06.11.2017, 00:00 Uhr

Auch Gespenster sind Menschen

Rustikaler Schwank der Dorfbühne Baumkirchen (Foto: Dorfbühne Baumkirchen)

Vom Schmunzeln bis zum Schenkelklopfen: gelungene Aufführung von
„Gespenstermacher“ der Dorfbühne Baumkirchen
Theaterbesprechung von Peter Teyml

BAUMKIRCHEN. Nun, Halloween, Allerseelen & Co. waren ja erst, da passt das angesagte Thema quasi saisonmäßig. Ralph Wallner ist der Autor des „lustig-makabren Schwanks“, Spielleiterin Monika Kecht (Assistenz Sabine Huber) hat das Stück auf hiesige Örtlichkeiten adaptiert und mit dem achtköpfigen Laienensemble drei sauber geschnittene Akte ohne Reibungsverluste verwirklicht.
Zum Stück: Zwei Totengräber erfahren per Verordnung, dass sie kein Pauschalgehalt mehr erhalten, sondern nur mehr pro Begräbnis bezahlt werden, was in der kleinen Gemeinde bedeutet, dass sie finanziell am Ende wären. So liegt der Gedanke nicht mehr fern, dem Sterben einiger Menschen nachzuhelfen. Eine im Gasthaus der Wirtin Rosa gefundene Flasche mit Gift und ein Fluch der alten Dorfnärrin & Wahrsagerin Philomena vermögen, dass zuerst die Wirtin und dann die verwitwete Großbäuerin Vevi das Zeitliche segnen, aber als „Untote“ nur den schuldbewussten Totengräbern sichtbar bleiben.
Schuster Jackl entgeht einem weiteren Anschlag, Knecht Leo erbt unverhofft und lernt die Liebe seines Lebens kennen. Doch die Gestorbenen erfahren auch in ihrer jenseitigen Gestalt alle Leiden und Freuden der Lebenden.
Otti Kirchmair kann wieder als Dorfnärrin ihre komödiantische Ader ausleben, Annemarie Troppmair vermag als Bäuerin herrlich geschmalzene Unfreundlichkeiten aufzutischen, Marina Jenewein kann die Figur der Wirtin glaubwürdig umsetzen, Reinhold Huber und Martin Hornsteiner sind in ihrer Gier ein kongruentes Paar. Franco Liedoll leiht der Figur des ehefeindlichen Jackl seine massige Erscheinung. Die Neuzugänge der Bühne, Birgit Jenewein, charmant & natürlich. Benjamin Schuler als Knecht Leo und verliebter Jungmann, liefern eine schon beachtlich sichere Debutleistung.
Wenn jemand bei solchen Schwänken die feine Klinge erwartet, wird enttäuscht sein, hier herrschen nicht immer jugendfreie verbale Rustikalitäten. Der voll gefüllte Saal weiß dies zu würdigen und mit öfterem Szenenapplaus zu belohnen.
Gespielt wird bis zum 18.November.
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