08.06.2017, 10:00 Uhr

Autofahren mit Handy, Zigarette & Co

Oftmals können Ablenkungen hinter dem Steuer, wie etwa das Rauchen, gefährliche Verkehrssituationen auslösen.

Ablenkungen hinter dem Steuer können vielseitig sein. In manchen Fällen leider auch tödlich.

BEZIRK LILIENFELD (rg). 180 Meter im Blindflug. Diese Strecke legt man zurück, wenn man auf der Autobahn bei 130 km/h für fünf Sekunden eine SMS oder WhatsApp liest.
Ablenkung am Steuer – also Telefonieren, Nachrichten schreiben sowie Essen und Trinken – ist der Grund für mehr als ein Drittel aller Verkehrsunfälle in Niederösterreich. Eine Untersuchung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit beweist: Die Reaktionszeit sinkt deutlich. Wer etwa ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, reagiert genauso langsam wie ein alkoholisierter Fahrer mit 0,8 Promille Alkohol – so wiederum der Verkehrsclub Österreich.
Noch immer ist vor allem Telefonieren und SMSen am Steuer in den Köpfen vieler ein „Kavaliersdelikt“: Täglich werden in NÖ 60 Lenker von der Polizei ertappt. Die Dunkelziffer ist freilich viel höher. Experten schätzen, dass nur jeder 2.500ste erwischt wird. Wenn, dann sind allerdings 50 Euro fällig. Die BEZIRKSBLÄTTER haben sich im Bezirk Lilienfeld umgehört, ob sich die Autofahrer der Gefahr bewusst sind.

Siri kann vorlesen
Die Lilienfelderin Annemarie Mitterlehner von den SPÖ Frauen NÖ hat eine Freisprecheinrichtung in ihrem Auto: "Sicher habe ich früher schon mal aus Neugierde eine SMS beim Autofahren gelesen. Seit dem ich die Freisprecheinrichtung habe, jedoch nicht mehr. Praktisch ist auch SIRI (Software von Apple). Da kann man sich die Nachrichten vorlesen lassen und ihr sogar SMS diktieren, die sie dann verschickt." Doch welche Sünde hat die Lilienfelderin beim Autofahren? "Ich würde sagen, meine Sünden am Steuer sind Essen und Trinken."

Bröseln im Auto
"Ja, ich habe eine Freisprecheinrichtung in meinem Auto eingebaut," so FPÖ Nationalrat Christian Hafenecker auf die Frage nach dem Telefonieren während dem Autofahren. "Natürlich habe ich auch schon einmal eine SMS-Nachricht beim Autofahren auf dem Handy gelesen. Jeder der sagt, dass er das noch nie gemacht hat, schwindelt ein wenig", meint Hafenecker. "Heute mache ich es nicht mehr. Und es muss auch nicht sein, da die Spracheingabe bei der Freisprecheinrichtung alles übernimmt." Das Essen im Auto vermeidet der Politiker: "Hin und wieder, wenn es in der Früh stressig ist, nehme ich mir mein Weckerl ins Auto mit. Das kommt aber sehr selten vor, da ich ja dann die Brösel im Auto habe. Und nur ganz selten kommt es vor, dass ich am Steuer rauche, da ich das einfach nicht mag."
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