3. Pratercatchen
Ein Hauch Wrestlmania weht durch das Zelt der Liliputbahn

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Die 3. Pratermania-Wrestlingshow begeisterte an zwei Tagen das Wiener Publikum!

Als 2017 im Zirkuszelt von Louis Knie jun. das erstemal die Wrestler einmaschierten, wurde Veranstalter Marcus Vetter mit leichtem Schulterklopfen und wohlwollenden Lächeln bedacht.
2018 wieder im Zirkuszelt, diesmal mit mehr europäischen Spitzenwrestlern wurden die Macher Vetter und Michael Kovacs schon mehrfach beglückwünscht.
Doch seit diesem Jahr pfeifen es schon alle Spatzen von den Dächern „Pratercatchen“ ist eine herausragende europäische Wrestlingveranstaltung.

So manch einer könnte vor Neid erblassen, wenn man sieht wie an 2 Tagen das Zelt der Liliputbahn brechend voll ist und 20 internationale hoch anerkannte Wrestler ihre Kräfte messen, ihre Titel verteidigen und ihre Flugkünste vorführen.
Alles was das Herz der Fans erfreut wurde an diesem Doppeltagen auch erfüllt.
Eine Legende bestreitet seinen allerletzten Kampf in „Wien“.
Ein „Wiener“ Wrestler geht auf die Knie um, wie seinerzeit John Cena bei Wrestlemania, seiner Angebeteten einen Heiratsantrag zu machen.
Das Ländermatch Österreich gegen Deutschland endete 2-0.
Bis auf den Intercontinental-Gürtel verblieben alle Titel in Österreich.

Am Freitag überschlugen sich förmlich die Ereignisse.
Punkt 19.30 Uhr eröffnete der ultimativ beste aller Ringsprecher Rob Steam Hammer die Veranstaltung. Schon beim ersten „wollt ihr die Wrestler sehen“ bebte die Erde rund um das Zelt der Liliputbahn. Doch Steam Hammer war das zu wenig und er peitschte das Publikum zu noch mehr an. Nach nochmaligen Nachfragen zeigten die Wrestlingfans was sie drauf hatten und angeblich nach unbestätigten Meldungen entgleiste fast ein Waagon des Riesenrades durch die Erschütterungen.
Zum Aufwärmen fetzten sich der Holzfäller Jack Wilder und Wiens größtes Wrestlingtalent Denis Zinner.

Dann das 3 Mann Tag Team Match „Supreme Swedes „(Steinbolt & Harley Rage) mit „Avalanche“ Robert Dreissker gegen die Österreich Connection „Space Cowboys“ (Urgestein Michael Kovac & Damon Brix) an ihrer Seite der Praterpokalsieger 2018 Peter White.
Das Match stand unter dem Zeichen „wir machen keine Gefangenen“ und ließ nichts an Härte und Brutalität vermissen. Am Ende zu viel des Guten und die Schweden wurden Disqualifiziert.

Dann der unvergeßliche Höhepunkt, geliefert von Peter White. Er holte aus dem Publikum seine Liebe Anja in den Ring, ging vor ihr auf die Knie mit einem Ring in der Hand und fragte „Willst du Mrs. White werden. JAAAAAAAA sie will. Romantik pur im Viereck der starken Männer.
Anschließend der Legendenfight und damit der allerletzte Kampf von Heumarktlegende Franzl Schuhmann. Als Gegner wünschte er sich einen Wiener Weggefährten aus. „Der Söldner“ Franz Schlederer. Es wurde ein echter Heumarktkampf ohne spektakuläre Stunts und Flugeinlagen. Das legendäre „Urnreiberl“ ist und bleibt ein Highlight. Standesgemäß und Heumarktlich beendeten die beiden das Match, der Schiedsrichter wurde verdroschen.
Bei seiner Abschiedsrede wurde so manche Träne vergossen.
Richtig zu Sache ging es dann beim Titelkampf um den Gürtel des Intercontinentalchamps.

