01.10.2014, 00:00 Uhr

Wirtschaftskammer-Informationen

Referenten der Wirtschaftskammer Kärnten informierten kürzlich in Hermagor über zwei interessante Themen

EU kennt keine Grenzen
Unter dem Titel „Ihr Markt ist grösser als Sie denken“ informierte Alessia Sasina von der Aussenwirtschafts-Abteilung über die vielen Förderungsmöglichkeiten der Wirtschaftskammer bei einem geplanten Markt-Einstieg im Ausland, insbesondere in unseren EU-Nachbarstaaten. „Es zahlt sich jedenfalls aus, über den Tellerrand hinauszuschauen, wenn es um Produkte geht, für die man auch im Ausland gute Markt-Chancen vermutet“, so die Referentin.

Barrierefreie Zukunft
Im zweiten Referat des Abends erklärte Spartengeschäftsführer Wolfgang Dörfler den aktuellen Stand der Entwicklungen zum Thema „Barrierefreie Zukunft“.
Wie bekannt, schreibt die Österreichische Bundesverfassung vor, dass niemand aufgrund seiner Behinderung benachteiligt werden darf. Damit soll Menschen mit Behinderungen eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft ermöglicht werden. Unternehmer sind bereits seit 2006 aufgrund des Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes verpflichtet dafür Sorge zu tragen, dass alle für den Kundenverkehr bestimmten Bereiche barrierefrei sind. Die Umstellungs-Frist endet spätestens am 31.12.2015.
Interessant, und daher ein wenig emotionsgeladen, war die anschliessende Diskussion unter den Besuchern, weil es – nach den Erklärungen des Referenten – eine etwas „schwammige Gesetzeskonstruktion“ ist. So gibt es z.B. keinerlei Kontroll-Instrumente, die die Einhaltung des Gesetzes regeln. Im Gegenteil, Behinderte, die sich durch eine Barriere diskriminiert fühlen, müssen ihre Schadenersatzforderungen auf eigenes Kostenrisiko zivilrechtlich stellen. Eine Klage kann allerdings erst eingebracht werden, wenn ein vorheriges Schlichtungsverfahren ergebnislos durchgeführt wurde.
Darüberhinaus kann der geklagte Betrieb im Falle einer Klage sogar einwenden, dass die Beseitigung von Barrieren für ihn wirtschaftlich nicht zumutbar ist.
Jedenfalls wird auch nach Ablauf der Nachfrist 31.Dezember 2015 für ausreichend Gesprächsstoff gesort sein.

Jungunternehmer
Im Rahmen der Veranstaltung wurde von WK-Obmann Hannes Kandolf und Geschäftsstellenleiter Werner Plasounig ein Gailtaler Unternehmer offiziell als neues Kammermitglied begrüsst: Der junge Reisacher IT-Fachmann Markus Zametter konzentriert sich insbesondere auf die Bereiche Webdesign und Internet-Marketing. Durch die neuen Medien sieht Zametter interessante Chancen für Klein- und Mittelbetriebe, effektiv auf ihre Dienstleistungen und Produkte aufmerksam zu machen.
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