29.08.2014, 11:31 Uhr

Wird Essl Sammlung schon im Herbst versteigert?

(Foto: Cornelia Grobner)

Sammler Karlheinz Essl bestätigt Umstrukturierungen – Details verrät er vorerst nicht.

KLOSTERNEUBURG. Die Kunstsammlung des Klosterneuburger Ehepaars Essl könnte schon im Herbst unter den Hammer kommen. Anlass für derlei, medial vom "Handelsblatt" losgetretenen Spekulationen, gibt die Gründung der GmbH "SE-Sammlung Essl". Eine solche Gesellschaft könnte ein erster Schritt in Richtung Auflösung der Sammlung sein, die vom Auktionshaus Sotheby's mit Beteiligung von Christie's auf mindestens 100 Millionen Euro geschätzt worden ist.
Die Sammlung ist vom Auktionshaus Sotheby's mit Beteiligung von Christie's auf mindestens 100 Millionen Euro geschätzt worden. Der kolportierte Höchstwert lag bei 160 Mio. Euro.

Klosterneuburgs Kulturleben solle nicht leiden

Karlheinz Essl selbst wollte sich im Gespräch mit den Bezirksblättern nicht genauer zu den Gerüchten äußern: ein Teil stimme, ein anderer sei Erfindung. Alles andere sei "eine Frage der Verhandlungen". Auf die Frage, was dies für Klosterneuburg als Museumsstandort bedeute, meinte Essl, er wolle aber nicht, dass die Vielfalt der kulturellen Einrichtungen in der Stadt darunter leide, darüber werde noch zukünftig gesprochen.
Erst im Frühjahr war Karlheinz Essl an die österreichische Republik herangetreten. Er hatte sich gewünscht, dass der Staat die Sammlung kauft und damit indirekt 4.000 Arbeitsplätze der maroden Baumarktkette Baumax sichert. Nach einer Gesprächsrunde am 2. April war das Angebot, 7.000 Kunstwerke – darunter 1.700 Werke internationaler KünstlerInnen – um 86 Millionen Euro zu kaufen, ausgeschlagen worden. Auch das Land Niederösterreich stellte sich gegen einen Verkauf.

Reaktionen aus Klosterneuburg

Klosterneuburgs Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager (ÖVP) zeigte sich von der Meldung überrascht: Es sei "kritisch, wenn die Sammlung zerrissen wird". Stadtrat Stefan Mann (SPÖ) stellte fest, dass "die Sammlung Essl Privateigentum sei, womit Essl machen könne, was er wolle. Es wäre allerdings schade, wenn die Sammlung zerrissen und für Klosterneuburg nicht zur Verfügung stünde.

ZUR SACHE
Die Sammlung Essl ist organisiert als gemeinnützige Privatstiftung. Den Kern der Sammlung bildet österreichische Kunst ab 1945 mit Werken von Künstlern wie Maria Lassnig, Valie Export, Arnulf Rainer, Max Weiler, Markus Prachensky, den Künstlern des Wiener Aktionismus wie Hermann Nitsch und Günter Brus, neue Malerei der 1980er Jahre bis zu jüngeren Generationen wie Elke Krystufek und Clemens Wolf.

ZUM NACHLESEN
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