Augarten: Das Tor zum Ambrosi-Garten bleibt zu

Vor dem Gassigehen ist ein Umweg nötig.
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LEOPOLDSTADT. Es war ein Tauziehen, eine Entscheidung, die lange in der Luft gehangen ist und im November schließlich Realität wurde: Die Kunstsammlerin Francesca Habsburg ist mit dem Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst, dem TBA21, aus dem Gustinus-Ambrosi-Museum im Augarten weggezogen. Der Mietvertrag ist mit Ende 2017 ausgelaufen.

Die Entscheidung wirkt sich aber nicht nur auf die Kunstliebhaber im Grätzel aus, sondern auch auf alle, die den Augarten nutzen: Das Tor, das in der Nähe von Am Tabor, zu Beginn der Scherzergasse, zum Ausstellungsraum geführt hat, bleibt seit dem Abzug des TBA21 verschlossen. Anrainer, die in den Augarten wollen, müssen jetzt entweder 200 Meter zum nächsten Tor in der Lampigasse oder 250 Meter zum Eingang am Ende der Klanggasse gehen. Das sind keine sehr langen Strecken – zumal, wenn man ohnehin vorhat, einen Spaziergang zu machen – aber es stellt sich die Frage, warum ein vorhandenes Tor nicht einfach geöffnet werden kann. Dazu kommt, dass auch der das Museum umgebende Ambrosigarten geschlossen bleibt – obwohl es sich, wie beim Rest vom Augarten – um eine von den Bundesgärten betreute Fläche im Eigentum der Republik handelt.

Gerd Koch von den Bundesgärten erklärt die Entscheidung, den Ambrosigarten und das Tor geschlossen zu halten, so: "In diesem Bereich ist es seit dem Abzug des TBA21 leider immer wieder zu Vandalismus gekommen: Beschmierungen, beschädigte Pflanzen und aufgeschnittene Baumstämme." Man habe sich deshalb dazu entschlossen, den Garten im Winter zu sperren – im Frühling werde er aber sicher wieder geöffnet. Koch hat außerdem eine Botschaft an Hundebesitzer, die ihre Tiere ohne Leine im Garten laufen lassen: "Es herrscht Leinenpflicht, und die Verunreinigungen mit Urin und Kot, die durch freilaufende Hunde entstehen, machen unseren Gärtnern sehr zu schaffen. Etwas Rücksicht wäre angebracht."

Lichtenegger will Öffnung

Auch bei Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger (Grüne) sind zu diesem Thema schon mehrere Beschwerden eingetrudelt. Sie hat bereits mit den Bundesgärten Rücksprache gehalten und setzt sich für eine möglichst rasche Öffnung von Tor und Garten ein. "Ich habe die Antwort erhalten, dass das Tor jetzt über den Winter jedenfalls geschlossen bleibt", sagt sie. Pünktlich zu Frühlingsbeginn will Lichtenegger überprüfen, ob sich etwas getan hat, und gegebenenfalls auf eine Öffnung drängen.

Bewegt haben sich die Bundesgärten aber, was die Öffnungszeiten betrifft: Lange sperrte der Augarten im Winter immer erst um 7.30 Uhr auf, was viele Anrainer, die Arbeits- oder Schulwege über den Park abkürzen wollten, störte. Nun wurden 30 Minuten angehängt: Der Augarten öffnet seine Tore jetzt um 7 Uhr – bis auf jenes in der Scherzergasse, das ganz geschlossen bleibt.

Vor dem Gassigehen ist ein Umweg nötig.
Das nächste offene Tor in der Lampigasse.

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