13.10.2014, 10:50 Uhr

Feuerwehren für Ernstfall gerüstet

Lilienfelds Feuerwehren trainieren mehrmals im Jahr Einsatzszenarien mit dem Austritt von Gefahrstoffen. (Foto: W. Planer)

Lilienfelds Feuerwehren trainieren hart, um auch für Gefahrengut-einsätze bestens vorbereitet zu sein.

BEZIRK (mg). Sie sind explosiv, hochgiftig, radioaktiv oder brennen einfach nur verdammt gut. Millionen Tonnen Gefahrengut lagern in heimischen Firmen oder rollen über Straßen und Schienen. Auch im Bezirk Lilienfeld schlummern vielerorts teilweise große Mengen gefährlicher Güter.

Gefahrenquellen in Firmen

Industriebetriebe wie Georg Fischer, Voest Alpine oder Neuman benötigen für die Produktion ihrer Produkte natürlich Stoffe wie hochkonzentrierte Natron- oder Kalilauge, Schwefel- und Salzsäure, Chlorverbindungen und Salmiak. Lilienfelds Betriebe sind sich dieser Gefahr bewusst. Sie setzen daher auf strenge Vorsichtsmaßnahmen, teilweise über den ohnehin strengen gesetzlichen Vorgaben.

Gefahren im Haushalt
"Doch auch im täglichen Leben, an der Tankstelle, im Supermarkt oder in den eigenen vier Wänden begegnen uns zahlreiche Gefahrstoffe, vom Pflanzenschutzmittel bis zum Haarspray, ohne dass wir uns Gedanken über deren Gefährlichkeit machen", erklärt Bezirkssachbearbeiter Werner Planer von der Freiwilligen Feuerwehr Wiesenfeld.

Verhalten im Ernstfall
Der Profi gibt auch gerne Tipps für den Fall der Fälle. Denn richtiges Vorgehen kann Leben retten. "Zuerst sollte man sich entgegen der Windrichtung in Sicherheit bringen. Aus sicherer Entfernung kann man dann versuchen, Gefahrensymbole oder Nummern der Warntafel zu erkennen und diese der Feuerwehr bekannt zu geben.

Feuerwehren gerüstet
Bei jedem Einsatz der Florianis besteht auch die Gefahr, mit Schadstoffen konfrontiert zu werden. Im Bezirk Lilienfeld wurde daher die Schadstoffgruppe neu installiert. Die Feuerwehren Wiesenfeld, Traisen-Markt und die Betriebsfeuerwehren Voest Alpine und Georg Fischer bilden diese Gruppe. Zudem wurde ein Schadstoffanhänger angekauft, der derzeit im ganzen Bezirk bei Übungen im Mittelpunkt steht. Auch die Schadstoff-Alarmierungspläne des Bezirks wurden neu überarbeitet. Moderne Messgeräte, die Konzentrationen verschiedenster giftiger Stoffe in der Luft anzeigen, sind ebenso vorhanden. Dadurch können die Einsatzkräfte im Ernstfall Gefahren für die Bevölkerung frühzeitig erkennen und Maßnahmen treffen. Die Errichtung von Ölsperren zählt ebenso zu den Aufgaben im Schadstoffwesen der Feuerwehren und wird immer wieder geübt.
Gefahrenguttransporte müssen mit orangefarbenen Tafeln gekennzeichnet sein. "Die obere "Kemler"-Zahl informiert über die Art der Gefahr, die untere ist die UN-Nummer, die den Stoff bezeichnet", erklärt Planer.
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