Der ehemalige WWE Kämpfer aus Tokio Yoshihiro Tajiri forderte den Wiener Chris Colen genannt „The Austrian Wolverine“. Colen wie immer akrobatisch und flink auf den Beinen hatte eigentlich seinen Gegner sehr gut im Griff, doch dann die Spezialität des japanischen Giftzwergs, er sprüht seinen Gegner eine grüne Flüssigkeit ins Gesicht und damit hat er leichtes Spiel mit den momentan erblindeten und so kam auch der Gürtel nach diesem Kampf in die asiatischen Hände.

Das frenetische Publikum wurde mit einem 4 Mann Ausscheidungskampf belohnt. Der Sieger ist gleichzeitig auch Gegner von Peter White im finalen Kampf um den Praterpokal.
Der Franzose Tristan Archer, der Weizer „Mexx“, der 185kg Brocken aus Samoa „Alofa“ und der walisische Muskelprotz Iestyn Rees ließen es von der ersten Sekunde an krachen und kannten gegenseitig keine Gnade. Jeder wollte unbedingt den Titelkampf. Zeitweise vereinsamte der Ringrichter im Ringgeviert, da alle Kämpfer ihre Aktivitäten ausserhalb des Rings setzten. Es wurde ein Match der besten Kondition und Konstitution in dem Iestyn Rees sich dann sehr souverän durchsetzte und seinen einzig verbliebenen Kampfgenossen im Ring coverte.
Peter White hat sich das Geschehen vom Sprechertisch aus angesehen und angesichts des Siegers und seinem äußerst massiv definierten Körperbaus, eher eine schlechtschlafende Nacht beschert.

Nicht zu vergessen darf man den Kampf des Publikumsliebling aus Aserbaidschan „Igor“ Rachimov. Igooor Igooor dröhnte es durch das Zelt und seine Fans tragen seine T-Shirts mit dem Aufdruck „Igor kaputt“. Sein Gegner Hakeem Waqur, begleitet von seinem Manager Scheich Khalil wurde weitaus weniger Beachtung geschenkt. Im Kampf selber zeigte der Arabian Superstar wer der Herr im Ring ist und besiegte Igor. Trotzalledem hallte es wieder „Igooor Igooor“ Rufe durch den Prater.

Lange mussten sie warten aber um 22.40 war der Weg frei zum 1. Weltmeisterschaftskampf im Wiener Prater. Österreich gegen Deutschland, Rot weiß Rot Piefke in Not, Sympathieträger kontra Berliner Arroganz. Ekelpaket Pascal Spalter forderte Respekt von den Wienern und erhielt Spott und Hohn. Dafür erntete der 9fache Titelträger auf 4 Kontinenten ,Titelverteidiger mit der Aura des Unbezwingbaren vom Publikum einen Applaus der bis zum Praterstern hörbar war.

Beim Abspielen der Österreichischen Bundeshymne, die gesanglich von 500 Fans mitgetragen wurde attackierte Pascal Sch…. (sein Wiener Spitzname) den Weltmeister und zog sich damit nicht nur den Zorn des Publikums zu, nein auch „Bambkiller“ Chris Raaber brachte es in Rage und er prügelte seinen deutschen Widersacher bis in den Vorgarten der Liliputbahn und wieder retour in den Ring. Nur kurz konnte Spalter seine brutalen und unfairen Methoden an den Mann bringen, denn Chris Raaber war weiterhin weltmeisterlich erzürnt und erteilte den gehaßten Schnösl eine Lektion vom Feinsten. Es war nicht Berlin bei Tag und Nacht...es war nur Wien bei Nacht und von Guten Zeiten konnte der Deutsche nur träumen, es waren nur mehr die Schlechten Zeiten.

Nach 8 Minuten war es geschehen und der Arroganzbolzen verließ wie ein begossener Pudl das Zelt. Es war die unendlichste Titelverteidigung des steirischen Superstars.

Fazit des Freitags: Ein Wahnsinn! Einfach nur „CATCHEN OIDA“!

