07.04.2017, 12:44 Uhr

Ausstellung von ANDREA HOLZINGER

Künstlerin Andrea Holzinger, Kuratorin Julia Sparber-Ablinger und Andreas Ablinger von der Münze Hall Alle Fotos: Gerhard Berger
Hall in Tirol: Burg Hasegg | Eröffnung am Donnerstag, 6. April 2017 / 19 Uhr
MUSEUM MÜNZE HALL / BURG HASEGG
Andrea Holzinger ist eine Erzählerin, die mit kompositorischen Mitteln der Malerei raffinierte Spiele spielt. Holzingers Werk ist geprägt vom gelernten Handwerk und einem fotografischen Blick, der Schärfe mit Diffusion verbindet. Ihre Ausstellung ist ihr persönlicher Kontext zu erlebten Erfahrungen aus frühester Kindheit, verwoben mit beobachteten Momenten der Jetztzeit.
Die Ausstellung ist bis 21. Mai 2017 zu sehen.
Öffnungszeiten: Di – So 10 bis 17 Uhr. Letzter Einlass: 16 Uhr
www.muenze-hall.at | www.kunst-konzepte.at

Seit ihrem 15. Lebensjahr ist das Malen Andrea Holzingers Lebensmittelpunkt. Ihr beachtliches Oeuvre lässt sich nicht konkret einordnen, bewegt sich thematisch zwischen Kindheit und Spiel. Sie zeigt in ihren Bildern einen ganz persönlichen, lebendigen Erfahrungsraum, gespeist aus Erinnerungen und aktuellen Alltags- und Zufallsquellen. Eine narrative Haltung, die sich in frischen, bunten Bildern ausdrückt. Aber auch ihr intuitiver, auf Emotionen beruhender Zugang, bestimmen ihre Malerei. Freilich ist Intuition ohne prinzipielle Konzeption nicht möglich. Holzinger ist eine Erzählerin, die mit kompositorischen Mitteln wie exzentrischen Fotovorlagen, asiatischen Comics, aber auch Formen und Mustern, raffinierte Spiele spielt. Holzingers Werk ist geprägt vom gelernten Handwerk, erprobten, malerischen Qualitäten und einem fotografischen Blick, der Schärfe mit Diffusion verbindet. Bemerkenswert ist auch ihr instinktives Zeitgefühl, das als gekonnter Mix aus Vergangenheit mit Gegenwart daherkommt. Aktuelle Tendenzen sind ebenso herauszulesen wie ihr persönlicher Kontext zu erlebten Erfahrungen aus frühester Kindheit, verwoben mit beobachteten Momenten der Jetztzeit. Diese breiten Zeitspannen kumulieren in Andrea Holzingers Bildern - in Harz-Ölfarben auf Leinwand oder Papier. Leuchtende Schichten voller Mut und Tatkraft. "Malen ist ein Abenteuer, das mich zur Vielfalt streben lässt." Eine intuitive Kopfarbeit mit Hand und Fuß.

Andrea Holzingers aktuelle Arbeiten erkunden die elementare und zerbrechliche Welt der Kindheit. Es werden kindliche Zufluchtsräume zu einem Narrativ verbunden. Geschichten der Entfremdung, des Verlustes, der Einsamkeit, Unschuld und Armut erzählt. Die Bilder laden den Betrachter ein, eine Scheinatmosphäre zu erschaffen, einzutauchen in die Verzauberung einfacher Objekte und Aktivitäten – in die Welt des Spiels und des Spielens.
Das Bewusstsein, in einer Tradition zu leben, sich aber nicht von ihr festketten zu lassen, herrscht in all ihren neuen Arbeiten vor: Andrea Holzingers Bilder loten die Grenzen zwischen verschiedenen Wirklichkeiten aus – die der persönlichen, der ersonnenen, der mystischen und der außergewöhnlichen. Was in und um uns erscheint, schafft Bedeutung für die Gegenwart und die Wirklichkeit, in der wir leben. Realität tritt freud-, aber auch leidvoll in Erscheinung.
Die Dynamik des Hinter- und Vordergrunds in den Arbeiten von Andrea Holzinger suggeriert eine Landschaft oder eine Kulisse, die die Vieldeutigkeit zwischen abstrakten und figurativen Elementen und Formen hervorbringt. Eine visuelle Verlagerung, die von der inneren Stimme, Vision und Erinnerung der Künstlerin erzählt.

Andrea Holzinger
1963 in Innsbruck geboren, lebt und arbeitet in Arzl bei Innsbruck
1987 Hochschule für Angewandte Kunst Wien, Meisterklasse Prof. Oswald Oberhuber
1990 Hochschule für Angewandte Kunst Wien, Prof. Ernst Caramelle
1990 Diplom

Preise und Auszeichnungen:
1996 25. Grafikwettbewerb – Auslandsstipendium Franz. Kulturinstitut, Paris
2000 Preis der Stadt Innsbruck für Malerei
2004 Paul-Flora-Preis, Innsbruck
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