaus Wimmer. Er betont zudem, "dass bei Linienbussen auch Stehplätze rechtlich vorgesehen sind und auch die Planungen nicht danach ausgerichtet sind, dass jeder Fahrgast einen Sitzplatz hat." Wimmer appelliert zu rücksichtsvollem Verhalten im Bus. Heißt: Nebensitze sollten nicht als Ablage für Schultaschen genutzt werden, Schüler sollten den gesamten Bus nutzen und nicht alle im vorderen Bereich oder bei den Türen bleiben. 

Das Problem ist auch längst im Ressort Verkehr des Landes OÖ angekommen. „Wie jedes Jahr zu Schulbeginn benötigt es eine gewisse Anlaufphase, bis die Räder exakt ineinandergreifen. Heuer ist die Corona-Situation ein zusätzlicher Umstand, der vieles erschwert. So beschert nicht nur der Unterricht Oberösterreichs Eltern Sorgenfalten, sondern auch die starken Auslastungen zur ÖV-Hauptverkehrszeit“, so Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner. Er versteht die Sorgen der Eltern, bittet aber gleichzeitig um Besonnenheit. „Alle Österreichischen Verkehrsverbünde halten sich mit exakter Präzision an die Corona-Vorgaben der Bundesregierung. Demnach ist der ÖV einer der wenigen Bereiche, in denen die vorgeschriebenen Ein-Meter-Abstände auch unterschritten werden dürfen“, so Steinkellner.

Vorschlag: Spätere Unterrichtszeiten

Im Rahmen des Schulgemeinschaftsausschusses könnte man die Schulbeginnzeiten zumindest für Oberstufenschüler staffeln, so der Vorschlag aus dem Ressort Verkehr. Steinkellner dazu: „Vor den Sommerferien, als nicht alle Schülerinnen und Schüler gleichzeitig in der Schule waren, gab es keine Schwierigkeiten mit zu vollen Öffis. Spätere Unterrichtszeiten insbesondere für die älteren Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren würde die Morgenspitze stark entlasten."

Dieser Idee stimmt auch OÖVV-Sprecher Wimmer zu: "So ist es wichtig, dass die Schulen in Abstimmung mit unserer Verkehrsplanung und Regionalbetreuung über gestaffelte Schulzeiten nachdenken, damit nicht alle Schülerinnen und Schüler gleichzeitig mit den Bussen fahren. Falls möglich, sollten in der aktuell sehr herausfordernden Zeit der Corona-Pandemie Schularbeiten und Tests nicht in der 1. Stunde angesetzt werden, damit die Schülerinnen und Schüler vielleicht auch einen Bus nutzen können, der ein paar Minuten später fährt. Zudem ist es wichtig, dass auch Lehrerinnen und Lehrer Verständnis dafür haben, wenn die Kinder und Jugendlichen vielleicht einmal ein paar Minuten im Unterricht erscheinen, weil sie mit einem späteren Bus gefahren sind."

"Müsste gesamte Schulorganisation von vorne beginnen"

Ist dieser Vorschlag umsetzbar? Dachsberg-Direktor Karer sagt zu den vorgeschlagenen flexiblen Beginnzeiten: "Hier müsste die gesamte Schulorganisation von vorne beginnen. Wir machen die Stundenpläne in den Ferien, dahinter steckt viel Arbeit. Der Unterrichtsplan ist mit Schulstart fixfertig. Das ist auch eine verzwickte Geschichte, mit Teilungen und Kopplungen. Viele Klassen hängen miteinander zusammen wie etwa die ganzen Sprachgruppen." Keine Schularbeiten in der ersten Stunde anzusetzen sei kein Problem, aber, sagt Karer: "Es ist alles bezahlte Unterrichtszeit, das muss eingehalten werden. Auf der anderen Seite haben vor allem die Jüngeren schon einen ziemlichen Stress, wenn sie keuchend mit dem Läuten in die Schule kommen."

