08.10.2014, 16:27 Uhr

Treffpunkt vor Ort: regionaler Nahversorger

Die Einkaufsmöglichkeit in der Nähe ist besonders der älteren Generation ein Anliegen. (Foto: Gina Sanders/Fotolia)

BEZIRK (nikl). Im 2484 Einwohner zählenden Ortsteil Freindorf in Ansfelden bangt man um den Nahversorger.

„Ich bin jetzt 82 Jahre alt. Für uns, die ältere Generation, ist ein Geschäft in der Nähe unerlässlich. Dort kaufen meine Frau und ich nicht nur Produkte für den täglichen Bedarf ein. Es ist auch ein Treffpunkt für uns ältere Leute: ein paar Minuten plaudern über die Neuigkeiten in der Gemeinde. Wenn der Supermarkt jetzt wirklich zusperrt, wäre das eine Katastrophe", sagt Werner Brandl,ein betroffener Anrainer aus dem Ortsteil Freindorf in Ansfelden. "Ich habe noch ein Auto, aber was machen dann viele ältere Anwohner, die nicht mehr mit dem Auto fahren? Der nächste Supermarkt ist drei Kilometer weit weg. Mit dem Rollator werden diese den Weg nicht schaffen. Sollte der Supermarkt verschwinden, dann haben wir bis auf die Apotheke und das Gasthaus Strauß nichts mehr im Ort", fügt Brandl hinzu.

Nahversorgung sicherstellen
Ansfeldens Bürgermeister Manfred Baumberger kann beruhigen: „Ich bin bereits mit dem betreffenden Nahversorger in intensiven Gesprächen. Die Signale sind durchwegs positiv. Ob der Nahversorger am alten Standort bleibt oder an einen neuen Standort in Freindorf übersiedelt kann ich noch nicht sagen. In ein paar Wochen wissen wir mehr."

Während noch jede Gemeinde über zumindest eine Gaststätte verfügt, stellt sich die Situation im Lebensmittelbereich entsprechend anders dar. So ist beispielsweise in der Region in den Gemeinden Allhaming, Eggendorf, Pucking kein Bäcker mehr vorhanden. Zwölf Gemeinden haben keine Fleischerei mehr vor Ort. Aktive Bürger und Kommunen im Bezirk nehmen die regionale Nahversorgung selbst in die Hand. Bestes Beispiel ist die Gemeinde Piberbach. Aus einer Notlage heraus wurde der "Verein zur Förderung der Nahversorgung der Gemeinde Piberbach" gegründet. Der Verein, in dem der Bürgermeister als Obmann fungiert und alle Gemeinderäte Mitglieder sind, führt nun den Dorfladen weiter. Durch dieses Engagement kann die Nahversorgung in der ländlichen Gemeinde somit langfristig abgesichert werden.
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