Ban Ki-moon Center: Weltbürger arbeiten im Dritten

Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen sprach mit Ban Ki-moon und Heinz Fischer über das Zentrum.
  • Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen sprach mit Ban Ki-moon und Heinz Fischer über das Zentrum.
  • Foto: Peter Lechner/HBF
  • hochgeladen von Theresa Aigner

LANDSTRASSE. Vom dritten Bezirk hinaus in die weite Welt: So oder so ähnlich könnte man die dem "Ban Ki-moon Centre for Global Citizens" zugedachte Rolle beschreiben. Das Zentrum, das vergangene Woche von Ex-UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und Ex-Bundespräsident Heinz Fischer in der Veithgasse eröffnet wurde, war schon länger ein Anliegen der beiden, die nicht nur durch ihre politische Tätigkeit, sondern auch durch eine langjährige, persönliche Freundschaft verbunden sind. "Mein halbes Herz schlägt in Wien", hört man von Ban Ki-moon, der einst auch Südkoreas Botschafter in Wien war, immer wieder. So war es naheliegend, dass das Zentrum, an dessen Schaffung Ban Ki-moon und Heinz Fischer seit zwei Jahren getüftelt haben, in Wien seine Heimat findet.

Dass es ausgerechnet die Landstraße geworden ist, hat auch damit zu tun, dass man bewusst nicht auf der Suche nach einem Palais, das man vorrangig im 1. Bezirk findet, oder Ähnlichem war, sondern Arbeitsräume haben wollte. Lautet der Auftrag der internationalen Institution doch, sich der Stärkung der Rolle von Frauen und Jugendlichen auf der ganzen Welt zu widmen. Warum? "Die Hälfte der Weltbevölkerung sind Frauen, die Hälfte der Weltbevölkerung ist unter 25 Jahre alt. Unter ihnen gibt es Millionen, die keine Arbeit haben, hoffnungslos und marginalisiert sind. Wenn man daran etwas verändern will, wenn man Menschlichkeit in die Welt bringen will, muss man besonders diese Gruppen unterstützen", so Ban Ki-moon bei der Eröffnung. Damit bleibt er seinen Anliegen treu, schon als UNO-Generalsekretär hatte er diese beiden Gruppen besonders in den Fokus gestellt.

Menschheit statt Nation

Und das gelinge eben nur, wenn "jeder von uns mit Leidenschaft und Mitgefühl als Weltbürger handelt", so Ban Ki-moon. Was er bzw. das Zentrum überhaupt unter einem "Weltbürger" versteht? "Das ist jemand, der sich selbst zuallererst nicht als Bürger einer Nation oder eines Staates definiert, sondern als Mitglied der Menschheit, und über den begrenzten Horizont der persönlichen bzw. nationalen Interessen hinaus denkt", so Ban Ki-moon weiter. Ob die neue österreichische Bundesregierung, die mit Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) bei der Eröffnung vertreten war, diesem Anspruch gerecht werden kann, bleibt abzuwarten. Beim "Ban Ki-moon Centre" sagt man dazu: "Vonseiten der Bundesregierung gibt es die Zusage, uns zu unterstützen. Wir gehen davon aus, dass man sich daran hält."

Die Arbeit an konkreten Projekten – die sich im Bereich von internationaler Frauen- und Jugendförderung sowie der Stärkung des Gedanken der "Global Citizenship" bewegen werden – wird im Februar aufgenommen, nachdem das nächste Boardmeeting stattgefunden hat. Dort wird sich auch entscheiden, wer die Leitung des Zentrums übernimmt. Derzeit ist dafür interimistisch die österreichische Diplomatin Monika Fröhler zuständig, die schon für das Außenministerium und internationale Institutionen gearbeitet hat. Ihr werden gute Chancen eingeräumt, diese Funktion auch dauerhaft zu übernehmen.

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