Der Kornett aus Königsdorf

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KÖNIGSDORF (ps). Josef Perl (80) war Landwirt in Königsdorf. Rinder, Pferde, Schweine und Obstbau sorgten für Einkommen. Ilzer Rosenäpfel und Honigäpfel waren damals die Sorten. Die wirtschaftliche Lage des Betriebes erforderte bald einen Nebenerwerb und so musste der Bauer Geld in einer Baufirma dazuverdienen.

Letzte Anstellung erhielt er bei Landesstraßenverwaltung im Bezirk Jennersdorf. Böschungsmähen im Sommer und aufmerksame Straßenbetreuung im Winter zählte zu seinen Aufgaben, die er gewissenhaft durchführte.

Leidenschaftlich zog es ihm zur Musik. Das Flügelhorn erlernte er noch beim Altkapellmeister Josef Rauscher. Doch geografisch bedingt, er wohnt in Königsdorf Bergen, das zum Güssinger Hügelland gehört, schloss er sich den Neusiedler Musikern an. Zu Fuß ging er über die "Bergen" zur Probe und wechselte auf das Horn, veraltet Waldhorn, um. "In Neusiedl gab es genug Flügelhornisten, so musste ich mich verändern". Den Neusiedlern blieb Josef Perl dann auch bis heute treu.

"Mein Gehör ist nicht mehr in Ordnung, und so habe ich das Instrument dem Verein zurückgegeben, damit ein Junger darauf lernen kann".

Eine Musikgruppe des Vereines spielte dem Hornisten jedoch zu seinem 80. Geburtstag auf, was ihm eine große Ehre war und viel bedeutete.

Heute reist der Kornett nur mehr zu den Auftritten der Kollegen an. Er widmet er sich seiner Frau Gertrude, seinen vier Kindern und dem Garten vor dem Hause. Von den Zeiten, als er aktiver Musiker war, berichtet er mit leuchtenden Augen.

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