Millionen für die Zukunft
Trench Group investiert 60 Millionen Dollar in US-Stromnetz-Werk
- Trench Group eröffnet erstes HSP-Werk in den USA (Charlotte/North Carolina)
- Foto: Trench Group
- hochgeladen von Klaus Niedermair
Die Trench Group baut ihre Präsenz in Nordamerika deutlich aus. Mit der Eröffnung ihres ersten US-Standorts in Charlotte (North Carolina) investiert das Unternehmen mehr als 60 Millionen US-Dollar in die Fertigung von Hochspannungs-Transformatordurchführungen für Spannungen von 25 bis 765 Kilovolt. Die Komponenten gelten als Schlüsseltechnologie für die Modernisierung des US-Stromnetzes.
LEONDING. Das rund 16.000 Quadratmeter große Werk soll bis 2030 bis zu 140 Arbeitsplätze schaffen. Die Produktionskapazität ist zunächst auf 3.500 Hochspannungsdurchführungen pro Jahr ausgelegt und kann später auf bis zu 10.000 Einheiten erweitert werden.
Steigender Strombedarf treibt
Ausbau des US-Stromnetzes
In Charlotte wird künftig die HSP-Dry-Type-Bushing-Technologie produziert. Die Nachfrage steigt, weil Energieversorger und Transformatorenhersteller ihre Netze angesichts wachsender Stromverbräuche modernisieren müssen. Zu den wichtigsten Treibern zählen der Ausbau von Rechenzentren, die Industrialisierung und die Elektrifizierung des Verkehrs.
„Die Stromnetze weltweit stehen vor einer Phase raschen Ausbaus. Die Vereinigten Staaten sind einer der wichtigsten Märkte in dieser Transformation“, sagt Bahadir Basdere, President und CEO der Trench Group. Mit der Investition in Charlotte stärke das Unternehmen seine lokalen Produktionskapazitäten und unterstütze Kunden beim Aufbau eines zuverlässigeren Stromnetzes.
Nordamerika entwickelt sich
zum wichtigsten Wachstumsmarkt
Die Werkseröffnung fällt in eine Phase milliardenschwerer Investitionen in die US-Energieinfrastruktur. Laut Branchenprognosen soll der Strombedarf bis 2050 um mehr als 55 Prozent steigen. Gleichzeitig planen private Energieversorger Investitionen von rund 1,4 Billionen US-Dollar bis 2030. Für die Trench Group ist Nordamerika bereits der wichtigste Wachstumsmarkt. Im ersten Halbjahr 2026 stammte rund die Hälfte des Auftragseingangs aus der Region. Seit 2024 legte dieser nach Unternehmensangaben um nahezu 400 Prozent zu.
765-kV-Technologie wird
für Energiewende immer wichtiger
Besonders gefragt ist die 765-kV-Technologie, die große Strommengen verlustarm über weite Strecken transportiert. Erst kürzlich erhielt die Trench Group den Auftrag, den Bau der ersten 765-kV-Übertragungsleitung in Texas zu unterstützen. „Einen Partner wie HSP hier auf US-amerikanischem Boden zu haben, ist ein echter Vorteil: kürzere Lieferzeiten, eine stabilere Lieferkette und ein zuverlässigeres Stromnetz“, sagt Jason Neal, Präsident von Hyosung HICO. „Die Investition von HSP ist genau das Engagement, das unser Stromnetz braucht.“
Modernes Werk bereitet
auch HVDC-Anwendungen vor
Nach Unternehmensangaben zählt die neue Fabrik zu den modernsten Produktionsstätten für Hochspannungsdurchführungen in den USA. Sie verfügt über moderne Fertigungsanlagen und Hochspannungstestfelder für Prüfungen bis 2.800 Kilovolt. Zudem bereitet der Standort den Einstieg in Anwendungen der Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HVDC) vor.
„Der Standort Charlotte bietet uns die Talente, die Skalierbarkeit und die geografische Nähe, um den Energiesektor bei der Neugestaltung der Infrastruktur zu unterstützen“, betont Nils von Dietman, CEO von HSP US. Langfristige Vereinbarungen mit Transformatorenherstellern und Hyperscalern sollen den Ausbau der Stromnetze und den steigenden Energiebedarf durch KI-Anwendungen unterstützen.
Die ersten Hochspannungsdurchführungen sollen bis Ende 2026 ausgeliefert werden. Das Werk wurde zudem auf eine Zertifizierung nach den Vorgaben von „Build America, Buy America“ ausgelegt und könnte damit als erster US-Hersteller von Dry-Type-Bushings dieser Spannungsklasse zertifiziert werden.
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