Millionenprojekt
Weitere Verzögerung bei Wien-Holding-Eventhalle stört nicht alle

Von einer Baugenehmigung ist man in St. Marx wohl noch weit entfernt. (Archiv) | Foto: Luca Arztmann/MeinBezirk
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  • Von einer Baugenehmigung ist man in St. Marx wohl noch weit entfernt. (Archiv)
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Rund um die geplante Wien-Holding-Eventhalle treten die Projektträger nach wie vor auf der Stelle. Aus der Stadtpolitik hört man kaum Positives zu dem Projekt, die Pläne für das Megaprojekt sind noch nicht mal "einreichungsfähig". Auch aus dem Bezirk möchten einige dem Projekt eine Absage erteilen, alternative Vorschläge für die Freifläche gibt es genug. 

WIEN/LANDSTRASSE. Auf einer 60.000 Quadratmeter großen Fläche in St. Marx gibt es aktuell nichts, außer einer Asphaltwüste zu sehen. Dabei sollte sich hier längst eine Baugrube befinden, wie auch Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ) vor rund einer Woche zu denken gab. Doch die beiden Projektträger, die städtische Wien Holding und der deutsche Konzern CTS Eventim, treten offenbar auf der Stelle. 

Weder im Sommer 2025 noch Ende 2025 wurde der Partnerschaftsvertrag wie angekündigt unterschrieben. Nach wie vor dauern die Gespräche an, wie beide betonen, weshalb man keine Details nennen will. Doch der Druck steigt, erneut hört man unter der Hand von einem Jetzt-oder-nie-Termin für die Vertragsunterschrift am 30. September. 

Nicht "einreichungsfähig"

Auch die Aussagen der Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak (SPÖ) im Gemeinderat geben keinen Anlass dazu, zeitnah mit einem Vertragsabschluss rechnen zu können. Beim "schweren Erbe" ihres Vorgängers und jetzigen Verkehrsministers Peter Hanke (SPÖ) sei jetzt die CTS Eventim am Zug. Diese müsse Pläne in "notwendiger Qualität" entwickeln und liefern, dann würde das Verfahren eingeleitet werden. Bisher ist nur klar: Die Stadt Wien wird sich mit bis zu 215 Millionen Euro an der Eventhalle beteiligen. 

Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) hält die Pläne bisher für nicht "einreichungswürdig". (Archiv) | Foto: Valentina Marinelić/MeinBezirk
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Während Novak das Projekt noch nicht in einem "einreichungsfähigen Status" sieht, erklärt CTS Eventim: Man hat "die für die weitere Umsetzung erforderlichen Planungen und Unterlagen erarbeitet und in die Abstimmungen eingebracht". Es gibt also auf jeden Fall noch Gesprächsbedarf, denn nicht nur die Baugenehmigung ist noch offen. 

So wurde laut der zuständigen MA 22 – Umweltschutz bisher kein Antrag für ein UVP-Feststellungsverfahren eingebracht. Das wäre Aufgabe der Projektträger. Generell seien bisher keine naturschutzrechtlichen Genehmigungen beim Magistrat eingelangt.

Bezirksvorsteher erwartet sich Einbindung

Auch die Bezirksvorstehung wurden bisher weder von der Wien Holding noch von CTS Eventim in konkrete Planungen zum Projekt eingebunden. Ein Verkehrskonzept oder eine Flächenwidmung – diese müsste im ersten Schritt von der Bezirksvorstehung beschlossen werden – liegt den zuständigen Ausschüssen bisher nicht vor. 

Dafür zeigt Bezirksvorsteher Erich Hohenberger (SPÖ) aber Verständnis: "Das ist angesichts des derzeit noch offenen Projektstands zum Teil auch nachvollziehbar – detaillierte Planungen setzen schließlich eine entsprechende Planungssicherheit voraus." Eine frühzeitige Einbindung erwartet er sich aber bei "allen Fragen, die unmittelbare Auswirkungen auf die Landstraße und ihre Bewohnerinnen und Bewohner haben".

