43 Beschäftigte
Weitzer-Parkettwerk in Güssing baut ein Drittel des Personals ab
- Noch sind im Weitzer-Parkettwerk in Güssing 145 Personen beschäftigt. Die Belegschaft wird aber um rund ein Drittel verringert.
- Foto: Weitzer Parkett
- hochgeladen von Martin Wurglits
Das Parkettwerk Weitzer in Güssing ist wirtschaftlich auf Abwärtskurs geraten. Die Produktion wurde um rund ein Drittel zurückgefahren, rund ein Drittel der Belegschaft muss noch vor Weihnachten gehen.
Parkett-Nachfrage eingebrochen
Konkret sind es 43 der 145 Beschäftigten, von denen sich Weitzer trennt. Grund sei die massiv eingebrochene Nachfrage nach Parkettdielen, wie Geschäftsführer Josef Stoppacher erklärt. "Bis ins zweite Quartal 2022 herrschte hohe Nachfrage, die Lager unserer Kunden haben sich gefüllt. Dann hat die Abwärtsbewegung im Bau begonnen. Die Kosten für den Hausbau sind gestiegen, durch die neuen Richtlinien für Immobilienkredite können sich viele Private einen Hausbau nicht mehr leisten."
Vor allem der Privatsektor
Im Werk in Güssing wirkt sich das besonders aus, denn hier werden vor allem Dielen für private Kunden gefertigt. "In den letzten Jahren haben viele Menschen massiv ins Eigenheim investiert, das passiert jetzt in diesem Ausmaß nicht mehr", so Stoppacher. Die aufbrechende Immobilienblase in China spürt man in Güssing ebenfalls, denn hier wird auch für den asiatischen Markt produziert. Die Exporte sind eingebrochen.
Weitzer habe reagieren müssen, sagt Stoppacher. Die Produktion wurde um etwa ein Drittel zurückgefahren, die Schichten wurden reduziert. Auf dem Personalsektor wurde ab dem Sommer in einem ersten Schritt kein Leihpersonal - in Spitzenzeiten arbeiteten bis zu 25 Leihkräfte im Werk - mehr beschäftigt.
"Schmerzt menschlich"
Nun folgen die Einschnitte beim Stammpersonal. Diesen Mittwoch wurde die Belegschaft informiert, dass von 145 Mitarbeitern nur noch 102 übrigbleiben. "Uns schmerzt das menschlich zutiefst", versichert Stoppacher. "Wir haben eine gute, stabile Mannschaft, die sehr gute Qualität liefert." Sollte es zu einem späteren Zeitpunkt wieder Licht am Ende des Tunnels geben und man die Produktion wieder aufstocken, wolle man nun gekündigte Mitarbeiter möglichst wieder zurückholen.
Auch andere Standorte betroffen
Güssing ist übrigens nicht der einzige Weitzer-Standort, der von Kündigungen betroffen ist. Auch im Stammwerk in Weiz und in Turopolje (Kroatien) wird laut Stoppacher der Personalstand verringert. Es werde aber keine Verlagerung von Produktionsteilen nach Kroatien geben.
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