Leserbrief: "Sannakraftwerk – Zukunftsinvestition oder Millionengrab?", von Franz Schönsleben, Pians

PIANS. Ich stelle mir folgende Fragen:
Warum kann man nicht wie von der Bürgerinitiative Lattenbach gefordert eine öffentliche Diskussion mit Pro – und Kontra Teilnehmern abhalten?
Warum wird das Projekt Sannakraftwerk immer – seit 2013 - mit Investitionskosten von € 90 Millionen beziffert – obwohl in der Zwischenzeit jede Menge Planungsänderungen erfolgten?
Warum sollten die € 90 Millionen stimmen, wenn die Projektbetreiber mit 2 Millionen Arbeitsstunden rechnen? Einfache Rechnung bei Brutto € 45,-- je Arbeitsstunde sind die € 90 Millionen verbraucht – sonst fallen keine Kosten an?
Warum kann man voraussagen, dass mit Inbetriebnahme 2020 die Strompreise wieder steigen – Glaskugel?
Warum sagt man nicht, dass der Strompreis an der Börse (Spekulation) gehandelt wird?
Warum wird immer von € 7.500 je Gemeinde geredet, wenn der 3,57% Anteil je Gemeinde jedoch Hunderttausende von Euro beträgt?
Warum sagt man nicht, wenn die Gemeinden mit je 3,57% Anteil dabei sind, das man auch dafür Haftungen in dieser Größenordnung übernimmt? Sollte das Projekt Sannakraftwerk statt 90 Millionen aber „nur“ 100 Millionen € betragen, muss jede Gemeinde eh nur 357.000,-- € mehr bezahlen.
Warum hat man den Fluss Lech nach langem Kampf im Außerfern natur- belassen und Millionenbeträge in die Infrastruktur gesteckt - weil man den touristischen Mehrwert erkannte? Eine Supersache!
Warum sollen wir unser Wasser eingraben, und den Investoren wie z.B. E-Werk Reutte überlassen, die sich ihre Natur vor Ort (Lechtal) schützen und unsere Umwelt als nicht mehr lebenswert hinterlassen?
Warum zieht sich die Planungsgesellschaft Infra nach Auftragserteilung aus dem Projekt zurück und kassiert für ihren derzeitigen 10% Anteil einen bereits fixierten Betrag? (Wird der gleiche Fixbetrag auch Gemeinden zugestanden – wenn sie später aussteigen – meines Wissens nicht!)
Warum wird behauptet, dass die Sanna kein Rinnsal wird bei 3,4 m3/sek. (Mindestwassermenge) – entspricht wie ich vernommen habe ca. Wasser für 14 volle Badewannen?
Warum gibt es keine Bezirkshauptstadt in Österreich die an einem Fluss liegt, wo nur mehr Mindestwassermengen durchrinnen?
Warum sagt man nicht, dass Grundstücke entwertet werden, wenn ein Wasserloch im Endausbau mit einem Durchmesser von ca. 4 Meter hinter, unter oder am Grundstück vorbeiführt?
Warum sind bis zum heutigen Tage keine Gutachten von unabhängigen Fachleuten auf dem Tisch?
Warum lässt man die Lattenbachanrainer im sprichwörtlichen Regen stehen, und verweist nur auf die Wild- und Lawinenbachverbauung?
Warum sagt man nicht, dass beim Schwallausgleichsbecken (Zams) – wenn kalte Luft auf erwärmtes Wasser trifft - dies zu bestimmten Jahreszeiten zu Nebelbildung führt?
Warum werden die Bürger nicht informiert, wo das Material (Aushub 8 Kilometer langer Stollen, Aushub für das Schwallausgleichsbecken sowie sämtliche Transporte für die Errichtung des Stollen) zu- bzw. abgeführt werden und wo wird es gelagert?
Warum müssen z.B. Spaziergänger und Radfahrer zwischen Perjen und Zams Jahre lang auf den stark frequentierten und beliebten Weg in der Lötz verzichten oder gibt es Alternativen?
Warum müssen Anrainer Lärm-, Umweltbelastung sowie die Gesundheitsgefährdung durch Feinstaub in Kauf nehmen? (Es kommen noch andere Projekte wie 2 Röhre Perjentunnel, Krankenhaus Zams )
Warum sollen Bürgerinitiativen nicht ihre Eigeninteresse vertreten, wenn es um ihr Leib und Leben sowie und ihr Haus und Hof geht oder wenn ihr Lebensraum zerstört wird?
Warum saniert man nicht bereits bestehende Kleinkraftwerke (ca. 300 – bis 400 in Tirol) und bringt sie technisch auf den neuesten Stand – siehe Pettneu?
Warum realisiert man nicht Kleinkraftwerke in den Gemeinden, die finanzierbar sind – wo sich ansässige Unternehmen beteiligen können – wobei Fallhöhen von 600 bis 800 Meter leicht möglich sind wie z.B. in Nauders, und nicht solche Millionenprojekte mit 8 Kilometer Stollen und einer Fallhöhe von nur ca. 90 Meter?
Warum hat sich die Gemeinde Landeck einstimmig gegen eine Beteiligung und gegen das Kraftwerk ausgesprochen? (Hervorragend geleitete Gemeinderatssitzung, sachlich fundierte Beiträge der Mandatare – meine Hochachtung)
Warum haben die noch beteiligten Bürgermeister am nächsten Tag – ohne das Landecker Ergebnis mit ihren Mandataren zu analysieren – sofort gesagt – die Zusammenarbeit mit der Planungsgesellschaft Infra, E-Werk Reutte und Energie West wird weiter fortgesetzt, bis für dieses Millionengrab 4,5 Millionen Euro verbraucht sind?

Warum können sich Gemeinden die fast zu 100% verschuldet sind, sich auf ein solches Spekulationsgeschäft einlassen – wenn eine Rendite in vielleicht 30 - 40 – 50 - 60 oder noch späteren Jahren zu erwarten ist? (Kaffeesudleserei)
Warum schauen einzelne Gemeinden nicht über den Tellerrand und sehen die Sanna und Inn als Zukunftschance für den Tourismus, für den Wassersport, für die Fischer, für die Spaziergänger, für die Jogger, für die Radfahrer, für Erholungssuchende usw.?
Warum sollen wir nicht das Wissen unserer Touristiker im Bezirk, der jungen Generation in den Tourismusschulen sowie den Studierenden in der Fachhochschule in Anspruch nehmen und ein Gesamtprojekt unter Einbindung der Wassersportler, Fischer usw. auf die Beine stellen?
Warum soll nicht jeder Bürger nachdenken und Ideen einbringen um unseren Lebensraum lebenswerter zu machen? (z.B. Waalwege, Burgwege, Einbindung „Lochputz“ und Heilwasser Grins …….)
Warum sollen wir nicht Gelder von der EU lukrieren können?
Warum sollen wir nicht die Wertschöpfung im Bezirk Landeck halten?
Es gebe noch viele „Warums“? Im Endeffekt wird uns die Natur danken und die Lebensqualität in unserer Bezirkshauptstadt und in den Nachbargemeinden wird steigen, dies ist eine Zukunftsinvestition, das meint

Franz Schönsleben
Pians

Autor:

Othmar Kolp aus Landeck

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