Minutenlang Rot
Gefährliche Wartezeiten bei der U1-Station Vorgartenstraße
- Aufgrund der langen Rotphasen sammeln sich ganze Menschentrauben vor der U1–Station Vorgartenstraße.
- Foto: Grüne Leopoldstadt
- hochgeladen von Luca Arztmann
Auf dem Schutzweg vor der U1-Station Vorgartenstraße kommt es in den vergangenen Monaten immer wieder zu gefährlichen Situationen. Die Fußgängerampel steht teilweise zehn Minuten lang auf Rot. Grund dafür sei das manuelle Zugreifen auf die Anlage durch die Verkehrszentrale der Polizei.
WIEN/LEOPOLDSTADT. Alltagswege mit den öffentlichen Verkehrsmitteln können oft stressig sein. Kommt man dann endlich bei der gewünschten Station an, geht es mit schnellen Schritten Richtung Ausgang und von dort zum angestrebten Ziel. Bei der U1-Station Vorgartenstraße steht den Fußgängerinnen und -gängern allerdings etwas im Weg, was eigentlich für ihre Sicherheit sorgen sollte: Eine rote Fußgängerampel.
Diese, so berichten die Grünen Leopoldstadt, würde seit Monaten bis zu zehn Minuten auf Rot stehen. Auf der Lassallestraße staut sich der Verkehr, es geht nur schubweise voran. Deshalb entscheiden sich viele der Passantinnen und Passanten, nach minutenlangem Warten bei Rot über die Ampel zu gehen.
Wie Videos zeigen, kommt es dabei auch immer wieder zu gefährlichen Situationen. Die Autos setzen sich wieder in Bewegung, im selben Moment betritt jemand die Fahrbahn. "Es ist sehr nachvollziehbar, dass die Wartenden irgendwann einmal die Geduld verlieren und trotz Rot die Straße überqueren", heißt es dazu von den Grünen.
Fußgänger warten wegen Autostau
Der Grund für die langen Rotphasen: Bei der Ampel ist ein sogenanntes Polizeiprogramm installiert. Damit kann die Verkehrszentrale der Wiener Polizei manuell aus der Ferne auf die Anlage zugreifen. Laut einer Sprecherin komme dies zum Einsatz, wenn sich der Autoverkehr "über die Reichsbrücke in den Kaisermühlentunnel" staut.
Dadurch sei auch die Auffahrt vom Handelskai betroffen und der Linienbusverkehr werde bei starkem Verkehrsaufkommen beeinträchtigt. Zu guter Letzt ist laut der Sprecherin die Reichsbrücke eine wichtige Einsatzroute für Blaulichtorganisation. Um den Verkehr in diesem Bereich aus den verschiedenen Gründen zu entlasten, haben die Autos in der Lassallestraße länger grün und die Fußgängerampel bleibt auf Rot.
"Indiskutable Vorgehensweise"
Die Grünen Leopoldstadt fordern das Eingreifen zu beenden: "Diese Vorgehensweise ist für uns völlig indiskutabel, da dadurch Menschen, die sich ja nur klimaschonend fortbewegen wollen, gefährdet werden". Und weiter: "Muss erst etwas passieren, bevor etwas passiert?" Die Polizei betont, dass das Polizeiprogramm nur "im erforderlichen Ausmaß" und in "der erforderlichen Zeit eingesetzt" werde.
- Die Verkehrszentrale der Polizei kann manuell auf die Fußgängerampel zugreifen. (Symbolfoto)
- Foto: Johannes Reiterits
- hochgeladen von Johannes Reiterits
Das Aufkommen an Fußgängerinnen und -gängern werde zudem mittels Verkehrskameras beobachtet. Die Frage, ob es Aufzeichnungen über die Wartedauern an der Ampel gibt, ließ man unbeantwortet. Jedoch erklärt man vonseiten der Exekutive, dass an der Anlage derzeit eine Störung vorliegen würde, "welche eine längere Wartezeit, als vorgesehen ausgelöst hat". Die dafür zuständige MA 33 (Wien leuchtet) kann eine solche Störung jedoch nicht bestätigen.
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