14.09.2014, 18:33 Uhr

Nun wieder Kehrtwende bei Sportplatz-Beauftragung -

Wieder Kehrtwende in Sportplatzdiskussion: Keine Auftragsvergaben bei nächsten Gemeindesitzungen (Foto: Ralf Schwejcar)

Keine Auftragsvergabe im nächsten Gemeinderat bzw. Beirat der TKG. ----

Erst Ende Juni wurden die Generalunternehmerleistungen für den neuen Sportplatz in Traismauer ausgeschrieben. Und diese Ausschreibung brachte ja einige Überraschungen ans Licht: Es ging damals nicht mehr (nur) um den Neubau der beiden in die Jahre gekommenen Spielfelder und eines neuen Klubhauses, wie es im Gemeinderat im Dezember 2013 ursprünglich beschlossen wurde, sondern um weit mehr als diese ursprünglich vom Gemeinderat beschlossenen Punkte. Inhalte der von der Bürgerliste MIT im Juni erstmals aufgedeckten und aufgrund ihres Umfanges auch kritisierten Ausschreibung mit einem Umfang von mehr als 260 Seiten waren etwa ein Trainingsfeld mit Kunstrasen und mit Flutlichtanlage, eine vollautomatische Bewässerungsanlage, eine neue Tribüne beim neuen Klubhaus mit 152 Sitzplätzen und weiteren Stehplätzen, eine 3 mal 1,4 Meter große, elektronisch per Funk steuerbare Spielstandsanzeigetafel, eine Beschallungsanlage mit Außenlautsprecher, eine automatische Toranlage und viele weitere kleinere Ausschreibungspunkte.

Die von Bürgermeister Pfeffer beabsichtigten und angekündigten Auftragsvergaben zum Thema Sportplatz wurden nun auch von der Tagesordnung des Stadtrates in der nächsten Woche genommen und werden auch nicht in der Beiratssitzung der Traismauer Kommunal GmbH (TKG) am nächsten Mittwoch beschlossen werden. Der Beirat wird lediglich über den Sportplatz "beraten", jedoch keine Auftragsvergaben beschließen. Der Grund dafür ist leider ein sehr banaler: Die Finanzierung dieses Projektes ist in keinster Weise gesichert, die TKG in der notwendigen Höhe der Auftragsvergaben auch nicht kreditfähig (mangels notwendiger Kreditsicherheiten).

"Selbst nach dem neuerlichen Schwenk in Sachen weg von den hochtrabenden Vorstellungen einer neuen Stadtsportanlage aufgrund der im Juli durchgeführten Ausschreibung wieder zurück zu einer abgespeckten Variante mit zwei Rasenfeldern (so steht mittlerweile fest, dass sich unsere Stadtgemeinde die Kunstrasenvariante nicht leisten kann) stellt sich nun in letzter Sekunde heraus, dass die Verantwortlichen die Finanzierung auch dieser reduzierten Pläne bislang in keinster Weise sichergestellt haben - und dies, obwohl Bürgermeister Pfeffer den Baubeginn bereits für das erste Halbjahr 2014 (!) versprochen hat. Als die Bürgerliste MIT die Frage der Finanzierung in der Gemeinderatsdebatte zuletzt im Dezember 2013 kritisch hinterfragt hat, wurde von Bürgermeister Pfeffer und Stadtrat Gorth wörtlich noch von maximal 700.000 Euro an notwendigen Investitionskosten gesprochen. Das Protokoll der Angebotsöffnung nach der Ausschreibung der Arbeiten für die Sportanlage am 04. August belegt nun aber eindeutig, dass nach Herausrechnung der Arbeiten für den sogenannten Funcourt selbst das günstigste Offert für den Sportplatz und das neue Klubhaus noch exakt 2.375.394,55 Euro, also fast 2,4 Millionen Euro (!), ausmacht. Auch die nun abgespeckte Variante mit der Anlage von zwei Rasenfeldern wird die Traismaurer Bürgerinnen und Bürger mindestens 1,6 Millionen Euro kosten. Faktum ist, dass sich unsere Stadtgemeinde Traismauer dieses Projekt derzeit einfach nicht leisten kann. Es ist peinlich, dass man in dieser Sache seit nunmehr drei Jahren nur Luftblasen produziert und dieses Thema nun einmal mehr von der Tagesordnung abgesetzt wird! Diese peinliche Posse ist den Spielern und Funktionären des SC Traismauer eigentlich nicht mehr zumutbar", erklärt dazu Bürgerlisten-Stadtrat Lukas Leitner.

