17.09.2014, 08:00 Uhr

FPÖ will es spannend machen

NR Gernot Darmann ist ab heute geschäftsführender Parteiobmann der Freiheitlichen, ab Juni soll er auch Landesrat sein. Sein Nachfolger im Nationalrat steht noch nicht fest

Gernot Darmann im Hinblick auf die Wahl im März: "Es wird im ganzen Bezirk neue Gesichter geben."

(vp). FPÖ-Bezirksparteiobmann Gernot Darmann spricht mit der WOCHE über die Gemeinderatswahl kommenden März.

WOCHE: Wie sind die Ortsgruppen für die Wahl aufgestellt?
DARMANN: Wir haben eine sehr gute Mischung an erfahrenen Kräften, an neuen und jungen Kräften. Wir überlegen uns auch sehr gut, mit welchem Programm und welchen Forderungen wir - in jeder Gemeinde spezifisch - in die Wahl gehen. Unsere Visionen müssen auch mit Budget hinterlegt sein. Deshalb wollen wir uns klar positionieren und zeigen, wie wir unsere Forderungen - auch finanziell - erreichen wollen.

Wo gibt es neue Gesichter?
Im ganzen Bezirk. Dieses Geheimnis sollen aber die Ortsgruppen selbst verraten, dann ist die Spannung bis zum Schluss aufrecht und der Aha-Effekt in der jeweiligen Bevölkerung ein besonderer. Es wird sich einiges tun, auch die eine oder andere Überraschung.

Aus welchen Reihen kommen die neuen Gesichter?
Die Persönlichkeiten sind jedenfalls solche, die zum Beispiel in der Privatwirtschaft gezeigt haben, dass sie es können, dass sie vom reinen Verwalten nichts halten, sondern auch Gestalter sind. Es gibt auch junge Kräfte, die ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen und vielleicht auch eine Sprecher- oder Gestalterfunktion für andere Jugendliche einnehmen wollen. Ein Beispiel: Unsere junge, tatkräftige und voll motivierte Gruppe in Maria Rain um Patrick Znidar. Eine Vorzeige-Ortsgruppe mit einem spannenden Team für die Wahl.
Die Bevölkerung will Leute, die etwas bewegen wollen, weil sie heute zurecht sagt: Was nutzt du mir? Und unser Zugang in den Teams ist Transparenz und Nutzen.

Laut BZÖ wird es gemeinsame Listen mit der FPÖ bzw. dem Team Stronach geben. Auch in Klagenfurt Land?
Bekennende BZÖ-Gruppierungen gibt es in Ferlach, St. Margareten und Grafenstein. Da hängt es von den Einzelpersonen ab, inwieweit sie bereit sind, miteinander etwas bewegen zu wollen. Ich führe Gespräche und bin guter Dinge, dass sie etwas bewegen wollen und sehen, dass das BZÖ Geschichte ist. Gemeinsam können wir konstruktiver arbeiten.
So, wie wir im letzten Jahr eine Vereinigung der freiheitlichen Kräfte auf Landesebene in Gang gesetzt haben, werden wir z. B. auch in Ferlach klare Strukturen schaffen - dort gibt es noch drei freiheitliche Strukturen. Auch hier laufen Gespräche, dass wir geeint in die Zukunft gehen.

Wo gibt es Ihrer Meinung nach gute Chancen, mehr zu erreichen als bei der letzten Gemeinderatswahl?
Die Karten sind neu gemischt. Die Würgegriffpolitik der parteipolitischen Landespolitik greift bis in die kleinste Gemeindestruktur, sodass die Auswirkungen auf die Wahl schwer abzuschätzen sind. Nach dem Neustart der Freiheitlichen im letzten Jahr gab es ein Plus bei der Nationalratswahl - auch in Klagenfurt Land - und bei der EU-Wahl. Ich möchte mich nicht auf Prozente festlegen, aber das ist ein Aufwärtstrend. Unserer Politik wird wieder mehr Vertrauen geschenkt und dieses Vertrauens wollen wir uns würdig erweisen. Erfolg hängt dann vom jeweiligen Team vor Ort ab. Und wir werden für jede Gemeinde ein gutes Team haben.

Die freiheitlichen Bürgermeister:

Pörtschach:
Bgm. Franz Arnold wird wieder antreten. Darmann dazu: "Er ist eine tragende Säule im Bürgermeisterbereich, überparteilich agierend. Es freut mich, dass er mit vielen Ideen für die Zukunft ein starkes Team - auch mit neuen Kräften - aufgestellt hat, dass erneut eine Ansage für die Zukunft sein wird."

Maria Wörth:
Noch nicht klar ist, ob Bgm. Adi Stark "es noch einmal wissen will". Darmann: "Wir haben ein ausgezeichnetes Gesprächsverhältnis. Ich werde aber persönlichen, familiären Entscheidungen nicht vorgreifen. In ein bis zwei Monaten werden wir Details bekanntgeben."

Keutschach:
Nachdem Bgm. Gerhard Oleschko (Freiheitliche u. Parteifreie Liste Gerhard Oleschko) im März alle Parteifunktionen zurückgelegt hat, verrät Darmann nur soviel: "Wir haben seit dem Frühjahr eine komplett neu formierte Ortsgruppe, die durch Wirtschaftskompetenz glänzen und die Bevölkerung auch im Vereinswesen unterstützen will. Wir werden auch hier rechtzeitig über die Kandidatenliste informieren."

Die Wahlthemen im Bezirk:

"Die Politik tut derzeit alles dafür, den ländlichen Raum auszudünnen", so Gernot Darmann . "Alles wird in die Ballungszentren geschafft." Für Darmann ein "volkswirtschaftlicher Wahnsinn": "Leute sind gezwungen wegen dem Arbeitsplatz etwa nach Klagenfurt zu ziehen und dort müssen wir dann mit Steuergeld Wohnungen bauen. Aber das Steuergeld hat schon Wohnungen und Infrastruktur im ländlichen Raum gebaut, die dann ungenützt bleiben."

Auf diesem Umstand bauen die zentralen Wahlthemen auf: Infrastruktur aufrechterhalten, Arbeitsplätze schaffen, ärztliche Versorung sicherstellen, Sicherheit gewährleisten und vor allem Mobilität. Darmann: "Mobilität ist ein wesentliches Thema in jeder Gemeinde, das auch von jeder Fraktion mitgetragen werden muss. Mobilität muss ausgebaut werden, dass die Notwendigkeit zum Wegziehen in Ballungsräume wegfällt."

Zur Finanzierbarkeit dieser Themen sagt Darmann: "Die Landesumlage der Gemeinden beträgt rund 40 Mio. Euro im Jahr, von denen mittlerweile immer weniger zurückfließt. Einen Nutzen des Landes für die Landgemeinden gibt es nicht, es wird so gut wie nichts investiert. Mit dem Geld könnten die Gemeinden selbst viel mehr machen und wären keine Bittsteller mehr."

Darmann zufolge müssen sich Gemeinden über Parteigrenzen hinweg zusammenschließen, "gemeinsam auftreten und stark sein": "Unser Ansatz: Mit Ideen, die begründbar sind, hinausgehen, eine nach der anderen Gemeinde für diese Ideen zu gewinnen und dann über Parteigrenzen hinweg gemeinsam stark sein. Für ein solches Auftreten braucht es die passenden Persönlichkeiten als Bürgermeister, die diese Weitsicht haben. Solche Leute haben wir in den Teams."
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