01.09.2014, 20:01 Uhr

Auch in Klosterneuburg regnet es aus Eiskübeln

Ja, das war kalt: Caritas-GF Klaus Schwertner ließ sich für den guten Zweck erschaudern. (Foto: Screenshot/Youtube.com)

Ein Ex-Fußballer, ein Nationalrat und ein Generalsekretär brachten die eisige Herausforderung in die Stadt.

KLOSTERNEUBURG (cog). "Weil Eiswasser über den Kopf zu leeren zu wenig ist, habe ich gerade 100 Euro an caritashospiz.at gespendet", twitterte jüngst der Klosterneuburger Klaus Schwertner, Geschäftsführer der Caritas Wien. Anlass dazu gab die sogenannte "Ice Bucket Challenge", sprich Eiskübelherausforderung – eine als Spendenkampagne gedachte Aktion. Sie soll auf die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam machen. Doch Schwertner scheute die eiskalte Herausforderung nicht: Die Aktion habe bei aller Kritik einiges, das er genial fände. Sprach’s und übergoss sich vor laufender Kamera mit Eiswasser – Kälte-Schrei und Hinter-der-Kamera-Gelächter inklusive. Allein in Schwertners Freundes- und Bekanntenkreis sind vier Familienmitglieder von ALS betroffen, zwei davon sind bereits verstorben.
In Klosterneuburg hat die Aktion einige Nachahmer gefunden. Herbert Prohaska etwa wurde unter anderem von Hans Krankl aufgefordert, sich mit Eiswasser zu übergießen.
Und auch Nationalrat und Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager nahm die Herausforderung an: In der Dusche stehend übergoss er sich stilecht mit einem überdimensionierten Weinglas mit Eiswürfeln.


ZUR SACHE: die einen spenden, die anderen forschen
Ein internationales Forschungsteam – darunter die IST-Austria-Wissenschaftlerin Gaia Novarino – zeigte erst zu Jahresbeginn in einem Fachartikel Zusammenhänge zwischen seltenen Störungen und Erkrankungen wie ALS und Alzheimer auf. Über mehrere Jahre hinweg rekrutierte und begleitet das Forscherteam eine Gruppe von mehr als 50 Familien, bei denen die neurodegenerative Erkrankung HSP (Spastische Spinalparalyse) auftritt: Damit handelt es sich um die bisher größte erforschte Gruppe von Betroffenen. Die Forscher untersuchten das Erbgut von 100 PatientInnen und fanden eine Reihe von Genen, die bisher nicht mit der Erkrankung in Verbindung gebracht worden waren. In fast 75% der Fälle identifizierten die ForscherInnen eine genetische Mutation. Die ForscherInnen erstellten sie eine Art "Landkarte" der mutierten Erbgutstellen und konnten so Zusammenhänge zu anderen neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer und Amyotropher Lateralsklerose (ALS) herstellen. Derlei Forschungsarbeiten über biologische Prozesse, die neurodegenerativen Erkrankungen zugrunde liegen, sind wichtig, um die exakten Mechanismen von häufigen neurodegenerativen Erkrankungen aufzudecken, und einen Weg für die Entwicklung wirksamer Therapien aufzuzeigen.
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