"Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt"

"Ich wollte mir in Antibes selber beweisen, dass es mit der Kraft der inneren Stärke möglich ist, fast jedes Ziel zu erreichen."
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  • "Ich wollte mir in Antibes selber beweisen, dass es mit der Kraft der inneren Stärke möglich ist, fast jedes Ziel zu erreichen."
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  • hochgeladen von Thomas Streif

HAAG AM HAUSRUCK. Wenn es den Vorwurf "normal" zu sein überhaupt gibt, dann trifft dieser auf einen ganz gewiss nicht zu: Richard Barker. Der 50-Jährige aus Haag am Hausruck ist Ultraläufer und läuft Strecken, die andere nicht einmal annähernd mit dem Rad schaffen. "Begonnen habe ich mit 16 Jahren und mit 18 bin ich in London meinen ersten Marathon gelaufen", blickt der gebürtige Brite, den es 1989 der Liebe wegen nach Österreich verschlug, zurück.

Marathon in 5400 Meter Höhe
Bei Dutzenden Marathons ging Barker an den Start. Den außergewöhnlichsten absolvierte er in einer Höhe von 5400 (!) Meter. Drei Wochen lang war Barker in Tibet, um sich an die Höhenluft und die extremen Bedingungen zu gewöhnen. Rund acht Stunden benötigte der Extremsportler für den härtesten und höchstgelegenen Marathon der Welt - sein letzter. Nach und nach nahm der Bankangestellte bei immer mehr Ultraläufen teil.

Extreme an der Côte d’Azur
Im Sommer folgte dann der vorläufige Höhepunkt seiner Karriere. Beim Ultralauf "6 jours d'Antibes" im schicken Urlaubsort Antibes an der Côte d’Azur lief der sympathische Haager in sechs Tagen und sechs Nächten insgesamt 430,7 Kilometer auf einem nur 1,025 Kilometer langen Rundparcours. Runde für Runde lief Barker seinem großen Ziel, die Distanz von zehn Marathons zu schaffen, entgegen. Mit Erfolg - 430,7 Kilometer standen im Ziel auf der Habenseite des Ultraläufers. "Ich habe das Ziel im Kopf gehabt, weil den Erfolg muss man planen."

Vierwöchige Auszeit nach 430 gelaufenen Kilometern
"Ganz besonders war der Umgang der Sportler untereinander. Man unterstützt sich moralisch. Das gibt viel Kraft", so der Extremsportler, der bereits einen Tag später wieder nach Österreich zurückflog. Nach dem härtesten Lauf seines Lebens habe er eine vierwöchige Auszeit gebraucht. "Ich spürte, dass ich komplett leer war. Aber der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt." Der Sieger von Antibes schaffte übrigens unfassbare 881 Kilometer und hält damit die Weltjahresbestleistung.

"Schöpfe Kraft für den Alltag"
Warum tut ein zweifacher Familienvater sich so etwas an? "Laufen ist seit vielen Jahren ein fixer Bestandteil meines Lebens und dort schöpfe ich die Kraft für den Alltag." Es müsse ja nicht jede Woche ein Ultralauf sein. Ein bis zwei Stunden läuft Barker durchschnittlich pro Tag. Am Wochenende stehen längere Distanzen zwischen 30 und 40 Kilometer auf dem Programm. Im Hausruckwald, wo Barker nicht nur trainiert, sondern auch mit seiner Frau ausgedehnte Spaziergänge unternimmt, entstehen bereits die nächsten Pläne für einen Ultralauf. Im Frühsommer könnte es wieder so weit sein: "Gut möglich, dass ich bei einem Sechs-Tage-Lauf am Plattensee mitlaufe." Auf die Frage, wie seine Familie zu seiner großen Leidenschaft stehe, antwortet Barker: "Meine Frau und auch die Kinder stehen voll hinter mir. Dafür bin ich sehr dankbar, denn sonst wäre das undenkbar."

Barker läuft und läuft und ...
Ans Aufhören verschwendet Barker keine Gedanken. "Ich laufe seit 34 Jahren und bin bisher zum Glück von gröberen Verletzungen verschont geblieben. Ich hoffe, das bleibt so. Auch für junge Sportler hat der routinierte Extremsportler einen ganz besonderen Tipp: "Jeder, der durch seine Träume motiviert ist und diszipliniert an seinen Zielen arbeitet, wird diese in den meisten Fällen auch erreichen."

Autor:

Thomas Streif aus Ried

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