19.10.2017, 15:28 Uhr

Von Frankfurtern und Wienern…

Die Bücherfreundin Christine Pimminger (Foto: Macheiner)
Unsere Frankfurter heißen in Deutschland ja Wiener. Dieser Tage sind dort aber nicht nur die Würstchen in aller Munde, sondern auch ein Schriftsteller aus Wien - Robert Menasse: Sein ironischer Gesellschaftsroman „Die Hauptstadt“ wurde im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse mit dem Deutschen Buchpreis 2017 ausgezeichnet. Buchmesse ist, wenn in Frankfurt nicht nur Preise vergeben werden, sondern in den Hotels auch steigen, wenn 7100 Verlage Bücher präsentieren –400000 an der Zahl! Wer soll angesichts dieser Menge den Überblick behalten - Christine Pimminger von SKRIBO Moser hat in 35 Jahren ein Gespür dafür entwickelt, welche Bücher in jeder guten Buchhandlung vorrätig sein sollten.

KREMSMÜNSTER (mach): Menasses Roman nimmt auch im Schaufenster des Buchladens am Marktplatz einen zentralen Platz ein. „In seinem Roman wirft er einen skeptischen Blick auf die ausschließlich auf ihre Karriere bedachten EU-Beamten“, beschreibt die belesene Buchhändlerin den Inhalt. Auch das neueste Buch von Dan Brown „Origin“ legt sie Lesefans ans Herz – seine Werke „Sakrileg“ und „Illuminati“ wurden bereits verfilmt. „Ich mag die Menschen, die in die Buchhandlung kommen und ich liebe Bücher“, schwärmt sie von ihrem Beruf.

Bücher sind Schätze

In der Kinderecke greift sie zu einem Roman von Rick Riordan, dessen Bücher bei Jugendlichen sehr beliebt sind. „Auch die phantastischen Bücher der deutschen Kinder- und Jugendbuchautorin Cornelia Funke werden gerne gelesen“. Ihre Wilden Hühner und Tintenwelt-Romane stehen in den Regalen neben Gregs Tagebüchern, den 3 Frage- und Rufzeichen und den Warrior Cats von Erin Hunter. Fast zärtlich streicht die Bücherfreundin über die Buchrücken schön illustrierter Kinderbücher. „Ich liebe es, in Büchern zu blättern“, gesteht Frau Pimminger mit einem Lächeln, „jedes Buch ist wie ein Kunstobjekt, sowohl der Inhalt als auch die Gestaltung“.

„Das geheimnisvolle Leben der Pilze“ und „Die Heilkraft der Bäume“ - bei den Sachbüchern spiegelt sich der Wunsch vieler Menschen nach Entschleunigung und mehr Naturbewusstsein wider. Auch nach Regionalität: das erklärt den Erfolg von Landkrimi-Autoren wie Rita Falk, Wolf Haas mit seinen Brenner-Romanen und der Metzger-Reihe von Thomas Raab, „der gerade den erstmals vergebenen Österreichischen Krimipreis bekommen hat“, so die Buchhändlerin. Schöne Bildbände übers „Stift Kremsmünster“ und andere österreichische Sehenswürdigkeiten erfreuen in den Regalen das Auge und werden ebenfalls gerne gekauft.

Blätterrauschen

Beim Ankauf von Büchern legt Frau Pimminger den Schwerpunkt auf hochwertige Qualität, um sich von Tiefpreisbuchladenketten und Amazon abzuheben. „Taschenbücher haben durch den eBook Reader eine große Konkurrenz bekommen“, bedauert die Buchnärrin mit leichtem Wehmut in der Stimme - doch Leute, die der Bücherliebe frönen, schwören auf das Knistern der Seiten und auf den schwachen Duft nach Druckerfarbe. „Lesen ist Wellness für die Seele, ich erweitere auch in der Freizeit meinen Horizont zwischen Buchdeckeln und nicht vorm Fernseher“, so die Leseratte, die neben lesen gerne auf Berge und in Wäldern wandert.

Herbstlich bunte Blätter im Wald, sorgsam gebundene Blätter in Büchern – das passt zusammen. Die ideale Zeit, vor einem knisternden Kamin mit einer dampfenden Tasse Tee vom gemütlichen Sessel aus, dem Alltag ein paar schöne Stunden zu entfliehen.
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