Samstag der zweite Tag des Wrestlingspektakel im Zelt der Liliputbahn.
Wieder drängten sich bereits ab 18.00 Uhr die Fans vor dem Eingang um die besten Plätze zu erhaschen. Einfach nahe zu ihren Muskelhelden.
Pünktlich wie immer erschien Rob Steam Hammer, der europäische „Mean“Gene Okeland (bekannteste und beste Ringsprecher der WWF, WCW und WWE), diesmal im roten Jacket mit rotweißrotem Mascherl. Ein gutes Vorzeichen für einen neuerlichen Österreichertag!
Um 19.35 wurden in den Prater Restaurants die Gläser festgehalten, denn Steamhammer fragte wieder: „Wollt ihr die Wrestler sehen“? Die Antwort der ausverkauften Arena war ein schreiender Tsunami.
Den Beginn durften diesmal die Ladies machen. Österreichs Nummer 1 „Slammerella“ bekam es mit der deutschen Profiwrestlerin Lexa Valu zu tun. Seifenblasen gegen Piefkearroganz.
Im Ring ging es bereits heiß her und Slammerella hatte alle Hände voll zu tun um ihre Gegnerin schlußendlich zu besiegen. Das Wiener Publikum hatte seine Freude mit Frauenwrestling auf sehr hohem Niveau.
Den Männeranfang machte wie am Vortag der Kanadische Holzfäller Jack Wilder mit seiner Axt gegen den Publikumsmagnet und ehemaligen Tag-Team Champion „Igor“ Rachimov. Der Mann aus Baku schaffte die große Überraschung und fällte den Axtmann nach 7 Minuten.
Eng wurde es dann im Ring bei einem 4 Mann gegen Mann Match. Der Liebling aller Schwiegermütter Dennis Zinner traf auf den Norwegischen Wikinger Ragnar Alvarr, den Arabischen Muskelprotz Hakeem Waqur und den Oberunsymphatler aus Berlin Pascal Spalter.

Es bildeten sich rasch Allianzen im Ring. Youngstar Zinner mit dem Nordischen Kollegen gegen die  die bösen Buben und alle vier gegen den Ring. Das größte Bröckerl der Vieren, Pascal Spalter durfte wenigstens einen Sieg mit nach Hause nehmen. Aber Spalter kann das Wiener Publikum noch immer nicht sagen, er ist und bleibt Pascal Sch…..
Nach diesem Kampf musste der Ring repariert werden, es hatten sich Bretter gelöst. Aus erlesenem Munde (ich schweige wer es war) kam die Meldung: Spalter im Ring und „der Gscheidere gibt nach!“

Natürlich durfte auch am zweiten Tag der Steirische Weltmeister „Bambikiller“ Chris Raaber nicht fehlen. Sein Gegner, das Schwerstgewicht aus Samoa und Cousin von „the Rock“ Dwayne Johnson, der Headshrinker Alofa. Gegenüber anderen Ringschlachten war es eher ein ruhiger Fight aber technisch sehr hochstehend. Es gab auch keinen Sieger sondern zwei Verlierer, da beide vom Ringrichter ausgezählt wurden. Beide Catcher zeigten am Ende warum sie sich großer Beliebtheit erfreuen. Shakehands und eine Verbrüderung waren das Ergebnis. Es brandete tosender Applaus von den Rängen ob dieser sportlichen und menschlichen Geste.
Was sich im nächsten Kampf abspielte wird unvergesslich bleiben. Dieses Match hatte Wrestlmania Charakter. Chris Colen der Wiener Lokalmatador und die Tullner 130kg Lawine Robert Dreissker rissen die Leute von den Sitzen. Fast 20 Minuten Feuerwerk an technischen Kabinettstückerln, Härteeinlagen, wahnsinnige Flugmanöver. Es war ein wahrlich beeindruckender Fight der viele WWE Kämpfe weit in den Schatten stellte. Chris Colen hatte das bessere Ende für sich, holte aber den Verlierer nach dem Kampf wieder in den Ring und beide stemmten sich gegenseitig die Arme in die Höhe und das Publikum skandierte mit Standing Ovation diese Höchstleistung.

