Die heimlichen Helden am See

Voller Einsatz: Julian Eckschlager, Thomas Kotschnig (vorne v.l.), Leo Bauer, Willi Orlitsch (hinten v.l.) und Elena Windisch mit Einsatzleiter Wilfried Kammerer
  • Voller Einsatz: Julian Eckschlager, Thomas Kotschnig (vorne v.l.), Leo Bauer, Willi Orlitsch (hinten v.l.) und Elena Windisch mit Einsatzleiter Wilfried Kammerer
  • Foto: KK/Helge Bauer
  • hochgeladen von Verena Polzer

KLAGENFURT (vep). Jetzt beginnt die Hochsaison für die Wasserretter. Die Einsatzstelle Klagenfurt ist mit ihren 77 Mitgliedern und 10 Juniorenrettern gerüstet, wieder viele Stunden am See zu verbringen und zu helfen. Über 11.000 Stunden verbrachten die Wasserretter 2016 im Strandbad, Loretto und Maiernigg bei der Bäderüberwachung. Einsatzleiter Wilfried Kammerer erklärt: "Die Bäderüberwachung macht den Großteil unserer Arbeit aus, doch wir haben viele Einsatzbereiche." Je nach Ausbildung arbeiten die ehrenamtlichen Mitglieder auch in der Fließ- und Wildwasserrettung, als Bootsführer, Taucher oder Schwimmlehrer. Durch zahlreiche Aus- und Weiterbildungen sind sie immer auf dem neuesten Stand.

Jetzt besonders vorsichtig sein

Gerade jetzt zu Beginn der Saison warnt Kammerer, den kalten See nicht zu unterschätzen. "Der Körper kühlt viel schneller ab, man bekommt früher einen Krampf. Auch untertauchen sollte man vorsichtig, denn die Kälte überrascht oft viele im besonders empfindlichen Kopfbereich." Zu Beginn sollte man auch nicht zu weit hinausschwimmen. Kammerer: "Viele vergessen, dass sie, wenn ihnen draußen kalt wird, auch wieder zurück müssen."
Die häufigsten Fehler, die er beobachtet, sind meist unzureichendes Abkühlen und Alkoholkonsum sowie Essen vor dem Schwimmen. Kammerer: "Doch das sind eher Urlauber. Die Einheimischen können gut schwimmen und beherzigen die Baderegeln, da macht sich die jahrelange Präventionsarbeit bezahlt."
Zu ernsten Einsätzen kommt es selten. "Gott sei Dank", sagt Kammerer. Im Sommer gibt es täglich zwar mehrere, doch häufig auch an Land. "Oft gehen Kinder verloren. Wir helfen auch bei Kreislaufproblemen, bis die Sanitäter kommen."

"Brauchen Erwachsene"

Nachwuchsprobleme hat die Wasserrettung nicht. "Was uns aber fehlt, sind Erwachsene zwischen 30 und 40", sagt der Einsatzleiter, "das Kernteam ist 40-50 Plus." Das liegt daran, dass viele ab 18 Ausbildung und Beruf in den Vordergrund stellen und eine Familie gründen. Zwischen 40 und 50 engagieren sich dann viele erneut für die Wasserrettung. Kammerer: "Am 3. Juli startet der nächste Rettungsschwimmerkurs, wir freuen uns über Zuwachs."

Aufgaben werden mehr

Und der Bedarf für Verstärkung ist da – denn die Aufgaben der Wasserrettung werden immer mehr. Kammerer: "Wir überwachen ja auch alle Veranstaltungen rund ums Wasser. Vom Ironman bis zum Vollmondschwimmen." 2016 waren es knapp 100 Events, Überwachungen und Schwimmkurse.
Jedenfalls muss ein Rettungsschwimmer bereit sein, einen Großteil seiner Freizeit am See zu verbringen. "Viele bauen im Sommer ihren Urlaub dafür ab", sagt Kammerer.
Und wenn der Sommer endet, hat die Wasserrettung nicht automatisch "frei". "Bei uns geht es das ganze Jahr durch, wir sind heuer im Winter auch mit dem Boot am See im Einsatz gewesen", sagt Kammerer. Weiterbildungen und Trainings stehen dann auch auf dem Programm.

Zur Sache: Verhalten bei Fließgewässern

Prinzipiell gilt: nie in Fließgewässer gehen.
Die Gefahr,zwischen Ästen und Steinen hängen zu bleiben, ist groß. "Bleibt man hängen, drückt das fließende Wasser den Menschen automatisch hinunter", informiert der Referent für Fließ- und Wildwassereinsätze, Helge Bauer.
Auch harmlos anmutendeGewässer wie in Fischl oder beim Schlosspark Welzenegg nicht unterschätzen!
Für Kinder gilt:weg vom Wasser! Aber auch für Hunde ist die Strömung gefährlich.

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