Direktor Karer betont: "Bei uns ist der Unmut in erster Linie deswegen da, da um jeden Preis versucht wird, die Lilo einzubinden. Das Problem ist: Die Lilo fährt am Gymnasium Dachsberg nicht vorbei." Eine Zumutung sei auch für viele Schüler, denn Kinder, die 20, 25 Kilometer von der Schule entfernt wohnen, müssen zweimal umsteigen, erzählt Karer: "Etwa Schüler von Neukirchen oder Kallham – diese sind eineinhalb Stunden mit Wartezeit unterwegs. Sie müssen zur Lilo gebracht werden, danach von der Lilo wieder ein Bus nach Dachsberg." Karer überprüft derzeit, wieviele Eltern ihre Kinder aufgrund der Situation ihre Kinder direkt an die Schule bringen.

Verstärkerbusse ab 28. September

Wie geht es mit der Auslastung der Schulbusse weiter? Wie geht es mit der Auslastung der Schulbusse weiter? "Wir arbeiten im Moment am Einsatz von Verstärkerbussen bei Strecken, auf denen regelmäßig auf längeren Distanzen überdurchschnittliche viele Schülerinnen und Schüler unterwegs sind und innerhalb von 30 Minuten keine alternative Fahrtmöglichkeit mit freien Kapazitäten bestehen“, so Wimmer.

Ein Erleichterung gibt es demnächst auf einigen Fahrstrecken: Die ersten zusätzlichen Fahrten werden bereits am Montag, dem 28. September durchgeführt. Darunter auch die Linien 663 Eferding – Dachsberg und 693 St. Thomas – Dachsberg – Die Fahrpläne finden Sie hier.

Eineinhalb Stunden Fahrt

Ärger bereitet Karer weiterhin die verlängerte Fahrtzeit. "Etwa Schüler von Neukirchen oder Kallham: Diese sind eineinhalb Stunden mit Wartezeit unterwegs. Sie müssen zur Lilo gebracht werden, danach von der Lilo wieder ein Bus nach Dachsberg." Der Schulleiter hat deshalb auch eine Befragung bei den Eltern, deren Kinder die Lilo nutzen, durchgeführt. Ergebnis: Von diesen rund 100 Kindern wird ein Drittel dreimal pro Woche von den Eltern zur Schule gefahren. 20 Prozent dieser 30 Schüler sogar täglich. "Bei uns ist der Unmut in erster Linie deswegen da, da um jeden Preis versucht wird, die Lilo einzubinden. Das Problem ist: Die Lilo fährt bei uns nicht vorbei. Bei den Verstärkerbussen hat sich etwas getan, aber das große Problem heißt noch immer Lilo", so Karer.

Schule nicht an Verkehrsader

Er habe sich zu dieser Sache bereits vorwerfen lassen müssen, die Schule sei abseits der Verkehrsströme gebaut. "Unsere Schule gibt es heuer hundert Jahre. So etwas finde ich zynisch. Ich bin auch für die öffentliche Verkehrsnutzung, auch aus ökologischen Gründen. Aber dies hier bewirkt einfach das Gegenteil: Wenn der öffentliche Verkehr nicht zu meinen Bedürfnissen passt, werde ich ihn nicht verwenden. So wird die Schülerfahrt doppelt bezahlt – einmal vom Familienlastenausgleichsfonds und einmal von den Eltern, die selbst fahren." Aber, ein Lichtblick: Karer hat vor Redaktionsschluss eine Rückmeldung von den Verantwortlichen der Verkehrsplanung erhalten: Sie werden sich um eine Verbesserung bemühen.

Corona und Busfahrten

Laut Verordnung der Bundesministeriums (Stand 22.09.20) muss ein Abstand von mindestens einem Meter gegenüber Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, eingehalten werden. Dies wird auch für den öffentlichen Raum empfohlen. Ausnahme gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln, wenn die Anzahl der Fahrgäste es nicht zulässt, dass einem Meter Abstand gehalten werden kann. Ein Muss für alle Öffis bleibt weiterhin der Mund-Nasen-Schutz für alle Fahrgäste. 

Die Verkehrsunternehmen reinigen die Busse und Bahnen noch gründlicher als zuvor. "Dabei konzentrieren sie sich natürlich auch intensiv auf die Bereiche und Gegenstände, mit denen die Fahrgäste häufig in Berührung kommen (z.B. Haltegriffe, Sitzplätze)", so OÖVV-Sprecher Wimmer.

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