Wechsel in Hietzing
Sperker will "verlorenes Vertrauen" zurückgewinnen

Die neue Spitze in Hietzing: Die angehende Bezirksvorsteherin Johanna Sperker und ihr künftiger Stellvertreter Thomas Gerstbach.  | Foto: VP Hietzing
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Das Wahldebakel der ÖVP Hietzing hat Konsequenzen: Johanna Sperker, derzeit Bezirksparteiobfrau, soll Nikolaus Ebert als Bezirkschefin ablösen. MeinBezirk hat erste Statements gesammelt – auch Sperker selbst meldete sich zu Wort. 

WIEN/HIETZING. Ein Verlust von mehr als 16 Prozentpunkten und sieben Mandaten in der Bezirksvertretung: Das desaströse Wahlergebnis für die ÖVP Hietzing bei der vergangenen Bezirksvertretungswahl unter der Spitzenkandidatur von Bezirksvorsteher Nikolaus Ebert (ÖVP) hat die Partei dazu veranlasst, personelle Konsequenzen in der Bezirksvorstehung zu ziehen.

Wie am Freitag bekannt wurde, hat der Bezirksparteivorstand Ebert in einer Sitzung abgewählt. Johanna Sperker soll in der kommenden Bezirksvertretungssitzung am 4. Juni offiziell als neue Bezirksvorsteherin angelobt werden - MeinBezirk berichtete, mehr dazu unten. Wie Sperker gegenüber MeinBezirk bestätigte, sprach sich der Vorstand mit 17 zu 13 Stimmen für die Hietzingerin aus. Ihr neuer Stellvertreter soll Bezirksrat Thomas Gerstbach (ÖVP) werden.

Bezirksvorsteher Nikolaus Ebert (ÖVP) wird abgewählt. | Foto: Andreas Pölzl/MeinBezirk
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Der jüngste Wechsel an der Bezirksspitze ist nicht das erste Polit-Beben, das in den vergangenen Jahren für Unruhe in Hietzing sorgte. Wir erinnern uns: Sperker hätte bereits im November 2023 die Nachfolge der ehemaligen Bezirkschefin Silke Kobald antreten sollen. In einer Sitzung des Parteivorstands, die nach Kobalds plötzlichem Abgang einberufen worden war, erhielt Sperker die knappe Mehrheit. Doch durch das Aufbegehren eines Teils der Partei wurde kurz vor der geplanten Angelobung doch Ebert zum Bezirkschef auserkoren.

Verantwortungsvolle Bezirkspolitik

Johanna Sperker sieht es jetzt als wichtige Aufgabe an, das "verlorene Vertrauen" der Hietzingerinnen und Hietzinger + zurückzugewinnen, wie sie in einer ersten Reaktion mitteilt. "Ich danke den Gremien der Hietzinger Volkspartei für die Nominierung. Gemeinsam möchten wir auch in Zukunft die hohe Lebensqualität im Bezirk erhalten, die Infrastruktur gezielt ausbauen und die Stärkung der einzelnen Grätzl, sowie Familien und Generationen in den Mittelpunkt stellen", so Sperker.

ÖVP-Bezirksvertreter bei der Angelobung von Nikolaus Ebert im Herbst 2023, v.l.: Bezirksrat Richard Wagner, Bezirksvorsteher Friedrich Nikolaus Ebert, Bezirksrat Harald Mader und Bezirksparteiobfrau Johanna Sperker.  | Foto: Eva Manhart / APA / picturedesk.com
  • ÖVP-Bezirksvertreter bei der Angelobung von Nikolaus Ebert im Herbst 2023, v.l.: Bezirksrat Richard Wagner, Bezirksvorsteher Friedrich Nikolaus Ebert, Bezirksrat Harald Mader und Bezirksparteiobfrau Johanna Sperker.
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Auch der künftige Bezirksvorsteher-Stellvertreter Thomas Gerstbach lieferte ein erstes Statement: „Ich freue mich auf die neue Aufgabe, für alle Hietzingerinnen und Hietzinger, mit und füreinander, tägig zu sein. Der Name Gerstbach steht seit Jahrzehnten für verantwortungsvolle Bezirkspolitik. Gestalten wir gemeinsam unser Hietzing.“ Thomas Gerstbach ist Sohn des ehemaligen, langjährigen Bezirksvorstehers Heinz Gerstbach.

Nikolaus Ebert meldete sich ebenfalls zu Wort. MeinBezirk gegenüber sagte er: "Es war mir eine große Freude und Ehre, dass ich mich für die Hietzingerinnen und Hietzinger intensiv einsetzen konnte."

Opposition vorsichtig optimistisch

Bezirksvorsteher-Stellvertreter Marcel Höckner (SPÖ) mahnte hingegen, die Entscheidung mit Vorsicht zur Kenntnis zu nehmen: "Bis zur Angelobung der neuen Bezirksvertretung kann noch viel passieren. Bei der ÖVP weiß man nie, daher ist es besser abzuwarten." Die Hietzingerinnen und Hietzinger hätten derartige Streitereien "nicht verdient".

Die Hietzingerinnen und Hietzinger hätten derartige Streitereien "nicht verdient", meint Marcel Höckner (SPÖ).  | Foto: Lisa Kammann/MeinBezirk
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Die Hietzinger Neos-Klubvorsitzende Katharina Kainz ließ wissen: "Wir begrüßen die Entscheidung des ÖVP-Parteivorstandes, das dem Votum der Hietzingerinnen und Hietzinger gefolgt ist." Man freue sich auf eine "deutlich konstruktivere Zusammenarbeit" mit Sperker und Gerstbach und hoffe, dass es ihnen gelinge, die ÖVP Hietzing wieder in "ruhigeres Fahrwasser" zu bringen.

Georg Heinreichsberger, Bezirksparteiobmann der FPÖ Hietzing, meinte Folgendes: "Die ÖVP ist nach wie vor gespalten und dieser Riss geht nicht nur durch die Bezirksratsfraktion, sondern auch durch den Vorstand. Die Frage stellt sich, wie will eine ÖVP, die so geschwächt ist, für die Hietzinger Bevölkerung da sein?" Die Freiheitlichen seien diesbezüglich eine "bürgerliche Alternative".

Respekt für Ebert

„Ich gratuliere Johanna Sperker und Thomas Gerstbach zur Nominierung als Hietzinger Bezirksvorsteherin sowie als Bezirksvorsteherin-Stellvertreter", so der geschäftsführende Landesparteiobmann der Wiener Volkspartei, Markus Figl. Die Hietzingerinnen und Hietzinger würden mit den beiden auch in den kommenden Jahren eine "starke Stimme" für ihre Anliegen haben. Figl bedankte sich zudem beim scheidenden Bezirksvorsteher Ebert, der "sich im Bezirk seit vielen Jahren mit vollem Einsatz für die Hietzinger Anliegen eingesetzt hat. Sein langjähriger Beitrag zur Weiterentwicklung des Bezirks verdient Anerkennung und Respekt."

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Bezirksvorsteher Nikolaus Ebert im Gespräch mit MeinBezirk-Redakteurin Lisa Kammann. | Foto: Andreas Pölzl/MeinBezirk
Die Hietzingerinnen und Hietzinger hätten derartige Streitereien "nicht verdient", meint Marcel Höckner (SPÖ).  | Foto: Lisa Kammann/MeinBezirk
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