Gleich darauf der Tag Team Titelkampf zwischen den Cowboys Michael Kovac und Damon Brix gegen das Duo aus Skandinavien den „Supreme Swedes“Harley Rage und Steinbolt.
Die Österreichischen Titelverteidiger kamen anfangs etwas in die Bretoullie aber mit Fortdauer des Kampfes übernahmen sie das Kommando und stauchten die Schwedenbomben in Grund und Boden. Kovac und Brix verteidigten souverän ihren Titel und die Herzen aller Frauen flogen ihnen zu. Den Gürtel übergab ein Österreichischer Kampfsport-Weltmeister Henry Bannert.

Im vorletzten Kampf musste der Japaner Tajiri seinen am Vortag gewonnen Intercontinental Titel verteidigen. Nachdem am Freitag ein Wiener scheiterte versuchte es diesmal der Steirer Mexx.
Beide Wrestler waren recht vorsichtig und so entwickelte sich ein relativ defensives Match. Der wieselflinke WWE Star konnte Mexx immer wieder aus brenzligen Situationen entfleuchen und war sehr schwer greifbar. Just als der Weizer sich einen sehr vielversprechenden Vorteil erarbeitet hat, wurde er von Tajiri mit seiner grünen Spuckflüßigkeit ausser Gefecht gesetzt und gepinnt. Somit wandert der begehrte Intercontinentalgürtel nach Asien ab.

Jeder Abend muss ein großes Finale haben. So auch im Wiener Prater. Das Titelmatch um den Praterpokal stand auf dem Programm. Der frischgebackene Verlobte und Titelverteidiger Peter White war sich seiner Sache von Anfang an nicht ganz sicher, denn sein Rivale der grimmige und voll austrainierte Waliser Iestyn Rees ist ein wahres Kraftpaket ohne Gnade.
Der Brite legte auch sehr schnell los und maltretierte den Vorjahressieger auf das allerfeinste. White fand kaum ein Rezept und konnte nur wenige Konter anbringen. Mit Fortdauer des Kampfes war der Mann aus Wales aber zu sicher als Sieger aus den Ring zu steigen und rechnete auch nicht mit der enormen Leidensfähigkeit seines Kontrahenten. Als alle schon mit einem neuen Praterpokalsieger rechneten, auch wenn das Publikum mit „Peter Peter“ Rufe das Schlimmste verhindern wollten, bekam der Wiener Superwrestler seine zweite Luft und ließ all seinen Schmerz und Frust heraus. Dem war dann selbst der starke Gegner nicht mehr gewachsen und es kam wie es kommen musste. 1...2...3 vorbei. Peter White ist somit der erste Catcher der den Praterpokal zweimal gewonnen hat. Eins steht fest, IestynRees wird sicher nicht zur Hochzeit kommen.
Urgestein Franz Schlederer überreichte den überglücklichen Sieger die Trophäe.

Pratercatchen 2019 gehört somit auch der Vergangenheit an, doch wird es ewig in Erinnerung bleiben.
2 Tage ein volles Haus bzw. Zelt. 20 Top Athleten mit Top Leistungen.
Es wehte ein Hauch vom amerikanischen Flair durchs Zelt gemischt mit dem Charme eines Wiener Publikums.
Zum Schluß sei noch gesagt: Meine tiefste Anerkennung ob der perfekten Organisation dieser Veranstaltung. Marcus Vetter verdient bereits einen Wrestlingorden oder vielleicht besser für 2020 Laufschuhe, denn während der gesamten 2 Tage ist er sicher 3 Marathons gewieselt.
Auch Michael Kovac muss man an dieser Stelle sehr hervorheben, denn er und seine Wrestler machen mit diesen Leistungen Wrestling zu einem sehr ernstzunehmenden Sport der natürlich auch seinen Showanteil hat.
Für 2020 werden garantiert etliche neue Sponsoren auf den Zug mitaufspringen.

Übrigens meine absolute Heldin des Tages war die Gewinnerin des Tombola Hauptpreises „ein Stelzenessen für 10 Personen“ im Englischen Reiter.
Sie hat ihren Preis den fleißigen Helferleins (Ringaufbau usw.) gespendet.
Das ist Catchen Oida!!!!

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