Stolze Geschichte und erfolgreiche Gegenwart von Zuklin

DI Sabine Zuklin-Pollany
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  • Foto: ZuklinBus
  • hochgeladen von Peter Zezula

Im Jahre 1925 wurde die Firma von der Klosterneuburger Familie Zuklin mit der Eröffnung des Autobusverkehres Nussdorf-Kritzendorf und Nussdorf-Strandbad Klosterneuburg gegründet.
Bereits ein Jahr später wurde der Fuhrpark auf sieben Busse erhöht und das Firmengebäude mit Garagen in der Wiener Straße errichtet.
Im Jahre 1927 wurden die ersten Autobus-Gesellschaftsreisen veranstaltet (die Fahrten gingen bis zum Nordkap und bis Marokko oder die Türkei). 1930 waren bereits 15 Busse im Linien- und Reiseverkehr im Einsatz.

Krieg und Ausweichquartier

Durch die Kriegswirren wurde ein Großteil des Fuhrparks und das Gebäude zerstört, im Herbst 1945 jedoch der Linienverkehr vom Ausweichquartier in Wien nach Klosterneuburg wieder aufgenommen.
1955 kehrte man wieder nach Klosterneuburg zurück. 1988 wurde der Firmensitz zu klein und er wurde samt Garagen in die Inkustraße verlegt. Seit damals ist die Firma mit ihren Kraftfahrlinien Teil des Verkehrsbund-Ost-Region (VOR).
Der Fuhrpark wurde ständig modernisiert und erweitert, heute beschäftigt ZuklinBus bei einer Fuhrparkgröße von 90 Fahrzeugen mehr als 100 Mitarbeiter.

Die Bezirksblätter sprachen mit Firmenchefin DI Sabine Zuklin-Pollany über die weiteren Firmenpläne.
Sie sind Chefin eines erfolgreichen Unternehmens. Geben Sie sich damit zufrieden oder versuchen sie, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln? Auf welche neue Entwicklungen gilt es Rücksicht zu nehmen?
Zuklin-Pollany: Wir versuchen immer, neue, interessante Geschäftsmodelle zu entwickeln. In unserer Branche ist der Markt übersättigt, in den nächsten Jahren ist eine Marktbereinigung zu erwarten. Wir haben unser Unternehmen auf feste Fundamente gestellt, um auch nach dieser Marktbereinigung weiter zu bestehen. Neue Geschäftsmodelle zu entwickeln muss auch nicht zwangsläufig mit einer Expansion des Unternehmens verbunden sein. Ich bin eine Gegnerin des heutigen Strebens nach immer mehr, immer größer, die auch bei bedeutenden Unternehmen zu beobachten ist. Ein Unternehmen wird heute fälschlicher Weise viel zu oft danach bewertet, wie stark es expandiert. Ich höre viel zu oft auch von Freunden: „Toll, wie Du das Unternehmen vergrössert hast“. Es ist leicht, ein Unternehmen zu vergrössern, den Erfolg messen wir daran, wie sich Deckungsbeitrag und Gewinn entwickeln.

Wie wichtig sind bei ihren Überlegungen die Mitarbeiter ihrer Firma?
Ich habe ein erstklassiges Kernteam und bin stolz auf die Leistungen meines Teams. Als Dienstleistungsunternehmen sind die Mitarbeiter das Wichtigste in unserem Unternehmen, weil, was wäre ZuklinBus ohne mein Büroteam und ohne meine Fahrer – nichts. Ich sage meinen Mitarbeitern immer wieder: „Wir alle sind ZuklinBus, ich alleine verkörpere nicht das Unternehmen“ – auch, um darauf hinzuweisen, dass wir alle gemeinsam als Firma ZuklinBus nach aussen auftreten. Die Auswahl jedes einzelnen Fahrer treffe ich immer noch selbst, inklusive Bewerbungsgespräch und Probefahrt. Wenn ich mich bei einer Probefahrt nicht wohl fühle, so kann ich dem Bewerber weder unsere Fahrgäste noch unsere Busse anvertrauen, aus diesem Grund ist es mir heilig, das Fahrkönnen der Bewerber zuerst selbst zu erproben.

Lassen sich Beruf und Familie/Freizeit miteinander vereinbaren?
Ich habe normalerweise eine 60stündige Arbeitswoche, in der Saison oder vor Ausschreibungen arbeite ich zirka 80 Stunden, manchmal noch mehr. Dieses Jahr hatte ich 3 Werktage Urlaub, die letzten 8 Jahre davor hatte ich gar keinen Urlaub. Wichtig ist mir meine tägliche Auszeit, um mit meinen Hunden meine 6 – 8 km laufen zu gehen, sonst würde ich den Stress nicht aushalten. Für Familie/Freizeit bleibt also nur sehr wenig Zeit, die man intensiv nützen muss.

Unternehmerin: Ein Beruf, den man der „jüngeren“ Generation empfehlen kann?
Ich liebe meine Arbeit, sonst würde ich diesen Job schon lange nicht mehr machen, die Randbedingungen für Unternehmer passen in Österreich schon lange nicht mehr. Das Risiko ist hoch, die Verantwortung ist hoch, dazu kommt die persönliche Haftung in einigen Fällen sogar mit dem Privatvermögen. In all den Jahren als Unternehmerin habe ich zwar viel und gerne gearbeitet, die Illusion, als Unternehmerin reich zu werden, sollte man aber nicht haben, wenn man plant, selbständig zu werden. Anstatt dessen muss jedem angehenden Unternehmer klar sein, dass man mit einer 40Stunden Woche nicht das Auslangen findet, schon gar nicht während der Aufbauphase eines neuen Unternehmens. Es ist auch ein Irrglaube, Unternehmertum mit Reichtum gleichzusetzen: Ich habe ein 13 Jahre altes Auto und erst jetzt, mit 42 Jahren, haben mein Mann und ich begonnen, uns unser eigenes Heim zu errichten. Vorher hatte ich die nötigen Eigenmittel nicht. Weiters passen in Österreich die Randbedingungen nicht, um Unternehmertum zu fördern: Bürokratische Hürden, ein schlechtes Image des Unternehmers als „Kapitalist und Ausbeuter“, hohe Steuern und ein hohes Risiko verbunden mit hoher, persönlicher Haftung die auch eine strafrechtliche Haftung mit einschließt. Weiters wird es immer schwieriger, gute Mitarbeiter zu acquirieren, weil das Nichtstun in Österreich durch die viel zu hohen Sozialleistungen wie Mindestsicherung und Wohkostenzuschuss, Rundfunkgebührenbefreiung usw. viel zu gut bezahlt wird. Ich muss immer wieder erleben, dass Arbeitslose lieber daheim bleiben und Sozialleistungen beziehen, anstatt wieder einer Arbeit nachzugehen. Auch bereits im Unternehmen beschäftigte Mitarbeiter sehen einer von mir angedrohten Kündigung sehr oft gelassen entgegen, mit dem Hinweis, sie würden sowieso auch in der Arbeitslose genug Geld vom Staat bekommen.
Ich kann daher unter den derzeit in Österreich bestehenden Randbedingungen den Beruf der Unternehmerin jüngeren Generationen nicht empfehlen.

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