Theaterkritik
Märchenhaftes Theaterstück begeistert mit Mut und Spannung
- Lebendige Charaktere und märchenhafte Kulissen: Ein Ausschnitt aus „Der Meisterdieb“.
- Foto: Samuel Pfohl
- hochgeladen von Michael Kendlbacher
In „Der Meisterdieb“ treffen Spannung, Humor und große Emotionen auf liebevoll gestaltete Bühnenmomente.
Die Story selbst, pardon, das Märchen, stammt von Priska Zimmermann; als Vorlage dient die Geschichte der Gebrüder Grimm. Ein nahezu unüberschaubares Team an fachlich kundigen und/oder hilfsbereiten Geistern der Kolpingvereinigung Hall unterstützt die Regie Priska Zimmermanns bzw. ihre Assistentin Veronika Feierl und ermöglicht so die Umsetzung einer zweiaktigen Märchenvorstellung mit rund 16 Szenen und 17 (!) Laiendarsteller:innen (neun Damen, sechs Herren) plus sieben kleinen Darstellerinnen und Darsteller als „die Krabben“ (Choreografie: Carolin Margreiter). Ein gemalter Bühnenvorhang mit Waldszene, ein mittelalterlicher Hauptplatz mit deutlicher Ähnlichkeit zu Haller Bürgerhäusern, ein Kirchplatz etc. bilden den Rahmen für die folgende Handlung: In einem beschaulichen Ort wird ein alter Herr unschuldig wegen Diebstahls an den Pranger gestellt. Niemand außer einem mysteriösen Fremden will dessen Unschuld beweisen. Dieser wettet mit Lord Lothar um das Leben des Verdächtigen wie auch um sein eigenes, dass er es schafft, dessen scheinbar unlösbare Aufgaben zu meistern. Am Ende siegen Mut und Gerechtigkeit über Hochmut und Engstirnigkeit. In eineinhalb Stunden, die – unterbrochen von einer kurzen Pause – im Flug vergehen, präsentiert sich ein spannendes Spiel, das neben Action und Belehrung auch eine bezaubernde Abfolge wunderschöner Bühnenbilder und beherzt gespielter Szenen bietet.
Paul Costa, quasi Urgestein der Kolpingbühne, mimt sympathisch und routiniert den bedauernswerten Beschuldigten Innozenz. Maja Senn ist eine entzückende junge Dame Goldrun. Mario Walkam verleiht dem Herold des Adeligen Pathos. David Erhart glänzt als eitler, selbstverliebter Lothar (Assoziationen zu einem US-Präsidenten drängen sich auf).
Katharina Staud gibt der Figur Lady Richenza souverän Statur und Würde.
Katrin Gostner, Julia Dobay und Sabine Aichholzer überzeugen vom Anfang bis zum Ende als Klatschmäuler (heute würde man sagen: Fake-News-Verbreiter). Dann gibt es noch Jakob Mitterhauser als Celestino, Hannah Troger als gesprächige, hübsche Silvana, Johanna Margreiter gefällig als Wanja, Gregor Gostner nachvollziehbar als großmäuliger, aber wankelmütiger Wacheboss Horst, Andreas Schilcher als Hagen, Martin Posch als Hugo, Helena Messner als Helga, und komödiantisch lebendig: Peter Höfler als Kevin, der zu jeder Gelegenheit aus einem schier unerschöpflichen Shakespeare-Zitatenpool schöpft.
Doch nun noch zu dem geheimnisvollen Meisterdieb, Magdalena Margreiter verwirklicht in ihrer Hosenrolle mit lebhaftem und eloquentem Spiel auch die vom jungen Publikum hörbar favorisierte Figur, die auch einen Namen trägt, der sich den bisherigen Besuchern offenbarte, dem künftigen Publikum nicht verraten wird. Dazu gibt`s Gelegenheit bis zum 21. Dezember. Die entzückende Krabbenschar, die einmalig schönen und phantasiereichen Bühnenbilder (Franz Kronberger, Arch. Seelos) , eine wirksame Lichtregie und eine reibungslose Produktionsleitung (Barbara Kanz) demonstrieren wieder, was ein Team mit dem großen personelle Hintergrund, worüber Kolpingtheater verfügt, erfolgreich Ideen in die Tat umsetzen kann. Ein Stück, das nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsenen Freude und Aha – Erlebnisse vermitteln kann.
Eine Theaterkritik von
Peter Teyml
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