Linz-Land: „Import-Pflanzen“ werden zum Problem

Der japanische Staudenknöterich schaut schön aus, zählt aber zu den invasiven Pflanzenarten.
  • Der japanische Staudenknöterich schaut schön aus, zählt aber zu den invasiven Pflanzenarten.
  • Foto: Elisabeth Strauß
  • hochgeladen von Klaus Niedermair

BEZIRK (nikl). Diese Pflanzen wurden ab dem 15. Jahrhundert absichtlich oder zufällig mitgenommen. Viele von ihnen, wie die Rosskastanie, der Flieder oder die Kartoffelrose, sind aus den heimischen Gärten nicht wegzudenken. Es gibt aber auch „Eindringlinge“, die unerwünschte Auswirkungen auf andere Arten, Lebensgemeinschaften oder Biotope haben. Beispiel: Der Japanische Staudenknöterich, umgangssprachlich die „pflanzliche Pest des Jahrhunderts“ genannt: Er verdrängt nachhaltig die natürliche Vegetation, breitet sich rasch aus und ist – zumindest bis jetzt – sehr schwer zu bekämpfen. „Ganz Oberösterreich ist von dem Problem dieser invasiven Pflanze, einem so genannten Neophyten, mittlerweile betroffen. "Die ursprünglich aus Ostasien stammende Pflanze dringt in kleinste Ritzen von Mauern und Asphalt ein und lässt diese durch ihr starkes Wachstum bersten“, erklärt Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner.

Hier gibt es die heftigste Ausbreitung

Als Maßnahme im Bereich der Straßenerhaltung und Straßenpflege werden alle Staudenknöterich-Standorte in Oberösterreich in ein Register aufgenommen. „Die heftigste Ausbreitung des Staudenknöterichs findet man im Bezirk Linz-Land an der stark befahrenen B139-Kremstalstraße in Traun, an der L536 der Traunuferstraße sowie an der LL1392 der Ansfeldner Straße. Besonders entlang der Traunauen hat sich die Pflanze bereits ziemlich rasant ausgebreitet“, betont Josef Gattringer, zuständig für Straßenneubau und -erhaltung beim Land Oberösterreich. Wie hoch die Schäden sind, die der Knöterich jährlich verursacht, sei nur schwer zu beziffern, weiß Wolfgang Putz, Staudenknöterich-Experte des Landes OÖ: "In Großbritannien, wo die Pflanze 1825 eingeschleppt wurde, gehen die Schäden in die Milliardenhöhe." Doch was tun gegen diese wuchernde Plage? Gattringer: „Eine chemische Bekämpfung komme nicht in Frage. Zum einen seien Herbizide auf Straßenbegleitflächen gesetzlich verboten. Zum anderen taugen sie nicht als „Knöterich-Killer“. Erfolgversprechend ist das Abmähen der bewucherten Flächen – mehrere Male im Jahr.“

„Nicht in Biotonne werfen“

Aber, so Gattringer: „Das Mähgut auf gar keinen Fall in die Biotonne werfen. Der Staudenknöterich muss verbrannt oder bei 70 Grad kompostiert werden. Ausgraben nützt kaum etwas, da die Wurzeln bis drei Meter tief in den Boden reichen können. Sollte man nicht so radikal vorgehen wollen, dann ist die Anschaffung von ein Schafen sinnvoll.“

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