Der Elektro-BMW für alle, die keinen wollen
BMW iX1
- hochgeladen von Viktor Sator
Manchmal sind es nicht die lautesten Autos, die den stärksten Eindruck hinterlassen. Der BMW iX1 gehört genau in diese Kategorie. Er will weder mit futuristischen Spielereien noch mit einem Design, das aussieht, als wäre es direkt aus einem Science-Fiction-Film auf die Straße gerollt, Aufmerksamkeit erregen. Stattdessen macht er genau das, was ein BMW seit Jahrzehnten können soll: gut fahren. Und das überraschend überzeugend – auch ohne Verbrennungsmotor.
Schon auf den ersten Blick fällt auf, dass BMW beim iX1 nicht auf Teufel komm raus zeigen wollte, dass hier Strom statt Benzin unter der Haube steckt. Die Front ist typisch BMW, die Proportionen stimmen, und selbst eingefleischte Verbrenner-Fans müssen zweimal hinschauen, um den Unterschied zum klassischen X1 zu erkennen. Das ist durchaus als Kompliment gemeint.
Innen setzt sich dieser Eindruck fort. Das gebogene Curved Display wirkt modern, ohne überladen zu sein, die Materialqualität passt zum Premium-Anspruch der Marke und die Sitze sind auch auf längeren Strecken angenehm. Ein paar klassische Knöpfe mehr hätten der Bedienung allerdings nicht geschadet. Wie viele Hersteller vertraut auch BMW mittlerweile sehr auf den Touchscreen – und der verlangt manchmal mehr Aufmerksamkeit, als einem während der Fahrt lieb ist.
Doch kommen wir zum Wesentlichen: dem Fahren.
Wer glaubt, ein Elektro-SUV mit rund zwei Tonnen Gewicht könne keine Freude bereiten, sollte dem iX1 eine Chance geben. Das Drehmoment liegt sofort an, Überholmanöver erledigt der BMW beinahe lautlos und mit einer Gelassenheit, die schnell süchtig macht. Gleichzeitig bleibt die Lenkung präzise, das Fahrwerk straff, aber nicht unbequem, und in schnellen Kurven fühlt sich der iX1 erstaunlich leichtfüßig an. Eben typisch BMW.
Im Alltag sammelt der elektrische Bayer weitere Pluspunkte. Platz gibt es vorne wie hinten ausreichend, der Kofferraum schluckt problemlos den Wochenendeinkauf oder das Urlaubsgepäck einer kleinen Familie, und die erhöhte Sitzposition sorgt für gute Übersicht. Kurz gesagt: Wer bisher einen klassischen Kompakt-SUV gefahren ist, muss sich kaum umgewöhnen.
Bleibt die Frage nach der Reichweite. Die offiziell versprochenen Werte sind – wie so oft – eher Labor als Lebensrealität. Im echten Alltag pendelt sich der iX1 je nach Fahrweise, Außentemperatur und Strecke meist irgendwo zwischen 350 und knapp 400 Kilometern ein. Das reicht für den täglichen Einsatz locker aus. Auf der Langstrecke sorgt die Schnellladefunktion dafür, dass die Kaffeepause oft länger dauert als der eigentliche Ladevorgang.
Ganz ohne Kritik geht es allerdings nicht. Das Infotainmentsystem wirkt stellenweise unnötig komplex und verlangt etwas Eingewöhnung.
Unterm Strich macht BMW mit dem iX1 vieles richtig. Er versucht nicht, das Rad neu zu erfinden, sondern baut einfach ein gutes Auto – zufällig mit Elektroantrieb. Genau das könnte sein größter Vorteil sein. Denn viele Menschen suchen kein rollendes Smartphone, sondern ein Fahrzeug, das im Alltag funktioniert, hochwertig verarbeitet ist und auch auf der Landstraße ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Der BMW iX1 ist vielleicht nicht der aufregendste Vertreter seiner Klasse. Aber womöglich einer der vernünftigsten. Und manchmal ist genau das die bessere Entscheidung.
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