Aus für Freibad in Drosendorf?

Zahnarzt Dr. Roman Deyssig kämpft um das Bad
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DROSENDORF. Das Terrassenbad Drosendorf wird heuer 40 Jahre alt. Nach der anonymen Anzeige wegen Baumängeln ist die Gemeinde Drosendorf verpflichtet, ein Sanierungskonzept auszuarbeiten. Die Kostenvoranschläge dafür werden gerade erstellt. Zahnarzt und Implantologe Roman Deyssig, Gemeinderat in Drosendorf-Zissersdorf, „Frische Liste“ setzt sich mit seiner Partei für einen Erhalt des Terrassenbades ein: "Es stehen einige Reparaturen an, da der Zahn der Zeit dem Bad zugesetzt hat. Natürlich ist es für eine Gemeinde alleine schwierig dies zu finanzieren. Das Land wäre gefordert hier mitzuhelfen. Es sperren immer mehr Bäder zu und es wird immer schwieriger, Kindern eine gute Schwimmausbildung zu ermöglichen. Oft können nur mehr 50 % der Kinder schwimmen. Viele Bäder haben nur mehr Sprudel und Planschbecken, in welchen eine Schwimmausbildung nicht möglich ist."

25-Meter-Becken

"Das Drosendorfer Terrassenbad hat ein 25-Meter-Becken und ist für die Schwimmausbildung bestens geeignet. Ebenso kann das Tauchen geübt werden, da ein vier Meter tiefes Becken vorhanden ist. Es ist weit und breit das einzige Bad mit einem 25-Meter-Becken! In diesem Schwimmbad können Kinder gefahrlos das Schwimmen erlernen.
In Flussbädern wie z.B. dem Thayabad mit trübem Wasser ist dies nicht möglich und für Schulschwimmkurse auch nicht erlaubt. Dies ist ganz wichtig, da dies Menschenleben rettet. Einerseits kann sich das Kind dann selbst retten und andererseits kann es anderen Menschen das Leben retten", so Deyssig.
Bis vor einiger Zeit lernten die Kinder der Drosendorfer Schule, also auch Kinder aus Geras und Langau, bei Schulschwimmkursen im Terrassenbad schwimmen, bedauert Deyssig, denn dies ist jetzt nicht mehr möglich, da das Bad immer erst Ende Juni geöffnet wird. "Wir setzen uns für eine Wiedereinführung der Schulschwimmkurse im Drosendorfer Terrassenbad ein."
Deyssig: "Jedes Jahr ertrinken ca. 100 Menschen in Österreich (zum Vergleich: ca. 50 Menschen sterben bei Bränden). Viele Todesfälle könnten durch eine gute Schwimm- oder Rettungsschwimmer-Ausbildung vermieden werden. Auch in der Thaya ertrinken immer wieder Menschen und es passieren auch tragische Todesfälle durch Ertrinken von Kindern. Die Kinder müssen auch auf andere Gefahren beim Baden aufmerksam gemacht werden. Durch Kopfsprünge in zu seichtes Wasser sind pro Jahr zehn Menschen, meist Kinder oder Jugendliche querschnittsgelähmt und viele andere werden schwer verletzt. Wir finden, es ist unsere Pflicht, Kindern eine gute Schwimmausbildung zu ermöglichen um sie zu schützen. Es werden zum Beispiel sehr viele Mittel zum Bannen der Gefahr des Feuers in Feuerwehren und Brandschutz gesteckt. In Österreich sind wir diesbezüglich sehr gut aufgestellt. Die Gefahr des Wassers wird oft nicht so erkannt. Der Tod passiert still und unspektakulär. Es liegt an den verantwortlichen Politikern für den Erhalt der Bäder, in welchen eine Schwimmausbildung gefahrlos möglich ist, zu sorgen", sagt er.

FPÖ-Bezirkschef Klemens Kofler

"Wir kennen die Problematik in Horn", sagt FPÖ-Bezirkschef Klemens Kofler.
"Wir plädieren dafür, alle Schwimmbäder zu erhalten und die Voraussetzung zu schaffen, dass die Schüler schwimmen lernen können. Und in Horn brauchen wir wieder ein Hallenbad - um auch im Winter schwimmen lernen zu können. Das passt zu unserer Kampagne 'Badespaß mit Augenmaß'", so Kofler.

Stellungnahme Bgm. Josef Spiegl

"Jedes Jahr heißt es im Oktober, das Bad wird zusperren, heuer ist es halt etwas früher", lächelt Bgm. Josef Spiegl. Er bestätigt eine anonyme Anzeige beim Land - rund ums Becken gibt es Eisenträger, die in Beton liegen und da waren einige Deckel der Betonsteine abgefallen. Die Bezirkshauptmannschaft war vor Ort und hat eine teilweise Sanierung angeordnet. In den besten Zeiten des Bades waren bis zu 1.000 Besucher pro Tag im Schwimmbad, aber das ist lange her und jetzt ist es nicht so gut besucht. Ein Springturm als Attraktion ist heute zu wenig. Wir müssen schauen, wie es weitergeht und die Gemeinderatssitzung abwarten", sagt Bgm. Spiegl. "Um 500.000 € könnten wir uns eine Sanierung nicht leisten. Die Kostenvoranschläge sind noch nicht da. Wir sind aber guter Dinge, dass das Bad nicht zugesperrt wird. Aber das entscheide nicht ich, sondern der Gemeinderat. GR-Sitzung ist Ende September."

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