Nahversorgung in Gefahr?
Schließung der Unimarkt-Filiale bewegt Wilhering
- Wilherings Bürgermeister Christina Oppolzer-Mühlböck vor der Unimarkt-Filiale in ihrer Gemeinde, die bald geschlossen wird.
- Foto: Gemeinde Wilhering
- hochgeladen von Klaus Niedermair
Ein Paukenschlag für Wilhering: Ende Jänner schließt die Unimarkt-Filiale in der Gemeinde. Die Ankündigung sorgt für große Verunsicherung in der Bevölkerung. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger haben sich in den vergangenen Tagen mit Sorgen und Fragen an die Gemeindespitze, insbesondere an Bürgermeisterin Christina Mühlböck-Oppolzer, gewandt.
Die Bürgermeisterin sieht eine geroße Verantwortung für Gemeinde.
WILHERING. „Als Bürgermeisterin und als Wilheringerin empfinde ich diese Situation als große Verantwortung und Belastung, weil es hier um mehr geht als um ein Gebäude. Es geht um Nahversorgung, um Arbeitsplätze und um ein wichtiges Stück Alltagsleben in unserer Gemeinde“, betont Mühlböck-Oppolzer in einer Mitteilung an die Bevölkerung. Ziel sei es, so transparent und ehrlich wie möglich über den aktuellen Stand zu informieren.
Nahversorgung in Wilhering
hat oberste Priorität
Für die Bürgermeisterin steht fest: „Wilhering braucht eine funktionierende Nahversorgung.“ Das Gebäude samt Grundstück, in dem sich derzeit die Unimarkt-Filiale befindet, steht im Eigentum der Firma Unimarkt.
Verkaufsprozess
liegt bei Unimarkt
Wie Mühlböck-Oppolzer erklärt, hat Unimarkt eine externe Firma mit dem strukturierten Verkaufs- beziehungsweise Übernahmeprozess beauftragt. Dieser unterliege klaren rechtlichen Vorgaben. „Auch wenn man als Bürgermeisterin oft anderes vermuten würde: Die Gemeinde hat keinen formellen Anspruch auf laufende Informationen oder Mitspracherechte in diesem Verfahren“, so die Ortschefin. Dennoch bemühe sie sich täglich, aktuelle Informationen zum Stand der Dinge zu erhalten.
Interesse von potenziellen
Nachfolgern bestätigt
Parallel dazu hält auch die Gemeinde Ausschau nach möglichen Nachfolgern. „Uns wurde von mehreren Seiten – unter anderem auch von der Bundeswettbewerbsbehörde – bestätigt, dass es Interessenten gibt, darunter auch Lebensmittelhändler. Auch bei mir persönlich hat sich einer dieser Händler gemeldet und sein Interesse bekundet“, erklärt die Bürgermeisterin.
Keine Namensnennungen
während laufender Verfahren
Konkrete Namen könne man derzeit jedoch noch nicht nennen. „Aufgrund der laufenden Verkaufs- und Prüfverfahren dürfen aktuell keine Namen genannt werden. Erst nach Abschluss dieser Prozesse wird die Gemeinde offiziell informiert“, so Mühlböck-Oppolzer. Diese Information wurde der Gemeinde ebenfalls von der Bundeswettbewerbsbehörde bestätigt.
Standort Wilhering gilt als attraktiv
Für die Gemeinde steht fest: Eine funktionierende Nahversorgung an diesem Standort ist unverzichtbar. „Der Standort ist zentral gelegen und hat großes Potenzial. Wir setzen uns mit Nachdruck dafür ein, dass es hier wieder eine verlässliche Lösung für die Nahversorgung gibt“, betont die Bürgermeisterin. Die endgültige Entscheidung liege jedoch bei Unimarkt beziehungsweise der beauftragten Verkaufsfirma.
Sparkasse bleibt – Postpartnerschaft endet vorerst
Entwarnung gibt es zumindest bei der Sparkasse Oberösterreich: Nach aktuellem Stand ist deren Filiale von der Unimarkt-Schließung nicht betroffen und bleibt zu den gewohnten Öffnungszeiten geöffnet. Mit der Schließung des Unimarkts endet allerdings auch die derzeitige Postpartnerschaft. Die Österreichische Post AG führt aktuell Gespräche mit möglichen neuen Postpartnern.
Postalische Versorgung zugesichert
„Auch hier können noch keine Details genannt werden, da derzeit Räumlichkeiten geprüft und Verhandlungen geführt werden“, erklärt Mühlböck-Oppolzer. Der Bürgermeisterin wurde jedoch zugesichert, dass Wilhering weiterhin postalisch versorgt bleibt. Bis Ende Jänner soll feststehen, welche Poststelle vorübergehend zuständig sein wird.
Wilhering kein Einzelfall
bei Unimarkt-Schließungen
Dass sich Entscheidungen verzögern, hängt auch mit der Schließung weiterer Unimarkt-Filialen mit Postpartnerverträgen zusammen. Wilhering ist damit kein Einzelfall. „Mir ist bewusst, dass diese Situation für viele unbefriedigend ist und Geduld erfordert. Auch für mich ist es nicht einfach, täglich erklären zu müssen, dass noch keine Namen genannt werden dürfen“, so die Bürgermeisterin. Gleichzeitig verspricht sie Transparenz: „Sobald Entscheidungen gefallen sind und Namen genannt werden dürfen, werde ich die Bevölkerung umgehend informieren.“
„Beispiel St. Agatha
gibt Zuversicht!“
Auch für Wlherings ÖVP-Vizebürgermeister ist das Aus für die Unimarkt-Filiale ein schmerzlicher Verlust an Arbeitsplätzen sowie für die Wilheringer Nahversorgung. „Der Standort ist sehr gut, deshalb habe ich Hoffnung, dass ein Nachfolger gefunden wird und der Postpartner erhalten bleibt wie es der Bürgermeister von St. Agatha geschafft hat!“ zeigt sich Vizebürgermeister Markus Langthaler zuversichtlich.
Akuelles aus Wilhering online auf meinbezirk.at/wilhering-ll
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