Leopoldstadt-Heldin
Maria Schinko setzt sich für queeren Sport ein
- Maria Schinko ist seit sechs Jahren Obfrau des Vereins „Vienna's Queer Melange“ und die Heldin der Leopoldstadt.
- Foto: Marlene Graupner/MeinBezirk
- hochgeladen von Marlene Graupner
Maria Schinko ist die Heldin des 2. Bezirks. Seit Jahren setzt sie sich mit viel Herzblut für queeren und inklusiven Volleyballsport ein. Mit ihrem Verein „Vienna’s Queer Melange“ schafft sie einen sicheren Raum, in dem Vielfalt, Gemeinschaft und Selbstbestimmung im Mittelpunkt stehen.
WIEN/LEOPOLDSTADT. Wenn Maria Schinko über ihren Volleyballverein spricht, beginnt sie zu strahlen. Seit 2016 steht sie selbst leidenschaftlich auf dem Feld – doch „Vienna's Queer Melange“ bedeutet ihr weit mehr als nur Sport.
Der Verein ist für sie ein Ort der Gemeinschaft, der Stärkung, der Sichtbarkeit – ein Safe Space, in dem Menschen so sein dürfen, wie sie sind. Seit 2019 ist Maria Obfrau – und wurde nun für ihr Engagement von MeinBezirk, W24 und Moderatorin Mel Merio zur Heldin aus der Leopoldstadt ausgezeichnet.
Dass Maria heute an der Spitze des Vereins steht, war keineswegs geplant. „Ich bin gefragt worden“, erzählt sie. Als die damalige Obfrau zurücktrat, übernahm Maria – zunächst dachte sie, es gehe nur um Hallenorganisation. Doch rasch wurde klar: Diese Rolle bedeutet weit mehr. Netzwerkarbeit, Öffentlichkeitsarbeit, die Organisation internationaler Turniere – alles davon ehrenamtlich und vieles im Team. Die Auszeichnung als Heldin möchte Schinko daher nicht für sich allein beanspruchen: „Ich denke, dass man uns alle, die sich da engagieren, als Heldinnen bezeichnen kann“, erklärt sie.
Gemeinschaft, die bewegt
Die Geschichte des Vereins beginnt in den späten 1980er-Jahren. Über einen Zeitungsaufruf fanden sich vor allem lesbische Frauen zusammen, um gemeinsam Volleyball zu spielen. 1993 wurde daraus der offizielle Verein „Marantana“, eine Wortschöpfung aus den Namen „Maria“ und „Anna“. Ziel war es, für ein bevorstehendes internationales Turnier in Wien eine juristische Struktur zu schaffen.
Später nannte sich der Verein „Vienna’s Queer Melange – Volleyballverein für Lesben und Freundinnen“. Heute ist daraus einfach und kürzer „Vienna’s Queer Melange“ geworden. Ein bewusster Schritt, wie Maria erklärt: „Uns war wichtig, dass sich wirklich alle angesprochen fühlen.“ Der Vereinsname verzichtet daher heute auf spezifische Gruppenbezeichnungen – nicht aus Unsichtbarmachung, sondern im Bewusstsein, dass sich Sprache und Identitäten stetig weiterentwickeln. Derzeit zählt der Verein rund 70 Mitglieder – ein diverses Miteinander aus Frauen, Lesben, intergeschlechtlichen, nicht-binären, trans und agender Personen. Kurz: FLINTA*.
- Trainiert wird dreimal pro Woche, im Sommer spielt das Team auch draußen auf Beachvolleyballplätzen. (Symbolbild)
- Foto: Unsplash/Teirlinck
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Dreimal pro Woche wird trainiert, im Sommer auch auf Beachvolleyballplätzen. Gespielt wird bewusst ausschließlich auf der Netzhöhe für Frauen. „Wenn man bei uns Volleyball spielen möchte, dann spielt man eben auf dieser Höhe und auch bei allen Turnieren wird auf diese Höhe gespielt“, erklärt Schinko.
Außerdem gibt es bei "Vienna’s Queer Melange" keine festen Positionen auf dem Spielfeld. Dieses Konzept sei Teil des Selbstverständnisses des Vereins als Safe Space im sportlichen Kontext. „Gerade im Hobbybereich ist es wichtig, einen Raum zu haben, in dem Geschlechternormen keine Rolle spielen“, betont die Obfrau. „Auch im Sport passiert es oft, dass Menschen je nach Körpergröße oder anderen Voraussetzungen in bestimmte Positionen gedrängt werden. Bei uns ist das anders: Es gibt keine Zuschreibungen von außen. Du entscheidest selbst, was du spielen möchtest. Es geht um Selbstermächtigung – und das ist uns sehr wichtig."
Die Sendung "Wiener Heldinnen" kann man am Sonntag um 19 Uhr auf W24 sehen.
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