06.10.2014, 11:53 Uhr

Gedanken zum Welttag des älteren Menschen

Standarddefinition der UNO: Als „ältere“ Menschen sind jene anzusehen, die sechzig Jahre und älter sind.

Die Menschen leben heute durchschnittlich über 30 Jahre länger als noch vor 100 Jahren. Der demografische Wandel erfordert eine neue Bewertung des Alters, eine Anerkennung und Förderung des aktiven Alters sowie die Vermittlung realistischer und differenzierter Bilder vom Alter und vom Altern in der Gesellschaft

Die zunehmende hohe Erwartung an die Lebensqualität hat weitreichende Konsequenzen
für die Gesellschaft, die Wirtschaft aber auch für die kleineren Systeme, wie Generationen und Familien. Selbstbestimmtes Altern ist eine Forderung der älteren an die jüngere Generation. Ältere oder alte Menschen haben den Anspruch selbstbestimmt am sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und spirituellen Leben teilzunehmen.
Was es dazu benötigt, ist Wissen um die Bedürfnisse, aber auch um die jeweiligen Handlungsfelder. Doch wirkungsvolle Lösungsansätze zur Gestaltung des demografischen Wandels sind nicht von heute auf morgen umzusetzen.
Es braucht viel Aufmerksamkeit und Anstrengung aber auch fachliche Kompetenz um die verschiedenen Handlungsfelder zu erkennen, die Verbindung zu sehen und daran eine Idee
zu knüpfen, um sie in ein entsprechendes Leistungs- und Förderangebot umzuwandeln.
Altern ist keine Krankheit, wie man einst gesagt hat - Altern ist ein langsamer Prozess der Veränderung und der Wandlung innerhalb eines Lebens. Tatsächlich beginnt Altern mit dem Tag der Geburt.
Entgegen der allgemeinen Annahme sind die meisten Menschen heutzutage bis zum 75. Lebensjahr im vollen Besitz ihrer geistigen und körperlichen Kräfte. Deshalb entwickelt sich die Zeit zwischen dem 60. und dem 75. Lebensjahr zu einem eigenen Lebensabschnitt, auf den man sich freut und sich vorbereitet. "Alt sein" bedeutet nicht in erster Linie "hilfe- und pflegebedürftig" zu sein bedeutet.
Jedoch ist nicht aus den Augen zu verlieren, dass eine Hilfe- oder Pflegebedürftigkeit manchmal sehr rasch (jedenfalls immer schneller, als es der betroffenen Person lieb ist)eintreten kann. So wie sich Eltern am Beginn der Schullaufbahn Gedanken machen, eine passende Schule für die Talente des Kindes zu finden und der/die junge Erwachsene dann seine/ihre berufliche Laufbahn weiterplant, genauso sollte auch eine grundsätzliche Idee und Basisentscheidung für den sogenannten dritten Lebensabschnitt vorhanden sein.
Da sich ein Mensch in Österreich in seinen jüngeren Jahren darauf beruft, selbstbestimmt entscheiden zu wollen, wohin er/sie geht, was er/sie lernt, wo er/sie lebt, mit wem er/sie lebt, was er/sie isst und was er/sie trinkt, welchen schädlichen Faktoren er oder sie sich aussetzt und wie er/sie etwas finanziert und wofür er oder sie Geld ausgibt, wäre es doch konsequent, für eine eventuelle Pflegebedürftigkeit mit derselben Verantwortung vorauszuplanen und Vorsorge zu treffen.
Vorsorge hat viele Gestalten. Von Eigenengagement zum gesunden Leben, über Versicherungsangebote, der Darstellung eines stabilen sozialen Netzes bis zu Förderungsleistungen der Sozial- und Gesundheitspolitik gibt es unzählige Möglichkeiten.
Am Welttag des älteren Menschen möchte ich einladen, wenn nicht bis jetzt, dann jetzt, ein Gespräch mit sich und anderen zu führen, um ein selbstbestimmtes Leben in die Hand zu nehmen und sich Möglichkeiten zur weiteren Lebensführung zu überlegen.

Der Verein für Kompetenz in der Pflege bietet Ihnen dazu gerne Gesprächsmöglichkeit und Beratung an.
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