Ztl.: Aus möglicher Kostenneutralität wurde Millionengrab.

Dieses Chaos rund um die fehlende Finanzierung belegt nach Ansicht der Bürgerliste MIT einmal mehr den großen Nachteil der Entscheidung, den neuen Sportplatz am alten Areal zu realisieren: "Dieser Beschluss wird unsere Gemeinde nun nicht nur um einiges mehr belasten als eine Neubauvariante an einem neuen Standort, da ja keinerlei Gegenfinanzierung mit bestehenden Grundstücken möglich ist, nicht einmal zu einem Bruchteil der Kosten. Ursprünglich hätte man dieses Projekt an einem neuen Standort mit der Gegenfinanzierung der bestehenden Grundstücke de facto kostenneutral umsetzen können. In der öffentlichen Gemeinderatsdebatte im Dezember 2013 sprachen Stadtrat Herbert Gorth und Bürgermeister Herbert Pfeffer dann von maximal 700.000 Euro an effektiven Investitionskosten, die das Projekt am alten Standort kosten werde. Faktum ist jedoch, dass die nun Ende September zur Beschlussfassung anstehenden Leistungen inklusive der bereits geleisteten Kosten für diverse Gutachten und der völlig ausgeuferten Ausschreibung in Höhe von rund 135.000 Euro nach Ansicht von uns befasster Experten dem Traismaurer Steuerzahler wohl mehr als das Doppelte, also mindestens 1,5 Millionen Euro kosten werden! Nun stellt sich sogar heraus, dass dieses Projekt de facto alleine nicht zu stemmen ist und mangels Finanzierung gar nicht beschlossen werden kann. Unsere Kritik vom Dezember 2013 hat sich leider als völlig richtig herausgestellt: Damals wurde von Bürgermeister Pfeffer leider die wirtschaftlich ungünstigte Variante gewählt, die sauren Früchte ernten wir nun leider umso dramatischer!", so Leitner weiter.

Ztl.: "Rohbau wäre bereits finanziert bzw. könnte bereits stehen!"

Leider steht mitterweile auch fest, dass für dieses Projekt bereits im Vorfeld dieser Auftragsvergaben rund 20.000 Euro an unnötigen Beraterkosten ausgegeben und weitere 115.800 Euro für eine völlig abstruse und eigentlich größenwahnsinnige Ausschreibung, also gesamt rund 135.000 Euro, bereits beim Fenster hinausgeworfen wurden. Mit diesem Geld könnte bereits der Rohbau des neuen Klubhauses stehen!", erklärte dazu Bürgerlisten-Stadtrat Lukas Leitner.

Ztl.: Die Berater- und Ausschreibungskosten im Detail.

Im Detail betrugen die Berater- und Gutachterkosten bereits vor dem Gemeinderatsbeschluss im Dezember 2013 für das Ziviltechnikerbüro Kalczyk & Kreihansel in Summe 7.118,91 Euro, für diverse Gutachten zur Untergrunderkundung 3.273,63 Euro, für ein ornithologisches Gutachten für einen allfälligen Neubau beim Eisteichweg 1.116,00 Euro, für ein Raumordnungsgutachten 2.572,02 Euro und für Notariatskosten (für später unnötige Kaufvertragsentwürfe für den ursprünglich beabsichtigten Ankauf von Grundstücken für den neuen Standort) 4.418,90 Euro. Die Ausschreibungsphase hat dann weitere 115.800 Euro gekostet.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.