11.08.2012, 00:00 Uhr

Roboter-Segelboot auf Weltrekordkurs

Projektleiter Roland Stelzer und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle mit der rekordverdächtigen "ASV RoBoat"

Fast schon ein Stapellauf: Im Leopoldstädter "Happylab - Vienna Fab Lab" präsentierten Projektleiter Roland Stelzer und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle das rekordverdächtige Roboterboot erstmals der Öffentlichkeit.

Roland Stelzer vom INNOC – Österreichische Gesellschaft für innovative Computerwissenschaften hat in den letzten beiden Jahren gemeinsam mit den Schülern der HTL Spengergasse das Roboter-Segelboot im Rahmen des Förderprogrammes „Sparkling Science“ des Wissenschafts- und Forschungsministeriums entwickelt. Dass es sich dabei nicht um ein aufwendiges Spielzeug handelt, machte Stelzer schnell klar. Hochdiffizile Technik steckt in dem vier Meter langen Boot mit seinen 4,5 Quadratmetern Segelfläche und 300 Kilogramm Gewicht: Solarpaneele an Deck für die Energieversorgung, Computer, WLAN und komplexe Software wassergeschützt im Inneren, die das reale Segeln mit all seinen Bewegungen nachempfinden kann. "Unser Boot ist nicht ferngesteuert, sondern segelt absolut autonom", erklärt Stelzer. Es kann sogar selbständig den nächsten Versorgungshafen anlaufen, sollte ein Schaden auftreten.

Im internationalen Vergleich derzeit die Nr. 1
Die „ASV Roboat“ will den aktuellen Weltrekord im Roboter-Segeln brechen: Im Zuge einer mehrtägigen Forschungsmission an der Ostsee wird das Roboter-Segelboot 150 Seemeilen zurücklegen und dafür bis zu 100 Stunden ohne Unterbrechung auf hoher See unterwegs sein. "Wir wollen damit den aktuellen Weltrekord einer französischen Universität, der seit März 2012 bei 78,9 Seemeilen liegt, überbieten. Im internationalen Vergleich ist das österreichische Roboter-Segelboot derzeit führend", so Stelzer.
Neben dem Weltrekord sei ein wichtiges Ziel der Mission, mehr über die vom Aussterben bedrohte Schweinswalpopulation in der Ostsee zu erfahren: In Kooperation mit Meeresbiologen der Oregon State University (USA) werde derzeit eine Methode entwickelt, um die Laute der Meeressäuger aufzuzeichnen und daraus wertvolle Informationen über Wanderrouten, Paarungsplätze und Kommunikationsverhalten der Tiere zu ermitteln.
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