Regisseur Niki List ist tot

Der österreichische Regisseur Niki List ist am Mittwoch im Alter von 52 Jahren gestorben. Die Todesursache ist unklar.

Er soll bei einer Premierenfeier plötzlich gestürzt und bewusstlos liegen geblieben sein. Rettungskräfte konnten nur noch den Tod Lists feststellen. Die genaue Todesursache ist nicht bekannt.
List galt sowohl im In- und Ausland als ein herausragender Vertreter des österreichischen Films. Er lebte und arbeitete in Wien als Autor, Regisseur und Produzent, wobei sich seine berufliche und künstlerische Entwicklung von der Bildenden Kunst über das Theater hin zum Film bewegte, hieß es in einer Aussendung des Unterrichtsministeriums erst Mitte März anlässlich einer Ehrung.
Geboren 1956 in Wien, studierte List 1975 nach der Matura im Akademischen Gymnasium Theaterwissenschaft. Ab 1977 besuchte er die Höhere Graphische Bundes-, Lehr- und Versuchsanstalt, Abteilung Fotografie, in Wien, die er 1980 mit Auszeichnung abschloss.

Schauspieler und Regisseur
Beim Theater arbeitete er bei verschiedenen Theaterprojekten mit , etwa als Schauspieler in „Amok“ (1975) und „Living Theater“ (1976). Bei den Komödianten im Künstlerhaustheater und im Konzerthaustheater war er 1980 und 1981 als Regieassistent tätig.
Regie führte er in St. Gallen bei der Uraufführung von „Chapling“ von Jürg Federspiel (1993) und in jüngster Zeit an der Neuen Bühne Villach und im Metropol (Wien) bei „Müllers Büro - Das Musical“ (2006 und 2007).

„Malaria“, „Müllers Büro“, „Helden in Tirol“
1982 landete er mit seinem abendfüllenden Spielfilm „Malaria“ einen ersten Publikumserfolg. 1986 sorgte sein Detektivmusical „Müllers Büro“ für seit Jahrzehnten mit einer österreichischen Produktion nicht mehr gesehene ausverkaufte Kinos. In der Folge arbeitete er als Filmregisseur in Deutschland, Schweiz und Österreich.
Über Müllers Büro sagte Niki List: „Als wir den Film drehten war Lachen an sich schon so etwas wie Qualität. Man könnte es auch als Dienst an der Gesundheit des Publikums sehen. Bereits beim Machen hatten wir schon eine gute Zeit und als nach 63 Wochen Laufzeit der Film endlich aus den Kinos verschwand, war’s sowieso okay.“
Es entstanden weitere Kinofilme wie „Sternberg-Shooting Star“ (1988), „Werner Beinhart“ (1990), „Der Schatten des Schreibers“ (1995), „Helden in Tirol“ (1998) und „Nick Knatterton“ (2001). Eine besondere Stellung in seinem Schaffen nimmt die Trilogie „Mama lustig...?“(1984) - „Muß denken“ (1991) - „Mein Boß bin ich“ (2001) ein, in der er über die Jahre hinweg das Leben von Christian, einem Mann mit Down-Syndrom, dokumentierte.

Cult-Film
1992 gründete er die Cult-Filmproduktion, die im Bereich Spiel- und Dokumentarfilm zu einem fixen Bestandteil der Österreichischen Filmlandschaft wurde.

International geehrt
Niki List wurde drei Mal mit dem Österreichischen Filmpreis ausgezeichnet, zu seinen internationalen Preisen zählen der Max Ophüls Preis für „Malaria“, der Preis Young Cinema Tokyo für „Müllers Büro“ und der Preis Bergfilmfestival Trento für „Helden in Tirol“.
 

Autor:

WOCHE Kärnten aus Klagenfurt

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