Schauplatz Tansania im Alten Widum Landeck

Andrew Kagya (links), Iviolatha Mulisa und Franz Hainzl von "Bruder und Schwester in Not".
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Anlässlich des 50-jährigen Bestehens von „Bruder und Schwester in Not“ wurde am Montag zu einem Austausch und Gespräch mit Gästen aus Tansania ins Bildungshaus Alter Widum in Landeck geladen. Die Aktion, die sich „Lebensbilder Tansania“ nennt, beschäftigt sich mit der Frage, warum es Ungerechtigkeiten zwischen den Ländern im Norden und im Süden auf der Erde gibt, informiert Franz Hainzl von „Bruder und Schwester in Not“. Als Nutznießer der Aktion von „Bruder und Schwester in Not“ hielten Iviolatha Mulisa und Andrew Kagya aus Tansania einen Vortrag über das Leben im ostafrikanischen Staat. Die Referenten arbeiten in der Kolping Gesellschaft Tansania und unterstützen dort Bauern und Bäuerinnen im ländlichen Raum und arbeiten in einem Aidspräventionsprogramm der Gesellschaft, das darauf ausgerichtet ist Menschen zu helfen sich selber vor Aids zu schützen. Neben der „harmonischen“ Religionen im „politisch stabilen“ Tansania, wie den Moslems, Christen und Hindus und den vielen Menschen, die häufig zwei Glaubensrichtungen vertreten, sprachen die zwei Gäste ebenso über die Familiensituation in Tansania. Die Großfamilie, die üblicherweise zwischen 5 und 7 Kinder hat, ist die häufigste Familienform, wobei es wenige Familien gibt, die in der „Kernfamilie“ leben, so Iviolatha. Der Soziologe Andrew berichtete über einen Anteil von 51 Prozent an Kindern in Tansania, der eine große Herausforderung für die Familien und die Regierung bedeute. Neben den Tätigkeiten der Frau in Tansania, die sehr hart arbeitet, ist der Mann für die Einkommensgenerierung zuständig, erklärt die 24-jährige Soziologin. Iviolatha erzählte auch über die Bildung in Tansania, die als „Schlüssel zum Leben“ gelte. Die von der Regierung eingeführten Uniformen sollen helfen den Armutsunterschied zwischen den Familien und den 125 verschiedenen Volksgruppen nicht zu zeigen. Außerdem ist das Verhältnis zwischen Mädchen und Buben in den Schulen nicht ausgeglichen, weil viele Eltern glauben, dass Jungen bessere Leistungen bringen, betonte Iviolatha. Andrew berichtete über den Bananenanbau und die Fischzucht in ihrem Land, ebenso über den Kaffeeanbau, bei dem nur rund 5 Prozent des Verkaufspreises den Bauern gehöre. In einer anschließenden Diskussion wurde neben der Frau, die als stärkste Wählergruppe in Tansania gelte und in der Politik immer mehr vertreten sei, die Lebenserwartung der Menschen in Tansania aufgegriffen, die derzeit bei durchschnittlich 53 Jahren liege. Andrew führte aus, dass dafür mehrere Faktoren ausschlaggebend seien, wie etwa die hohe Kindersterblichkeitsrate, weil das Gesundheitssystem in den Dörfern sehr schlecht sei. Ebenso spiele Aids eine wesentliche Rolle bei der Lebenserwartung, so der Referent. Rund 2 Millionen Menschen der 43 Millionen Einwohner in Tansania seien HIV positiv. Ein großes Schlagwort waren ebenso Finanziers aus dem Ausland, die in Tansania investieren. Mit den Investitionen würden viele Menschen aus ihrer Heimat vertrieben werden, weil Grund und Boden der Regierung gehören. Außerdem waren die gesellschaftliche Kluft zwischen der jungen und alten Generation, die die Globalisierung mit sich bringe, Thema bei der Diskussion.

Autor:

Marion Prieler aus Landeck

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