ÖV Klosterneuburg
Auch für Busse sind Baustellen eine Herausforderung
- Durch Baustellen verursachte Verspätungen einzelner Busse wirken sich auf den gesamten Linienverkehr aus.
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Wie berichtet, wird im Frühjahr und Sommer auf vielen Straßen gebaut. Die Baustellen beeinträchtigen natürlich auch den Öffentlichen Verkehr (ÖV). Gegenüber MeinBezirk schildert Busunternehmerin Sabine Zuklin-Pollany, wie ihr Unternehmen mit den Einschränkungen umgeht, welche wichtige Rolle Verkehrslotsen haben und warum Verspätungen auf einer Linie Auswirkungen aufs gesamte Netz haben.
KLOSTERNEUBURG. Die Totalsperre der Leopoldstraße, die noch bis zum 25. April aufrecht ist, stellt nur eine von mehreren Baustellen im Klosterneuburger Straßennetz dar. Nicht nur der Individualverkehr, sondern auch der öffentliche Verkehr sind von den Einschränkungen betroffen.
Nicht immer müssen Buslinien, wie im konkreten Fall die Linie 2, anders geführt werden. Durch Baustellen verursachte Verspätungen einzelner Busse wirken sich nämlich auf den gesamten Linienverkehr aus und können diesen stören.
Straffe Zeitpläne
Dies betont Busunternehmerin Sabine Zuklin-Pollany gegenüber MeinBezirk und erläutert: "Wir haben sehr strenge Pausen- und Ruhezeitvorgaben für unser Fahrpersonal, was gut ist. Busse und Fahrerinnen sowie Fahrer werden optimal verplant und eingesetzt." Zumeist werde zunächst der Busumlaufplan erstellt und danach die Dienstpläne des Fahrpersonals darauf aufgesetzt. "Unsere Fahrerinnen, Fahrer und Busse werden tagsüber auf unterschiedlichen Linien im Linienbündel Klosterneuburg – St. Andrä-Wördern – Tulln und in die andere Fahrtrichtung nach Wien eingesetzt", schildert Zuklin-Pollany.
- Busunternehmerin Sabine Zuklin-Pollany meint: "Sind Verkehrslotsinnen und Verkehrslotsen umsichtig und regeln nach Lastrichtung, funktionieren Baustellen sehr gut. Wird weniger umsichtiges Personal eingesetzt, dann hört man es meist im Radio."
- Foto: ZuklinBus GmbH
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Sie ergänzt: "Hat ein Bus und/oder eine Fahrerin bzw. ein Fahrer auf der Linie 400 oder 402 Verspätung, dann ziehen wir diese, je nach Bus- und Fahrereinsatz, auch auf andere Linien mit." Das bedeute, dass beispielsweise ein Bus, der von Maria Gugging kommt und auf der Linie 400 oder 406 zehn bis 15 Minuten Verspätung hat, diese Verspätung auch auf die im Anschluss geführte Linie 401 nach Weidling „mitzieht“. Die Unternehmerin bittet deshalb um Verständnis: "Das ist keine „Ausrede“, wenn die Linie 401 ebenfalls betroffen ist, wenn Busse auf der Kierlinger Straße stark verspätet sind, sondern das Resultat einer größeren Verspätung in einem komplexen Netz aus Busumlauf- und Fahrereinsatzplanung im Gesamtverkehrsnetz Klosterneuburg.“
Gute Kooperation mit Stadt und Bezirkshauptmannschaft
Grundsätzlich funktioniere die Zusammenarbeit mit der Stadt Klosterneuburg und der Bezirkshauptmannschaft Tulln sehr gut. Zum Hintergrund: Die Stadt ist für die Gemeindestraßen zuständig, die Bezirkshauptmannschaft Tulln für die Landesstraßen, so wie etwa die Kierlinger Straße. Bewilligungsbescheide für diese Straße stellt die Bezirkshauptmannschaft aus. Die Stadt selbst hat auf Bundes- und Landesstraßen lediglich ein Anhörungsrecht und keine Entscheidungsbefugnis.
Problematisch wären laut Zuklin-Pollany jedoch bauausführende Firmen, die Vorgaben in den Bescheiden nicht einhalten und mündliche Vereinbarungen, die in den Verkehrsverhandlungen besprochen werden und um deren Einhaltung ersucht wird, nicht umsetzen.
Baustellen auf der Kierlinger Straße
Auf der Kierlinger Straße gibt es nun durchgehend bis Ende August zumindest eine Baustelle, die am Tag händisch und in der Nacht per Ampel geregelt wird. Hier ist man auf Verkehrslotsinnen und Verkehrslotsen angewiesen. Zuklin-Pollany bringt es auf den Punkt: "Sind diese umsichtig und regeln nach Lastrichtung, funktionieren Baustellen sehr gut. Wird weniger umsichtiges Personal eingesetzt, dann hört man es meist im Radio."
- Wenn es warm wird, gibts wieder mehr Baustellen.
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Nicht immer würden die Lotsinnen und Lotsen darauf achten, wie unterschiedlich lange die Warteschlangen auf beiden Seiten der Engstelle sind, und den Verkehr nicht in Lastrichtung regeln. "Ich selbst hatte mit einem der Verkehrslotsen an einer Baustelle Ende September 2024 ein Streitgespräch, weil er in Lastrichtung maximal zehn Fahrzeuge durchgelotst hat und einen drei Kilometer langen Stau innerhalb kürzester Zeit sowie Verspätungen im Linienverkehr von mehr als 20 Minuten verursacht hat", erinnert sich die Unternehmerin. Auch musste das Verkehrsunternehmen vergangenes Jahr mehrfach erleben, dass der Verkehrslotse genau vor zwei Linienbussen „zumacht“ und zwei Busse weitere drei bis fünf Minuten an Zeit verlieren. Zuklin-Pollany betont in diesem Zusammenhang, dass die Verkehrslotsinnen und Verkehrslotsen nicht von der Gemeinde, sondern von den bauausführenden Firmen beauftragt werden.
Nebensache Verkehr
Baustellen im Sommer sind freilich unvermeidlich. "Meist ist aber leider den bauausführenden Firmen der Verkehr und insbesondere das Funktionieren des Linienverkehrs Nebensache", kritisiert Zuklin-Pollany. Von der Bezirkshauptmannschaft erhalte man aber bei Problemen gute Unterstützung, indem diese etwa umgehend den zuständigen Bauleiter kontaktiert.
Die Busunternehmerin resümiert: "Obwohl wir im Vorfeld immer darum ersuchen, dass in den Bewilligungsbescheiden festgehalten wird, dass der öffentliche Verkehr aufrechterhalten werden muss und Busse bevorzugt durch die Baustellen gelotst werden sollen, funktioniert das in den wenigsten Fällen und ist eine Mitursache größerer Verspätungen, die oft vermeidbar wären, wenn die Baustellenregelung besser umgesetzt würde."
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