Spardruck im Bezirk
Geldnot lähmt Kommunen, wichtige Projekte liegen auf Eis
- Eine Sanierung des Schlossgartens in Nußdorf ob der Traisen ist nicht möglich.
- Foto: Walter Pernikl
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Gemeinden im Bezirk stehen unter Druck, es fehlt das Geld. MeinBezirk hat nachgefragt, wo gespart werden muss.
HERZOGENBURG/TRAISMAUER. Gibt man mehr Geld aus als man verdient, dann wird es mit der Zeit richtig knapp. Ein Dilemma, vor dem aktuell auch die Gemeinden im Bezirk St. Pölten stehen. Schon längst können mit den Einnahmen die zahlreichen Gemeindeausgaben nicht mehr gedeckt werden. Im EU-Vergleich zählen Österreichs Kommunen sogar zu den finanzschwächeren, wie eine aktuelle Studie des KDZ-Zentrum für Verwaltungsforschung zeigt.
Infrastruktur bleibt Priorität
Viel Spielraum haben die Bürgermeister also nicht. So manches Projekt muss verschoben werden. Der Spardruck ist groß. Auch in Nußdorf ist die finanzielle Lage etwas prekär. Bürgermeister Patric Pipp (ÖVP) meint, dass seine Gemeinde dank einiger "Vorzeigeunternehmen" gut dastehe, er erwähnte aber auch im Interview mit "MeinBezirk", dass die gestiegenen Ausgaben von der Lohnkostensteigerung und das Umlagensystem die Gemeinde vor finanzielle Herausforderungen stellt.
- Nußdorfs Bürgermeister Patric Pipp sieht das Umlagensystem als Herausforderung für seine Gemeinde.
- Foto: Philipp Monihart
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In Nußdorf wären für diese Periode das Schlosskeller- und Schlossgartenprojekt geplant gewesen, wofür es auch bereits einen fertigen Plan inklusive Kostenaufstellung gibt. "Dieses Vorhaben ist derzeit aus finanziellen Gründen nicht möglich", meint Pipp. Er ergänzt jedoch, dass diese Infrastruktur in der Gemeinde dringend modernisiert werden müsse: "Für mich gilt die Devise 'einmal gescheit statt immer wieder stückweise.'" Auch der Kindergartenbus wird in Nußdorf auf neue Beine gestellt. Dem Bürgermeister ist es wichtig, diesen zu erhalten.
Weniger Geld für Infrastruktur
In Wölbling sieht die Finanzlage ebenfalls sehr angespannt aus, wie der Bürgermeister der Gemeinde Peter Hießberger (ÖVP) im Interview mit "MeinBezirk" erklärt: "Im Jahr 2030 wird in Wölbling voraussichtlich nur noch etwa die Hälfte der Nettoertragsanteile zur Verfügung stehen wie noch im Jahr 2020." Einige Projekte, wie eine komplette Innen- und Außensanierung des Gemeindeamts oder eine Erneuerung des Schulgebäudes der Volksschule, wurden durch die finanzielle Situation nicht in Angriff genommen.
- Herzogenburgs Vizebürgermeister Richard Waringer (SPÖ) blickt trotz finanziellen Schwierigkeiten optimistisch in die Zukunft.
- Foto: Theresia Janisch
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Richard Waringer (SPÖ), Vizebürgermeister der Stadtgemeinde Herzogenburg, führt die angespannte finanzielle Lage ebenfalls auf die fehlenden Nettoertragsanteile zurück. Bei sinkenden oder stagnierenden Gemeindeeinnahmen sieht Waringer die Gemeinde gezwungen zu handeln: "Wir mussten die Öffnungszeiten des Jugendzentrums reduzieren, es gibt weniger Bedienstete beim Anrufsammeltaxi und die Gemeindepolitiker haben ihre Bezüge minimiert." Trotz der schwierigen finanziellen Lage blickt der Vizebürgermeister positiv in die Zukunft: "Man ist politisch aktiv, um Zukunftsoptimismus zu versprühen. Nach der Talfahrt kommt wieder eine Bergfahrt."
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