Nachdenkpause oder Klinik-Neubau

Ein klares Nein zur Halle in der "derzeitig geplanten Form" kommt von der Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Siegrid Widhalm (Grüne): "Die aktuellen Entwicklungen bestätigen leider viele unserer bisherigen Bedenken", so Widhalm. Aus Sicht der Grünen wäre jetzt der richtige Zeitpunkt eine "Nachdenkpause" einzulegen und andere Optionen für die Fläche mit dem Bezirk, der Bevölkerung und zivilgesellschaftlichen Initiativen zu überlegen. 

ÖVP Bezirksparteiobmann Ernst Tauschmann schlägt vor, die Klinik in St. Marx neu zu errichten.    | Foto: ÖVP Landstraße
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Bereits einen anderen Vorschlag eingebracht hatte die ÖVP Landstraße, welche einen Neubau der Klinik Landstraße auf dem Areal vorschlägt. "Sollte die Eventhalle nicht kommen, was wir schon seit Längerem annehmen, darf das Areal nicht jahrelang ungenutzt bleiben", betont Klubobmann Ernst Tauschmann (ÖVP). Dennoch ist man nicht grundsätzlich gegen eine neue Veranstaltungshalle, doch für eine Zustimmung müsste die Finanzierung, der Zeitplan und die Kosten nachvollziehbar geklärt werden. 

Zentralpark statt "Projekt von oben"

Die Neos sind nach wie vor für das Projekt, allerdings auch mit Vorbehalten: So muss sich "die finanzielle Belastung und das Risiko für die Stadt in den vereinbarten Grenzen halten und keine unabsehbaren Nachteile für die Stadt und den Bezirk daraus entstehen". Sollte die Halle nicht kommen, verweist man auf den Neos-Vorschlag aus dem Jahr 2022, einen Zentralpark und weitere Wirtschaftsstandorte auf der Fläche zu errichten. 

Selbiges kommt auch von der FPÖ Landstraße, kurz und knapp erklärt deren Klubobmann Werner Grebner: "Wir waren schon von Anfang an dagegen und wollten dort einen Park mit Teich haben. Daran hat sich nichts geändert". 

Ebenfalls von Anfang an dagegen war Links & KPÖ, die Planungen an der Halle " war von Beginn an ein Projekt von oben", so KPÖ-Bezirksrat Daniel Harrasser. "Sollte das Projekt tatsächlich abgesagt werden, ist das für uns ein Grund zur Freude. Gleichzeitig bleibt ein gewaltiger politischer Scherbenhaufen zurück", so Harrasser weiter. 

Warum war die Räumung notwendig?

Damit spricht KPÖ & Links die Räumung des Areals Anfang April durch die Polizei samt WEGA-Einheiten an, MeinBezirk berichtete, siehe unten. Die Intiative "St. Marx für Alle" hatte sich jahrelang und bis zuletzt für den Erhalt der Zwischennutzungsprojekte vor Ort eingesetzt. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen um das Großprojekt stellt man sich dort umso mehr die Frage: "Warum war eine Räumung im Frühling nötig, wenn die Fläche seither nun wieder leer steht und noch lange leer stehen wird?"

Die Stadt handle nicht im Interesse der Bewohnerinnen und Bewohner und deren Bedürfnissen, so der allgemeine Vorwurf der Initiative. Aus Gesprächen mit "Stadtvertreterinnen und -vertreter", die man auf Anfrage nicht nachweislich belegen kann, schließt man, dass sich die Stadt von dem Großkonzern geknebelt sieht. 

So sollte die Halle laut mittlerweile veralteten Entwürfen aussehen. (Rendering) | Foto: Kronaus_Mitterer_Gallister & expressiv.at
  • So sollte die Halle laut mittlerweile veralteten Entwürfen aussehen. (Rendering)
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Am Ende steht man bei der Wien Holding Arena vor vielen ungeklärten Fragen. Der Partnerschaftsvertrag, die Baugenehmigung, die Flächenwidmung, naturschutzrechtliche Verfahren und ein Verkehrskonzept fehlen. Die vorgesehene Fertigstellung im Jahr 2030 wird wohl kaum zu halten sein. 

Mehr zu dem Thema: 

Sechs Festnahmen nach Räumung in St. Marx – was die Stadt dazu sagt

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