23.09.2014, 00:00 Uhr

Aus Wald wird Neu

Viel Interessantes gab es am Tag der offenen Tür im Leimholzwerk Hermagor zu sehen

Zahlreiche Gailtaler Interessierte aller Altersgruppen nutzten kürzlich die Gelegenheit, die betrieblichen Abläufe in einem modernen Holzbaubetrieb „live“ zu beobachten.

Einer der insgesamt sieben internationalen Standorte der Unternehmensgruppe Hasslacher Norica Timber ist die „Hasslacher Holzbausysteme GmbH“ in Hermagor. Seit 2011 werden dort, wie zuvor schon jahrzehntelang von Buchacher, Brettschichtholz-Sonderbauteile produziert (umgangssprachlich „Leimbinder“), wie sie für verschiedenste Aufgabenstellungen im Hochbau (Sport- und Lagerhallen, Supermarkt-Gebäude, Veranstaltungs-Pojekte, Wellness-Anlagen, Wohnhäuser usw.), aber auch beispielsweise für Rad-, Fussgänger- oder Schibrücken etc., eingesetzt werden. Rohstoff-Lieferant für alle Produkte des Unternehmens ist stets der Wald. Daraus entstand auch der faszinierende Leitsatz "Aus Wald wird Neu".

Architektonische Aufgaben
Leimholz-Sonderbauteile aus dem Werk Hermagor sind so individuell wie die grenzenlosen architektonischen Aufgabenstellungen im modernen Holzbau. Daher finden sie ihre Käufer in ganz Europa. Doch kein Projekt gleicht dem anderen. Die wesentlichen Parameter im Baugeschehen werden durch architektonische Form, Projektgrösse, Spannweite, Trägerabstand, Dachneigung, Schneelasten, Wind- und Erdbeben-Beiwerte usw. vorgegeben. Die erforderlichen Dimensionierungen werden von entsprechend kompetenten und erfahrenen Statikern ermittelt und fixiert.

Arbeitsvorbereitung
Ist ein Auftrag „an Land gezogen“ und der Vertrag mit Preis und Liefertermin bestätigt, geht’s an die Arbeitsvorbereitung. Die Werkplanung durch firmeneigene Techniker für die Produktion der einzelnen Bauteile kann nun beginnen. Während der Kunde oder sein Architekt die Werkpläne nochmals prüft und zur Produktion freigibt, werden firmen-intern bereits die entsprechenden Rohmaterialien (Holz, Leim, Stahlteile, Befestigungsmaterialien etc) besogt bzw. vorbereitet. Parallel dazu kümmert sich die Logistik-Abteilung schon um die erforderlichen Spezial-LKW für die bis zu 40m langen, vielfach auch gekrümmten Bauteile und Sonderformen. Dass im Zuge dieser Vorbereitungen auch die verschiedenen nationalen Sondergenehmigungen und sonstigen Vorschriften entsprechend zu berücksichtigen sind, versteht sich von selbst.

Produktion
Die auffallenden Längen des Leimholzwerkes direkt neben der B111 in Hermagor liegen in der Tatsache begründet, dass eben Bauteile bis zu 40m Einzellänge produziert werden. Ausgangsbasis sind immer entsprechend dimensionierte und passend getrocknete Bretter (meist Fichte), die in speziellen Maschinen längenmässig miteinander verbunden werden, bis die Planlängen erreicht sind. Die so vorbereiteten „Lamellen“ werden anschliessend mittels geeigneter Press-Vorrichtungen auf die statisch erforderlichen Trägerhöhen übereinandergestapelt und verpresst. Im Zuge dieses Arbeitsschrittes wird klarerweise auch in jeder Fuge die notwendige Menge an Flüssig-Leim eingebracht. Je nach Trägerform und Dimension werden nach mehreren Stunden – spätestens am nächsten Tag – die Pressen wieder geöffnet, um die Träger-Rohlinge herauszuheben und sie an die nachfolgende maschinelle Bearbeitung (Hobeln, CNC-Zuschnitte etc) weiterzugeben.
Dann wird verladen und der Transport quer durch Europa auf die Baustellen der Kunden kann beginnen.




Zahlen und Fakten:

Produktionsmenge im Leimholzwerk Hermagor:
ca 15.000 m3 pro Jahr, das entspricht einer Menge von
ca 21.000 m3 Bretter (ca 420 Sattelzüge).

Umsatzgrösse ca 10 Mio Euro
Mitarbeiter in Hermagor: ca 50

Absatzmärkte sind die Länder Europas

Geschäftsführer: Georg Dürregger
Betriebsleiter: Markus Jereb
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